Gigantischer Eisberg in der Antarktis treibt langsam in wärmere Gewässer

Ein 175 Kilometer langer Eisklumpen

Eisberg A68 zählt zu den größten Eisbergen, die Forscher in den vergangenen Jahrzehnten registriert haben. Im Juli 2017 war er vom Larsen-C-Schelfeis in der Antarktis abgebrochen. Damals war er 175 Kilometer lang und bis zu 50 Kilometer breit. Inzwischen hat er sich aus seiner Lücke weitgehend herausgelöst und beginnt allmählich seine Reise.

Nur eine Spitze liegt noch auf

"Es geht langsam los", sagte Thomas Rackow, Klimaforscher am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung(AWI) in Bremerhaven, am Donnerstag. Auf Satellitenbildern sei zu sehen, dass sich der Gigant aus der Lücke im Schelfeis, die er durch seinen Abbruch hinterlassen hatte, endgültig herausgedreht hat. Nur die nördliche Spitze scheint noch aufzuliegen. "Es sollte nicht mehr lange dauern, bis er durch die Ozeanströmungen beschleunigt wird", sagte der Wissenschaftler. "Dann ist er nicht mehr zu stoppen."

Dem Eisberg steht eine Schrumpfkur bevor

Auf seinem Weg in Richtung wärmere Gewässer wird der Koloss immer kleiner werden. "Vor allem an der Unterseite wird er stark schmelzen", sagte Rackow. Letztendlich wird Eisberg A68 vom Seegang auseinderbrechen.