Gewitter: Wo blitzt und donnert es wie oft in Deutschland?

Das Donnerwetter-Süd-Nord-Gefälle

Gewitter in Deutschland: Wo gewittert es am häufigsten?
Im Voralpenraum kommt es mit am häufigsten zu Gewittern

Wenn Sie Angst vor Gewittern haben oder davor, vom Blitz getroffen zu werden, sollten Sie das Donnerwetter-Süd-Nord-Gefälle kennen. Um das oberbayerische Garmisch-Partenkirchen herum gewittert es im Schnitt nämlich am häufigsten, in Kiel an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste besonders selten.

In Norddeutschland ist man vor Gewittern ziemlich sicher

Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben nämlich anhand von Daten aus den Jahren 2001 bis 2014 errechnet, wo es wie oft in Deutschland blitzt und donnert. Gewitter-Hochburgen mit bis zu 15 Gewittertagen im Jahr sind ihren Erhebungen zufolge der Alpenrand, der Voralpenraum, das Gebiet zwischen Neckar und Schwäbischer Alb, das Erzgebirge und der Bayerische Wald. Alles nachzulesen in der Fachzeitschrift "Natural Hazards and Earth System Sciences”. Am seltensten seien Gewittertage entlang der Nord- und Ostseeküste, erklärte David Piper vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung (IMK) des KIT. So habe es im Jahr 2010 in der Region zwischen Hamburg und Bremen vielerorts überhaupt keine Gewitter gegeben. Norddeutschland habe im Durchschnitt überhaupt nur zwei Gewittertage pro Jahr. Gezählt werden dabei Tage, an denen auf einer Fläche von 25 Quadratkilometern mindestens fünf Blitze registriert werden.

Video: Gewitter können wahnsinnig schön aussehen, besonders aus dem Cockpit eines Flugzeugs.

Gebirge begünstigen Gewitter

Zufall oder Wissenschaft? Zweiteres. In Meeresnähe gibt es weniger Gewitter, weil das Wasser die unteren Luftschichten kühlt und damit stabilisiert. Gebirge dagegen begünstigen Gewitter, weil sie die Luft zum Aufsteigen zwingen. Und Blitz und Donner entstehen eben aus aufsteigenden Luftströmungen.

Ein Blick in die Alpenländer lässt die deutschen Gewitterhochburgen allerdings vor Neid erblassen. So werden die meisten Gewittertage in Teilen der österreichischen Südalpen sowie in einem Streifen vom Tessin bis in das Umland von Turin beobachtet. Erster im Donnerwetter-Ranking ist die Steiermark mit 34 Gewittertagen im Jahr 2009.

Video: Rummmms! Blitz schlägt 2 Meter neben Fußgänger ein

Über 10 Milliarden Euro Schaden durch Gewitter in 5 Jahren

Die Untersuchung wurde natürlich nicht extra für Gewitter-Angsthasen oder Blitz-und-Donner-Abenteurer gemacht. Der Versicherungswirtschaft ist sie aber nützlich. „Allein in den vergangenen fünf Jahren haben schwere Gewitter nach Angaben von Rückversicherern Gesamtschäden von insgesamt 10,4 Milliarden Euro angerichtet, sagt Michael Kunz vom IMK des KIT. Wenn die Versicherer wissen, wo es wie häufig kracht, lassen sich die Policen gebietsweise anpassen.