Gewitter über Deutschland: Tornado zerstört Framersheim

Schlimme Schäden, aber glücklicherweise wenige Verletzte

Gewitter haben in mehreren Regionen Deutschlands zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage teils große Schäden angerichtet. Verletzte gab es nach Polizei-Angaben kaum, Einsätze dafür aber viele. Besonders betroffen war der 1.600-Einwohner-Ort Framersheim in Rheinland-Pfalz, durch den ein Tornado gezogen sein könnte, es spricht zwar einiges dafür, aber eine offizielle Bestätigung steht noch aus.

Tornado zerstört Framersheim
Der mutmaßliche Tornado hinterließ eine Schneise der Zerstörung © dpa bildfunk

Der Sturm riss die Dächer mancher Gebäude halb oder ganz weg, berichtet Bürgermeister Ulrich Armbrüster. Er spricht von einem Schaden in Höhe von acht bis zehn Millionen Euro. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz sagte, betroffen seien mehr oder weniger 60 bis 100 Häuser. Einige Menschen seien von umherfliegenden Gegenständen und beim Aufräumen leicht verletzt worden.

Auch im niedersächsischen Ferienort Bad Sachsa könnte ein Tornado für die schweren Schäden verantwortlich sein. Nach Angaben der Polizei in Bad Lauterberg waren von dem Unwetter unter anderem ein Freizeitbad und mehrere Häuser betroffen. Teile von Dächern wurden abgedeckt, Schornsteine, Ziegel und Antennenanlagen seien in die Tiefe gestürzt, sagte ein Sprecher. Menschen seien aber nicht verletzt worden. Der Schaden wird auf weit über 100 000 Euro geschätzt.

Umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller und abgedeckte Dächer hielten die Einsatzkräfte auch andernorts bis in die frühen Morgenstunden auf Trab. Im hessischen Hessisch-Lichtenau richtete ein Blitzeinschlag in einem Wohnhaus 150.000 Euro Schaden an. Ebenso hoch war der Schaden im niedersächsischen Harsum, wo ein Feuer den Dachstuhl eines Hauses zerstörte. Verletzt wurde niemand: Die Familie war im Urlaub.

Stromausfälle meldete die Polizei im baden-württembergischen Weinheim. Drei Hochspannungsmasten brachte der Sturm im Seegebiet Mansfelder Land in Sachsen-Anhalt zu Fall – 1.800 Haushalte waren zeitweise ohne Strom. In Kelbra kippte durch den Sturm ein Wohnwagen um, dabei wurde ein Mensch schwer und ein weiterer leicht verletzt. Faustgroße Hagelkörner zerstörten den Angaben zufolge Vor- und Garagendächer, Straßen wurden überflutet. Rund 400 Feuerwehrmänner waren im betroffenen Landkreis im Einsatz.

Die Gewitter und Unwetter waren vom Südwesten Richtung Osten gezogen und hatten am Abend und in der Nacht Brandenburg, Berlin, Sachsen und Bayern erreicht. Auf dem Berliner Flughafen Schönefeld wurde um 21.34 Uhr für mehr als eine halbe Stunde die Abfertigung eingestellt.

Die Deutsche Bahn verzeichnete bis kurz vor Mitternacht nur kleinere Störfälle. Auf Nebenstrecken seien vereinzelt Bäume und Äste in Oberleitungen gefallen und hätten zu Verspätungen geführt, sagte ein Sprecher.

Heftiger Regen und Orkanböen ließen auch die Einsatzkräfte in Oberfranken in Bayern 53 Mal ausrücken. Im Landkreis Hof stürzte ein Baum auf die Fahrbahn - ein Auto prallte dagegen. Einer der Insassen wurde schwer, die anderen drei leicht verletzt.