Gigantischer Riesenbrocken

Bernadinelli-Bernstein - größter bekannter Komet auf dem Weg zur Sonne

Der Komet
Riesenkomet "Bernardinelli-Bernstein" (C/2014 UN271) wurde auf Aurchiv-Aufnahmen aus dem Jahr 2014 entdeckt. © Dark Energy Survey/DOE/FNAL/DECam/CTIO/NOIRLab/NSF/AURA/P. Bernardinelli & G. Bernstein (UPenn)/DESI Legacy Imaging Surveys

Wissenschaftler entdeckten den Kometen auf Archiv-Aufnahmen

Der winzige Lichtpunkt auf dem Bild ist ein Riesenbrocken! Es handelt sich um den Kometen C/2014 UN271 Bernadinelli-Bernstein. Fotografiert worden ist er bereits im Jahr 2014 für ein Forschungsprojekt zum Thema Dunkle Energie, aber aufgefallen ist er erst später: Die Astronomen Pedro Bernadelli und Gary Bernstein entdeckten den Himmelskörper auf den Archiv-Aufnahmen. Im Juni 2021 veröffentlichten sie ihre Entdeckung.

C/2014 UN271 Bernadinelli-Bernstein ist ein Riesenbaby

Kometen gibt es viele, aber dieser hier ist ein Riesenbaby. Mit einem Durchmesser von etwa 160 Kilometer hat er gigantische Ausmaße. Hier ein paar Vergleiche, um dieses Maß einzuordnen:

  • Wenn Asteroiden der Erde nahe kommen und als NEA (Near Earth Asteroid) eingestuft werden, haben diese oft ähnliche Abmessungen wie ein Auto. Im letzten Jahr fiel der Asteroid „2020 PM7“ schon durch seine Größe auf – dabei hatte der nur einen Durchmesser von etwa 120 Meter.
  • Kometen, also Himmelskörper mit einem Schweif, haben in der Regel einen Durchmesser von einigen Kilometern. Im Sommer 2020 konnte der Komet Neowise mit dem bloßen Auge beobachtet werden. Er hat einen Durchmesser von 5 Kilometern.
  • Wissenschaftler vermuten, dass Asteroid Chicxulub bei seinem Aufprall auf die Erde vor 66 Millionen Jahren das Ende der Dinosaurier eingeleitet hat. Seine Größe wird auf 11 bis 81 Kilometer geschätzt. Das ist immer noch deutlich kleiner als Bernadinelli-Bernstein.

Bernadinelli-Bernstein kommt bis 2031 der Sonne immer näher

Nur gut, dass der Riesenbrocken in sicherem Abstand an uns „vorbeipurzelt“. Im Moment ist er noch etwa 20 Astronomische Einheiten (AE) von der Sonne entfernt (das bedeutet, etwa 20 mal weiter weg von der Sonne als die Erde). Im Januar 2031 erreicht Bernadinelli-Bernstein dann seinen sonnennächsten Punkt (mit 10,9 AE). Dann ist er noch außerhalb der Umlaufbahn des Saturn – und damit in gebührendem Abstand zu unserem Planeten.

Das Objekt stammt möglicherweise aus der sogenannten Oortschen Wolke, einer großen Ansammlung von Gesteins-, Staub- und Eiskörpern, die in großem Abstand unser Sonnensystem umschließt. Dabei könnte Bernadinelli-Bernstein der größte bekannte Komet sein, der von dort zu uns kommt.

Komet Bernadinelli-Bernstein ist mit bloßem Auge nicht zu sehen

Trotz seiner Größe wird Bernadinelli-Bernstein mit bloßem Auge nicht zu sehen sein, weil er nicht in das innere Sonnensystem eindringt. Seien Sie nicht enttäuscht: Bei diesem Brocken ist ein großer Sicherheitsabstand im Zweifel die besser Alternative. Stattdessen können Sie sich auf Komet „Leonard“ freuen. Der ist zwar nur normal groß, dafür aber mit ein bisschen Glück von der Erde zu sehen: Am 12. Dezember erreicht Leonard seinen erdnächsten Punkt.

Astronomen stellten fest, C/2014 UN271 noch größer ist als ursprünglich angenommen

Nach seiner Entdeckung war schnell klar, dass es sich bei Bernadinelli-Bernstein um ein großes Objekt handelt. Man schätzte den Durchmesser zunächst auf etwa 100 Kilometer. Im Juni untersuchten Astronomen den Himmelskörper mit Teleskopen aus Südafrika und Namibia. Dabei stuften sie ihn als Kometen ein und stellten außerdem fest, dass der Durchmesser noch größer sein dürfte als ursprünglich angenommen – eben etwa 160 Kilometer.

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(cli)