Was für Reisen in die Karibik, nach Thailand und Co. gilt

Globale Reisewarnung beendet: In welche fernen Länder kann ich jetzt wieder reisen?

Frau mit Maske im Urlaub
Urlaub in der Ferne ist teilweise wieder möglich. © iStockphoto, ronstik

Was müssen Urlauber jetzt bei ihrer Fernreise beachten? 

Es ist ein kleiner Hoffnungsschimmer für Urlauber und die Reisebranche: Die pauschale Reisewarnung für rund 160 Länder außerhalb der EU und des Schengen-Raums endete mit dem 1. Oktober. Das heißt aber nicht, dass jetzt wieder alle Reisen uneingeschränkt möglich sind. Denn ab sofort wird es individuelle Reisewarnungen für einzelne Länder geben – je nach Infektionslage vor Ort. In welchen Ländern ist ein Urlaub also ab sofort wieder möglich? Und was müssen Urlauber jetzt bei ihrer Fernreise beachten? 

Wir erklären, wie das neue Reise-Ampelsystem des Auswärtigen Amts funktioniert, in welchen Fernreiseländern Urlaub jetzt wieder denkbar ist und welche Einreise-Auflagen Urlauber dort jeweils erwarten. Zudem verrät RTL-Reiseexperte Ralf Benkö, was Sie bei der Buchung unbedingt beachten sollten.

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So funktioniert das neue Ampelsystem

An die Stelle der pauschalen globalen Reisewarnung des Auswärtigen Amts ist nun eine dreigliedrige Einstufung getreten, vergleichbar mit einem Ampelsystem:

  • „Rot“: Für einige Länder gilt weiterhin eine Reisewarnung und zwar dann, wenn diese von der Bundesregierung als Risikogebiet eingestuft sind. Das passiert, wenn sich die Zahl der Corona-Infizierten pro 100.000 Einwohner auf mehr als 50 erhöht.
  • „Gelb“ Hierzu zählen Länder, bei denen das Auswärtige Amt von touristischen Reisen dringend abrät. Gründe dafür können unter anderem sein, dass eine Einreise dort nur eingeschränkt möglich ist oder dass sich Urlauber bei Einreise in eine Quarantäne begeben müssen.
  • „Grün“: Für Länder mit niedrigen Fallzahlen und uneingeschränkten Reisemöglichkeiten wird die Reisewarnung aufgehoben. Trotzdem rät das Auswärtige Amt auch dort zu besonderer Vorsicht.

Was das Ampelsystem nicht verrät...

Für Urlauber gilt hierbei zu beachten, dass das neue Ampelsystem keinen Einfluss darauf hat, wie die jeweiligen Länder ihrerseits die Einreise in ihr Land regulieren. 

  • So gibt es für Thailand beispielsweise keine Reisewarnung, doch im Land selbst gilt ein komplettes Einreiseverbot. Ein Urlaub ist dort somit aktuell nicht möglich. 
  • Auch für Reisen nach Tunesien gibt es keine offizielle Warnung. Allerdings: Wer aus Deutschland nach Tunesien reist, muss sich umgehend in eine 14-tägige Hausquarantäne begeben. Die Quarantänepflicht kann jedoch durch die Buchung einer Pauschalreise entfallen, wie uns der Reiseveranstalter FTI auf Nachfrage erklärt.
  • Auch für Sri Lanka gibt es keine Reisewarnung mehr. Der internationale Flughafen in Colombo bleibt jedoch weiterhin für ankommende internationale Passagierflüge geschlossen, so dass die Einreise derzeit nicht möglich ist. 
+++ Herbstferien mit Corona: Für diese EU-Urlaubsländer gibt es aktuell keine Reisewarnungen. +++

Jetzt schon Urlaub buchen? RTL-Reiseexperte erklärt, was es zu beachten gilt

RTL-Reiseexperte Ralf Benkö rät Reiselustigen dazu, vor dem Buchen genau zu prüfen, warum das Auswärtige Amt von einem Urlaubsland abrät und welche Beschränkungen es gibt. „Es kann sein, dass man einen negativen PCR-Test nachweisen muss, einen Gesundheitscheck bei Einreise absolvieren muss, seine Reise vorher anmelden muss und nur in speziellen Hotels Urlaub machen darf. Es könnte aber auch sein, dass in jedem Fall eine Quarantäne zu absolvieren ist“, erklärt Benkö. Auch sei empfehlenswert, zusätzlich bei der Botschaft des Reiselandes nachzufragen, um keine Überraschung zu erleben.

Wer jetzt schon nach den besten Urlaubsschnäppchen Ausschau hält, sollte sich noch ein paar Tage gedulden, bis die Veranstalter sich an die neue Lage angepasst haben, rät der Reiseexperte. „Ich weiß, dass die großen deutschen Reiseveranstalter jetzt genau prüfen, welche Reisen realistisch sind und vielleicht bald wieder auf der Fernstrecke angeboten werden könnten“, sagt Benkö. „Man kann jetzt also die Augen aufhalten und warten, welche Möglichkeiten folgen. Die Seychellen zum Beispiel haben etwas abgeschwächte Einreisebedingungen, auch einzelne Ziele in der Karibik.“ Der Veranstalter FTI etwa, bietet bereits wieder Reisen nach Tunesien sowie Curacao an.

+++ Viele Reiseziele fordern einen Corona-PCR-Test: So kommen Urlauber an ihren Nachweis! +++

Welche Fernreiseziele ab jetzt möglich sind

Seychellen
Urlaub auf den Seychellen: Ab jetzt wieder möglich - aber unter strengen Auflagen. © iStockphoto, Jag_cz

Das Fernweh ist groß und Sie möchten unbedingt bald buchen? Wir verraten Ihnen, welche Länder Sie nun wieder bereisen können und was Sie vor der Einreise dringend beachten sollten.

Seychellen

Für die Inselgruppe im Indischen Ozean besteht aufgrund geringer Corona-Fallzahlen aktuell keine Reisewarnung. Das Auswärtige Amt rät jedoch aufgrund der umfangreichen Einreisebeschränkungen von touristischen Reisen ab.

Diese Einreisebeschränkungen müssen Urlauber beachten:

  • Reisende müssen einen negativen PCR-Corona-Test vorlegen, der bei Abflug nicht älter als 72 Stunden sein darf. 
  • Zudem wird ein Nachweis über eine zertifizierte Unterkunft für den gesamten Aufenthalt benötigt. Innerhalb der ersten sieben Aufenthaltstage darf die Unterkunft nur einmal gewechselt werden. 
  • Außerdem muss eine Reisekrankenversicherung, die COVID-19-Erkrankungen abdeckt, vorhanden sein. 
  • Urlauber benötigen zudem die sogenannte "Travel Health Authorization" – eine Gesundheitsgenehmigung – die zwischen 72 Stunden und drei Stunden vor Abflug über die offiziellen Regierungswebseite der Seychellen beantragt werden muss. 
  • Bei der Einreise wird ein Gesundheitscheck durchgeführt.
  • Laut einem Statement von DER Touristik gegenüber RTL wird damit gerechnet, „dass die Seychellen als eines der ersten Fernreiseziele ab Anfang November wieder bereisbar sein werden“. Die DER Touristik erstellt derzeit in Zusammenarbeit mit dem Zielgebiet sowie mit Airlines, Hotels und Zielgebietsagenturen ein abgestimmtes Restart-Konzept für die Seychellen, das die Sicherheit der gesamten Reisekette – vom Abflug über die Einreise, den Hotelaufenthalt, Ausflüge bis hin zur Rückreise – gewährleistet.

Antigua und Barbuda

Für die karibische Inselgruppe Antigua und Barbuda gibt es aufgrund geringer Infektionszahlen aktuell keine Reisewarnung. Das Auswärtige Amt rät jedoch aufgrund der Einreisebeschränkungen von touristischen Reisen ab.

Das kommt auf Urlauber bei der Einreise zu:​​​​​​​

  • Bei Einreise muss ein negativer PCR-Test vorlegt werden, der nicht älter als 7 Tage sein darf. 
  • Zudem findet eine Gesundheitsuntersuchung mit Temperaturmessung statt. Weisen Einreisende Covid-19-Symptome auf, werden sie isoliert untergebracht.
  • Zudem müssen sich Reisende innerhalb der ersten 14 Aufenthaltstage auf stichprobenartige Kontrollen und Corona-Tests durch die lokale Gesundheitsbehörden einstellen. 

Grenada

Für den Karibikstaat Grenada gibt es aufgrund niedriger Fallzahlen aktuell keine Reisewarnung. Das Auswärtige Amt rät jedoch von touristischen Reisen wegen der bestehenden Einreisebeschränkungen ab.

Das kommt auf Urlauber bei der Einreise zu:​​​​​​​

  • Alle Reisenden müssen mindestens 24 Stunden vor Einreise einen negativen Test vorlegen, der nicht älter als 7 Tage alt sein darf sowie ein amtliches Online-Gesundheitsformular ausfüllen.
  • Ob Urlauber verpflichtet sind, sich bei Einreise in eine Pflichtquarantäne zu begeben, hängt vom Infektionsgeschehen im Herkunftsland ab. Hinweise zum aktuellen Vorgehen nach Einreiseland finden Sie auf den Webseiten des Gesundheitsministeriums von Grenada sowie der Grenada Tourism Authority.

St. Lucia

Auch für das Karibik-Ziel St. Lucia gibt es aktuell keine Reisewarnung. Das Auswärtige Amt rät aber auch hier von touristischen Reisen wegen der bestehenden Einreisebeschränkungen ab.

Das kommt auf Urlauber bei der Einreise zu:

  • Reisende müssen spätestens drei Tage vor Einreise online ein „Travel Registration“-Formular einreichen.
  • Bei Einreise muss ein negativer PCR-Test mitgeführt werden, der nicht älter als sieben Tage sein darf. 
  • Reisende müssen in einem zugelassenen Hotel übernachten, das sie für den gesamten Aufenthaltszeitraum buchen. Nur so kann die Quarantänepflicht entfallen.
  • Für Urlauber sind Touren und Besichtigungen nur erlaubt, wenn diese mit zertifizierten Tourveranstaltern durchgeführt werden. Ansonsten ist das Verlassen des Hotelbereichs während des gesamten Aufenthalts nicht erlaubt.

Barbados

Für die Karibik-Insel Barbados besteht aktuell keine Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Doch auch hier wird von Urlaubsreisen wegen der bestehenden Einreisebeschränkungen abgeraten.

Das kommt auf Urlauber bei der Einreise zu:

  • Urlauber müssen bis 24 Stunden vor Einreise ein Online-Formular ausfüllen.
  • Zudem muss bei Einreise ein negativer PCR-Test vorlegt werden, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. 
  • Reisende aus Ländern mit mittlerem Infektionsrisiko, dazu zählt aktuell auch Deutschland, werden bis zu 14 Tage behördlich kontrolliert. Nur wenn 5 bis 7 Tage nach Einreise ein neuer negativer Corona-Test vorgelegt wird, endet die Kontrolle. 
  • Wird bei der Einreise kein Test vorgelegt, muss dieser umgehend nachgeholt werden. Bis das negative Testergebnis vorliegt, müssen sich Reisende auf eigene Kosten selbst isolieren.

St. Vincent und die Grenadinen

Für St. Vincent und die Grenadinen gibt es aktuell keine Reisewarnung. Das Auswärtige Amt rät jedoch von Urlaubsreisen wegen fortbestehender Einreisebeschränkungen ab.

Das kommt auf Urlauber bei der Einreise zu:

  • Vor der Einreise muss ein Online-Formular ausgefüllt werden.  
  • Reisende aus Ländern mit mittlerem Risiko, darunter aktuell auch Deutschland, müssen vor Einreise einen negativen PCR-Test vorlegen. Dieser darf nicht älter als fünf Tage sein.
  • Nach Einreise erfolgt ein erneuter Covid-19-Test. Bis das negative Ergebnis da ist, müssen Reisende in Quarantäne bleiben. 

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