Achtung: Glatteis und gefrierende Nässe

Glättegefahr begleitet uns noch bis Donnerstag

Eiswinter mit langem Nachhall

Deutschland taut auf. Dass das nicht ohne Folgen bleibt, war von vornherein klar. Denn gerade wenn der Winter kommt und wenn er geht macht er uns auf Straßen und Wegen Probleme in Sachen Glätte. Und weil zum Ende des Winters zum Teil auch im Flachland richtig viel Schnee lag und es eiskalt war, ist der Nachhall in diesem Fall ein langer. Bis einschließlich Donnerstag beschäftigt uns das Thema Glätte, denn was tagsüber taut, friert in den kalten Nächten meist wieder ein.

Sehen Sie die Entwicklung der Wetterlage auch oben im Video.

Wetterwechsel mit Glättegefahr: Wie ist die Ausgangssituation?

Hierzu RTL-Meteorologe Christian Häckl: „Nach einer Woche mit strengen Frösten kommt jetzt das große Tauwetter. Da sich die deutlich mildere Luft aber zuerst in der Höhe durchsetzt und die Böden – trotz erster zarter Plusgrade – noch gefroren sind, stehen wir vor einer gefährlichen Glatteislage.”

Menschen im Osten und in Teilen der Mitte Deutschlands müssen vor allem am Morgen und Vormittag mit Glatteis rechnen. Mit den steigenden Temperaturen und dem nachlassenden Regen lässt die Gefahr zwar nach, doch ist meist die nächste kalte Nacht nicht fern. Frostige Temperaturen von teilweise bis zu -4 Grad lassen den Schneematsch oder Regen wieder gefrieren. Auch im Bayerischen Wald besteht in der Nacht zu Mittwoch noch Gefahr von Glatteis.

Blitzeis und gefrierender Regen beschäftigten uns in dieser Woche

Ein Lastwagen mit einem Schneepflug räumt und streut einen Landweg. Neuschnee und Glatteis behindern den Verkehr in Norddeutschland. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Winterwetter ist vor allem dann kritisch, wenn es kommt und wenn es geht. Die Winterdienste haben vorerst noch alle Hände voll zu tun. © dpa, Jens Büttner, jbu exa

Gefrierende Nässe: Die Schneedecke verschärft die Glättelage

Zudem liegt recht verbreitet eine ordentliche Schneedecke. Die wird nicht so rasch wieder abtauen und kann so die Kälte am Boden noch länger konservieren beziehungsweise nachts rasch für Frost oder Bodenfrost sorgen. Da es tagsüber taut, droht somit wiederholt gefrierende Nässe.

Vorsicht Glätte: Wie entsteht gefrierende Nässe?

Die Graphik zeigt die Entstehung von gefrierender Nässe. Die Luft selber ist zwar noch aus dem Frostbereich heraus. Aber am Boden steckt der Frost noch fest und lässt die Nässe gefrieren.
Milde Luft und Frost im Boden. Eine gefährliche Mischung. Zumindest wenn sich jetzt noch Nässe einmischt. Die kann nämlich gefrieren. © wetter-ressort

Remember-Effekt: Im Boden hält sich der Frost noch länger

Der sogenannte Remember-Effekt beschreibt, dass sich der Frost im Boden lange halten kann. Auf diese Art und Weise kann der Frost immer wieder aus dem Boden gekrochen kommen, um das Tauwasser erneut gefrieren zu lassen.

RTL-Meteorologe Christian Häckl über die Glätte-Lage

Das Bild zeigt den RTL-Meteorologen Christian Häckl
RTL-Meteorologe Christian Häckl

Wie lange bleiben uns die Glätte-Warnungen wohl noch erhalten?

RTL-Meteorologe Häckl gibt eine Einschätzung: „Die große Gefahr von Glätte zieht sich in der Osthälfte bis weit in den Dienstag hinein – jeweils nachts bleibt die Situation dort zumindest bis Mittwoch oder Donnerstag sehr angespannt. Erst danach setzt sich die sehr milde Luft immer mehr bis zum und in den Boden durch – am Wochenende erwarten wir 40 Grad mehr als zu Wochenbeginn – von minus 20 heute geht’s Richtung plus 20 Grad am Samstag und Sonntag.”

Was für eine verrückte und leider auch gefährliche Wetterwoche.

Service: Mehr Infos zum Thema Glätte

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