Pilzsammler, seid auf der Hut!

Pilze in der Klimakrise: Neue Arten können giftig sein

Das Vorkommen von Pilzen ändert sich mit der globalen Erwärmung.
Feucht, moosig, dunkel - so mögen es viele Pilzarten. Mit dem Klimawandel müssen sie diese Bedingungen woanders suchen als bisher.

Die Pilzsaison läuft auf Hochtouren. Nach dem Regen schießen auch in Deutschlands Wäldern die Pilze wie Pilze aus dem Boden und Pilzsammler sind mit Körben bewaffnet auf der Suche nach Pfifferling, Steinpilz und Marone. Allerdings finden sich in den Wäldern auch neue Arten. Und das birgt Gefahren.

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Neue Pilze auf dem Weg nach Norden

Der Klimawandel trifft auch die Verbreitung von Pilzen.
Den hier kennt schon jedes kleine Kind: Der Fliegenpilz ist Pilz des Jahres 2022 und eben ein alter Bekannter.

Die deutschen Sommer werden heißer und länger. Das macht sich auch bei den Pilzen bemerkbar. Infolge des Klimawandels wandern neue, wärmeliebende Arten aus dem mediterranen Raum ein, sagt Pilzberater Lukas Larbig aus Hannover. Seit mindestens 10 bis 20 Jahren werde diese Veränderung schon beobachtet. „Das geht so weit, dass wir teilweise in Deutschland stabile Vorkommen von Kaiserlingen haben, die sonst eher südlich der Alpen auftreten.“

Auch Stefan Fischer von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGFM), also der Pilzwissenschaft, verfolgt die Pilzwanderung mit Sorge. Ihm zufolge finden sich etliche Arten inzwischen in höheren Lagen oder nördlicher bis in skandinavische Gebiete.

Was machen Sie mit den Speisepilzen, die Sie sammeln?

Diese Statistik zeigt die Ergebnisse einer im Jahr 2016 in Österreich durchgeführten Umfrage zur Verwendung von Speisepilzen.
Von der Hand in den Korb in den Mund: Die meisten Pilzsammlerinnen und -sammler essen ihre Beute sofort.

Pilze erkennen: Verwechslungsgefahr nimmt zu

Im schlimmsten Fall kann das zu gefährlichen Vergiftungen durch Verwechslungen von Pilzarten führen, warnt Larbig. So könne eine neue, giftige Champignonart nun beispielsweise leicht mit den ungefährlichen Wiesen-Champignons verwechselt werden. Er habe diesen sogenannten falschen Wiesen-Champignon, der Magen-Darm-Probleme auslösen kann, sogar schon in Hannover am Maschsee gefunden. „Das macht es jetzt für Speisepilzsammler nicht wirklich einfacher“, sagt Larbig.

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Pilze bestimmen mit der App: Ist das sicher?

Pfifferlinge und Steinpilze auf Tauchstation

Trockene Sommer, zu wenig Regen, aber auch milde Winter setzen den Pilzen zu. „Nicht alle Arten bilden sich aus“, erklärt Stefan Fischer. Und auch Lukas Larbig hat festgestellt, dass viele Pilze, die in Symbiose mit Bäumen stehen (Mykorrhiza-Pilze), bisher fast ausblieben. Darunter fallen so beliebte und bekannte Arten wie Pfifferlinge und Steinpilze.

Da es seit Ende August vermehrt zu Niederschlägen kommt, tauchen nun aber immer mehr Pilze auch in unseren Wäldern auf. „Daher könnte es trotzdem noch eine gute Saison für die Pilzsammler werden“, schaut Fischer voraus.

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(ctr mit dpa)