Geheime Aktion für den Meeresschutz

Greenpeace versenkt tonnenschwere Granitblöcke in der Ostsee

Greenpeace versenkt Granitblöcke in der Ostsee
Greenpeace versenkt Granitblöcke in der Ostsee © RTL

Trotz mehrfacher Ermahnungen - Aktivisten behalten Ziel im Blick

Die Umweltaktivisten der Organisation Greenpeace ignorieren weiter ein Verbot und angedrohte Ordnungsstrafen: Sie versenkten tonnenschwere Findlinge im Fehmarnbelt in der Ostsee. Die Aktion ist ein Protest gegen das fortgesetzte Verzögern des Meeresschutzes durch das Bundesfischereiministerium. Mit dem Versenken der Steine wollen die Aktivisten die Fischerei in Schutzzonen verhindern und so die Gebiete vor Grundschleppnetzfischerei schützen.

Selbstjustiz gegen die Zerstörung von Schutzzonen

Um 10 Uhr legte das Aktionsschiff „Beluga II“ in Heiligenhafen ab – an Bord: Umweltaktivisten und eine Handvoll Medienvertreter. Ihr Ziel: Der Fehmarnbelt. Die Aktion stand unter oberster Geheimhaltung, denn sonst wäre ihr Vorhaben vermutlich gestoppt worden. Obwohl das Gebiet „Fehmarnbelt“ ein ausgewiesenes Schutzgebiet ist, ist es hier erlaubt mit Grundschleppnetzen zu fischen – laut Greenpeace eine Zerstörung des Ökosystems. "Nord- und Ostsee sind in einem miserablen Zustand", so Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack. "Die bedrohten Lebensräume dort müssen besser geschützt werden, damit Fischbestände sich erholen können. Fischereiministerin Klöckner muss diese Schutzgebiete konsequent von zerstörerischer Fischerei befreien.“

Da sich trotz der stetigen Forderung von Greenpeace nichts ändert und weiter gefischt wird, nehmen die Aktivisten die Sache selbst in die Hand. Mit den versenkten tonnenschweren Steinen behindern sie die Grundschleppfischerei und wollen so die Böden vor Zerstörung schützen.

Bereits vor zwei Wochen versenkte Greenpeace Steine vor Rügen

Trotz eines Verbotes des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie versenkte die Umweltorganisation Greenpeace Ende Juli Felssteine vor der Insel Rügen. Nach dem Einlaufen im Hafen von Sassnitz wurden die Aktivisten von der Wasserschutzpolizei in Empfang genommen. Ihnen droht ein Bußgeld von 50.000 Euro. Doch für die Aktivisten ist das noch lange kein Hindernis. Sie kündigten an weiterzumachen und Steine im Adlergrund vor Rügen zu versenken, bis das Schutzgebiet ausreichend mit Granitblöcken vor der Schleppnetzfischerei geschützt sei. Ähnliche Fälle hatten sich auch 2008 und 2011 vor Sylt zugetragen. Auch damals versenkte Greenpeace Steine im Wasser.

Kritik an Fischerei in Schutzgebieten

Die Fischerei, der Sand- und Kiesabbau zerstören, laut Greenpeace, die Böden in unseren Meeresgebieten. Greenpeace zufolge hat Deutschland bereits 2007 die Hälfte seiner Meeresgebiete als Schutzzonen ausgezeichnet. Dennoch ist die bodenzerstörende Fischerei auch in den Schutzzonen immer noch gestattet. Laut Greenpeace fehle der politische Wille entsprechende Verbote auszusprechen und umzusetzen. Mittlerweile stehe es besonders schlecht um Dorsch und Hering in der Ostsee und auch der Schweinswahl sei, laut Umweltaktivisten, stark bedroht.