Wo es dennoch schön und warm ist

Unwetterzone: Cote d’Azur bis Norditalien, Österreich und Slowenien

von Björn Alexander und Martin Pscherer

Nicht nur Deutschland wird in diesen Tagen von teilweise schweren Gewittern heimgesucht. Auch die südlicheren Urlaubsregionen bekommen wiederholt Blitz und Donner auf Unwetterniveau. Es gibt aber auch gute Reiseziele. Wetter.de-Meteorologe Martin Pscherer blickt auf die Lage.

Oben im Video: So verteilt sich der Sommer in Europa

Welche Regionen sind vor allem betroffen?

Die Gewitter- und Unwettergefahr ist über weiten Teilen Europas deutlich erhöht.
Eine breite Schneise der möglichen Unwetter erstreckt sich von Südfrankreich ost- und nordostwärts

Martin Pscherer: „Die aktuelle Unwetterzone erstreckt sich vor allem vom Südosten Frankreichs über die Schweiz und Italien ostwärts. Damit sind besonders die Gebiete von der Cote d’Azur bis Norditalien und weiter über Österreich und Slowenien betroffen. Beliebte Reiseziele also, in denen sich ebenfalls die Ausläufer von Gewittertief SCARLETT ausgebreitet haben.”

Lese-Tipp: Unwetter über Deutschland - alle relevanten Infos in unserem Live-Ticker

Mit welchen Gefahren müssen die Menschen rechnen?

Hierzu führt Pscherer aus, dass es insbesondere zu teils schweren und blitzintensiven Gewittern kommen könne. Neben Sturmböen verweist er außerdem „auf das Potenzial für mittleren bis großen Hagel”. Auch das Thema Regen beziehungsweise Starkregen hat ein hohes Gefahrenmoment, wie er erläutert: „Die exzessiven Niederschlagsereignisse bringen – je nach Wettermodell – in der Spitze bis Mittwochabend 100 bis 150 Liter pro Quadratmeter. Aufgrund der hohen Reliefenergie in den hügeligen bis bergigen Bereichen drohen neben lokalen Überflutungen ebenso Sturzfluten, Erdrutsche und Murenabgänge.”

Für den Meteorologen ist das inmitten der Urlaubszeit eine brisante bis gefährliche Situation. Auch wenn er ebenfalls feststellt, dass gerade „der Norden Italiens aufgrund der großen Dürre in den letzten Monaten mit der größten Trockenheit seit Jahrzehnten jeden Tropfen Wasser benötigt”.

Sommerfeeling spielt aber dennoch mit

Die Höchstwerte vom 28. Juni 2022 - der Sommer hat sich verbreitet eingenistet
Sommerwärme in Europa ist definitiv reichlich vorhanden

Der Blick auf die Temperaturen zeigt – ähnlich wie bei uns in Deutschland, dass die Luft natürlich auch in den Unwetterregionen sommerlich warm bis heiß sind. In den tiefer gelegenen Bereichen mit Höchstwerten zwischen 27 und 35 Grad. Wer es weniger hitzig haben möchte, den wird es sicherlich auf die Berge führen – aber bitte, bitte mit der gebotenen Vorsicht in puncto Unwetter und Sturzfluten. Charmant ist sicherlich auch der Sprung ins Mittelmeer. Die Wassertemperaturen liegen in einem Meter Wassertiefe aktuell oft bei 23 bis 26 Grad.

Komfortzone - hier gibt's aktuell kaum Unwetter

Deutlich ruhiger gestaltet sich momentan beispielsweise die Wetterlage im Südwesten Europas. Der Deutschen liebste Mittelmeer-Insel Mallorca erlebt Sonne satt und durchaus angenehme Sommerwerte von kann 30 Grad am Tage und rund 20 Grad in den Nächten. Überhaupt zeigt sich auch das spanische Festland nach dem Juni-Hitzehammer recht ausgeglichen. Aktuell mit Höchstwerten von meist 25 bis 34 Grad im Süden und Osten des Landes. Auch Spitzen bis 37 Grad sind in den nächsten Tagen möglich. Aber eine brachiale Hitzewelle mit jenseits der 40 Grad ist frühestens nächste Woche im Programm.

Blick auf die Wetterkarten: Mehr zur Entwicklung der Wetterlage in den Urlaubsregionen in Europa und weltweit

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(bal, mps)