Rückschlag bei der Suche

Gibt es den mysteriösen Planet 9 doch nicht?

Diese künstlerische Darstellung zeigt den fernen Blick vom Planeten Neun zurück zur Sonne. Es wird angenommen, dass der Planet gasförmig ist, ähnlich wie Uranus und Neptun.
Diese künstlerische Darstellung zeigt den fernen Blick vom Planeten 9 zurück zur Sonne. Es wird angenommen, dass der Planet gasförmig ist, ähnlich wie Uranus und Neptun. © Caltech/R. Hurt (IPAC)

Keine Hinweise auf Planet 9 in neuer Studie

Seit Jahren sind die Astronomen Mike Brown und Konstantin Batygin vom California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena auf der Suche nach einem möglichen neunten Planeten in unserem Sonnensystem. Nun könnte diese Suche einen Rückschlag erlitten haben, denn ein Wissenschaftler-Team um Kevin Napier, Physiker der Universität von Michigan, hat diese Analyse weitergeführt und konnte keine Hinweise auf einen weiteren Planeten außerhalb des Kuipergürtels finden.

Planet 9 als Erklärung für ungewöhnliche Orbits

Kuipergürtel
Der Kuipergürtel ist ein Asteroidenfeld am Rande unseres Sonnensystems. © iStockphoto

Mike Brown und Konstantin Batygin beobachteten für ihre These mehrere Objekte, deren Umlaufbahnen sich ungewöhnlich verhielten und nur durch die Existenz eines neunten Planeten in unserem Sonnensystem erklärt werden konnte. Diese Objekte wurden von Batygin und Brown in sogenannten Clustern vor, also gebündelt, beobachtet.

Diese transneptunischen Objekte (TNO) sind alle Teil des Kuipergürtels und haben eine Umlaufbahn von mehreren tausend Jahren. Der Kuipergürtel besteht aus den restlichen Gesteinsbrocken, die bei der Bildung unseres Sonnensystems übrig blieben. Das berühmteste Objekt dieses Asteroidengürtels ist der Zwergplanet Pluto. Kleine Randnotiz: Mike Brown war derjenige, der seinerzeit Pluto zum Zwergplaneten „degradierte“. Dieser Asteroidengürtel befindet sich noch außerhalb des Orbits von Neptun, unserem bisher noch äußersten Planeten.

ETNO-Cluster kein Zeichen für Planet 9?

Für die neue Studie unter der Leitung von Kevin Napier kombinierten die beteiligten Forscher drei Untersuchungen der Umlaufbahnen von 14 „extremen“ Transneptunischen Objekten (ETNO) – Objekte, die sich weiter außerhalb der Umlaufbahn von Neptun befinden. Hierbei stellten fest, dass der Orbit auch ohne die Anwesenheit eines nahen Planeten erklärt werden kann und dass diese ETNO gleichmäßig verteilt sind. Zumindest für den kleinen Teil ihres beobachteten äußeren Sonnensystems gilt dies. Da mit den aktuellen Teleskopen immer nur kleine Ausschnitte des Himmels beobachtet werden können, kann es in diesen zu Unregelmäßigkeiten kommen. Das nennt man Selektionsverzerrung.

Bei ihrer Computersimulation kam das Team um Napier zu dem Schluss, dass es vielleicht die Selektionsverzerrung sein könne, die Objekte mit einer ungewöhnlichen Umlaufbahn gehäuft (Cluster) auftreten lasse. „Das bedeutet nicht, dass Planet 9 nicht da ist, doch er ist nicht nötig, um die Daten zu erklären“, erklärte dazu Napier.

Das Rubin Observatorium soll das Problem lösen

Astronomin Vera Rubin,  die entdeckte, dass das der Weltraum hauptsächlich aus Schwarzer Materie besteht, ist Namensgeberin des Rubin-Observatorium in Chile.
Astronomin Vera Rubin, die entdeckte, dass das der Weltraum hauptsächlich aus Schwarzer Materie besteht, ist Namensgeberin des Rubin-Observatorium in Chile. In dieser Aufnnahme aus dem Jahr 1965 arbeitet sie am Lowell Observatory in Flagstaff. © dpa / The Washington Times/ZUMAPRESS.com, The Washington Times

Entspannt sehen das die beiden Planetensucher Mike Brown und Constantin Batygin.

So stellte Brown fest: „Ich habe alle ihre Daten auf unser altes Papier überschrieben, wenn man genau hinschaut, sieht man deutlich eine Anhäufung. Tatsächlich gibt es starke Beweise für Planet 9 in ihren Daten."

Außerdem verweist Brown auch auf die Tatsache, dass Napier nicht die von ihm und Batygin untersuchten sechs Himmelskörper enthält. Aufschluss erhoffen sich nun alle Forscher vom Ende 2022/Anfang 2023 in Betrieb gehenden Vera C. Rubin-Observatorium. Dabei handelt es sich um ein leistungsstarkes neues Vermessungsteleskop, das in Chile gebaut wird.

Batygin sagte: „Ich hoffe, dass „Rubin“ das Problem löst. Ich bin müde von dem Thema Planet 9.“ Allerdings sei er weiterhin optimistisch, dass der Planet in den nächsten 10 Jahren gefunden werde.

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