Griechenland: Spinnen spinnen ganzen Strand zu

Spinnen spinnen ganzen Strand zu
Spinnen spinnen ganzen Strand zu In Griechenland 00:38

Albtraum trifft Naturspektakel

Gruselig oder doch eher beeindruckend? Es gibt kaum ein Lebewesen, das so vielen Menschen einen Schauder über den Rücken jagt, wie die Spinne. Irgendwie können wir uns mit den Achtbeinern nicht so richtig anfreunden. Dabei können Spinnen auch ganz schön faszinierend sein – wie dieses Video beweist.

300 Meter Strand komplett von Spinnennetzen überzogen

Im westgriechischen Etoliko hat sich ein ganz besonderes Naturspektakel ereignet. Spinnen der Gattung Tetragnatha, auch Streckerspinnen genannt, haben einen begrünten Strandabschnitt von rund 300 Metern Länge mit einem riesigen Spinnennetz überzogen. Jeder Baum, jeder Busch, jedes Blümlein ist von dem feinen Gespann weißer Fäden bedeckt.

Angst brauchen die Anwohner vor dem Spinnenstrand allerdings keine zu haben. Streckerspinnen sind für den Menschen nicht gefährlich. Der Grund, warum die Spinnenpopulation ein so großes Netz gebaut hat, liegt an den guten Begebenheiten, die dort derzeit für die Tiere herrschen.

"Wenn die Tiere reichlich Fressen, hohe Temperaturen und genug Feuchtigkeit vorfinden, haben sie die idealen Voraussetzungen, um große Populationen zu gründen", verrät Molekularbiologin Maria Chatzaki von der Demokrit-Universität Thrakien dem griechischen Nachrichtenportal "Newsit.gr". "Die Spinnen machen sich diese Konditionen zum Vorteil und haben eine Art Party. Sie paaren sich, pflanzen sich fort und zeugen so eine ganz neue Generation."

Was sind eigentlich Streckerspinnen?

Streckerspinnen haben ihren Namen übrigens daher, dass sie bei Gefahr die Beine nach vorne und hinten strecken, sich lang machen und so auf Grashalmen perfekt getarnt sind. In Europa kommen nur wenige Arten der Gattung vor, die allesamt die Nähe zu Gewässern bevorzugen und sogar auf der Wasseroberfläche laufen können.