Urlaubsparadiese in Flammen - das Schlimmste steht womöglich noch bevor

Feuer in Griechenland und in der Türkei: Große Brände außer Kontrolle

Flammeninferno am Mittelmeer geht weiter

Es brennt und brennt immer weiter in Südeuropa. Die verheerenden Brände im Mittelmeerraum nehmen auch nach einer Woche kein Ende. In Italien, Griechenland und der Türkei verwandelten die zerstörerischen Flammen schon ganze Urlaubsregionen in verkohlte Landschaften. Die Feuerwehr kommt mit dem Löschen gar nicht hinterher, weil Hitze und Wind sogar kleinste Glutnester in riesige Feuerwalzen verwandeln. Das Schlimmste steht womöglich noch bevor.

Neuer Brand nördlich von Athen

Wie zum Beweis eskaliert 25 Kilometer nördlich von Athen der nächste Brand - eine gewaltige Feuerwalze, der die Einsatzkräfte kaum mehr was entgegen zu setzen haben. Videos zeigen eine kilometerlange Wand aus haushohen Flammen und Rauch. Löschflugzeuge und -hubschrauber waren im Einsatz, mussten jedoch bei einbrechender Dunkelheit die Arbeit einstellen.

Nördlich von Athen wurde am Donnerstagabend die Autobahn zwischen der Hauptstadt und Thessaloniki gesperrt; kurze Zeit später sprangen die Flammen auf die andere Seite der Fahrbahnen über. Die Ortschaft Krioneri wurde evakuiert, ebenso ein Flüchtlingslager.

Euböa: Anwohner flüchten vor den Flammen

Ein Großbrand wütet auf der griechischen Insel Euböa.
Feuer in Griechenland: Die Satellitenaufnahme zeigt einen Waldbrand auf der Insel Euböa. © dpa, -, vco

Auch auf der zweitgrößten griechischen Insel Euböa, die stark bewaldet ist, gab es etliche neue Brandherde. Kirchenglocken läuteten Alarm, Anwohner flohen oder versuchten, mit Traktoren und Kettensägen Schneisen zu schaffen, damit die Flammen sich nicht weiter fortbewegen können.

Der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis kündigte an, verstärkt Militär einzusetzen. Die Soldaten sollen die Lage aus der Luft mit Drohnen verfolgen und neue Brandherde zeitig entdecken. Zudem sollen sie die Feuerwehr mit Baggern und anderem schweren Gerät unterstützen und mit Tankwagen Wasser zu den Brandherden transportieren.

Feuer in Griechenland sind außergewöhnlich groß

Insgesamt entfachten binnen 24 Stunden 92 Waldbrände über das ganze Land verteilt. Nach Angaben des europäischen Copernicus-Klimawandeldienst habe die Intensität der Brände in Griechenland inzwischen das übliche Maß der Sommermonate überschritten.

Auch für die kommende Woche wird höchste Brandgefahr vorausgesagt und gewarnt, dass der Höhepunkt noch nicht erreicht sein könnte. Befürchtet wird vor allem, dass in den nächsten Tagen starke Winde aufkommen - sie könnten den Kampf gegen die Flammen fast unmöglich machen und die Feuer immer weiter anfachen.

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Waldbrände in der Türkei: Mehrere Großbrände noch nicht unter Kontrolle

Dramatisch ist die Lage auch in der Türkei: Nach offiziellen Angaben bekämpfte die Feuerwehr dort bisher über 190 Brände, von denen ein Großteil gelöscht worden sei. Doch Großbrände in den Provinzen Antalya und Mugla können seit Tagen nicht unter Kontrolle gebracht werden. „Derart große Brände hat es seit mehr als zehn Jahren nicht gegeben“, sagte Doganay Tolunay, Forstingenieur an der Istanbul-Universität der Deutschen Presse-Agentur. Bisher starben acht Menschen durch die Brände.

Kampf gegen die Flammen in Italien

Auch in Italien kämpfte die Feuerwehr weiter gegen Flammen, etwa auf Sizilien in der Provinz Palermo. Der Landwirtschaftsverband Coldiretti sprach von einem Millionenschaden für Umwelt, Tourismusbranche und andere Wirtschaftszweige. Die Zahl großer Brände sei in diesem Sommer verglichen mit den Vorjahren sehr stark gestiegen. Besonders betroffen seien die großen Inseln Sizilien und Sardinien sowie viele süditalienische Regionen.

Dauerhitze über 40 Grad und Waldbrände in Griechenland, Italien und der Türkei

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(ctr mit dpa)