Gewitterfronten hinterlassen Schneise der Verwüstung

Verletzte und Millionenschäden

Gewitterstürme haben die Hitze in Deutschland jäh beendet und Millionenschäden angerichtet. Besonders schlimm traf es den 1.600-Einwohner-Ort Framersheim in Rheinland-Pfalz. Hier zog ein mutmaßlicher Tornado am Dienstagabend eine Schneise der Verwüstung durch den Ort. „Es sah aus wie nach einem Bombenangriff“, schilderte eine Anwohnerin die Minuten nach dem Unwetter. Der Gewittersturm beschädigte bis zu 100 Häuser, einige Gebäude wurden fast völlig zerstört.

Gewitterfronten hinterlassen Schneise der Verwüstung
© dpa, Christoph Schmidt

Bei dem Sturm selbst wurden in Framersheim keine Menschen verletzt, einige erlitten dann aber bei den Aufräumarbeiten leichte Blessuren. Nachdem bereits am Sonntag in Deutschland Bäume umstürzten und Keller vollliefen, brachten die schweren Gewitter nun zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage Abkühlung. Neben Framersheim wurden auch in anderen Regionen Tornados als Ursache für heftige Schäden vermutet, etwa in Sachsen-Anhalt, eine Bestätigung für die Tornados gibt es bisher aber noch nicht.

Im Seegebiet Mansfelder Land knickten drei Hochspannungsmasten um. 1.800 Haushalte waren zeitweise ohne Strom. Nach Polizei-Angaben zerstörten faustgroße Hagelkörner Dächer, Straßen wurden überflutet. Bei dem Unwetter in Sachsen-Anhalt handelte es sich um eine sogenannte Superzelle, die eines der räumlich und zeitlich größten und gefährlichsten Gewittergebilde darstellt.

Auch in vielen Teilen Bayerns fiel in der Nacht zum Mittwoch zeitweise der Strom aus - mindestens 60.000 Haushalte waren betroffen. Störungen im Bahn- und Straßenverkehr gab es etwa in Baden-Württemberg. An der vielbefahrenen A5 bei Heidelberg stürzten Bäume um, von denen einige weit in die Fahrbahn hineinragten. Die Autobahn wurde mehrfach kurzzeitig gesperrt. Die Polizei berichtete von drei Verletzten bei dem Unwetter in Baden-Württemberg.

Im niedersächsischen Ferienort Bad Sachsa im Südharz wirbelte ein Sturm auf einer 500 Meter breiten Schneise. „Das war unglaublich, welche Kräfte da gewirkt haben“, sagte Augenzeuge Detlef Schulz, der auf einem Spaziergang von der Unwetterfront überrascht wurde. Neben ihm stürzten Bäume um, Dachteile wirbelten durch die Luft. Menschen wurden nicht verletzt. Die Feuerwehr schätzt den Sachschaden auf mehrere Hunderttausend Euro.

In Hessisch-Lichtenau richtete ein Blitzeinschlag der Polizei zufolge in einem Wohnhaus 150.000 Euro Schaden an. Ebenso hoch war der Schaden im niedersächsischen Harsum, wo ein Feuer den Dachstuhl eines Hauses zerstörte. Verletzt wurde niemand: Die Familie war im Urlaub.