Geschwindigkeiten bis zu 1.450 Km/h

Gewaltiger Blausäure-Wirbelsturm zieht über den Jupiter

This image shows an artistâ€âs impression of winds in Jupiterâ€âs stratosphere near the planetâ€âs south pole, with the blue lines representing wind speeds. These lines are superimposed on a real image of Jupiter, taken by the JunoCam imager aboard N
Dieses Bild zeigt eine künstlerische Darstellung der Winde in der Stratosphäre des Jupiters in der Nähe des Südpols des Planeten, wobei die blauen Linien die Windgeschwindigkeiten darstellen. Diese Linien sind einem realen Bild des Jupiters überlagert, das von der JunoCam an Bord der NASA-Raumsonde Juno aufgenommen wurde. Bildrechte: ESO/L. Calçada & NASA/JPL-Caltech/SwRI/MSSS © ESO/L. CalÖada & NASA/JPL-Calte

Wirbelsturm viermal so groß wie die Erde

Ein Wirbelsturm bestehend aus der sehr giftigen Blausäure ist für uns kaum vorstellbar, vor allem wenn dieser noch viermal so groß ist wie die Erde und mit knapp 1.500 Kilometern pro Stunde tobt. Genau solch ein Phänomen haben Wissenschaftler auf dem Jupiter beobachtet. Den Auslöser für den Riesensturm glaubt man auch ausgemacht zu haben.

Stabile Winde in der Jupiter-Stratosphäre

Die Forscher untersuchten die Nachwirkungen des Shoemaker-Levy 9, der vor 27 Jahren am Südpol des Jupiters einschlug. Bei der Kollision entstand das Gas Cyanwasserstoff oder auch Blausäure genannt (kennt man beispielsweise aus dem Kern von Mandeln). Erstaunlicherweise hat diese sich nicht im Laufe der Jahre verflüchtigt, sondern ist noch immer in der Stratosphäre messbar. Mit 1.450 Kilometern pro Stunde weht der Wirbelsturm nun über den Südpol des Jupiters.

Das deute laut Dr. Paul Hartogh vom Max-Planck-Institut auf stabile Windbänder in der Stratosphäre hin, also der mittleren Atmosphärenschicht. Dass die darunter auf dem eh recht stürmischen Jupiter herrschen, war bekannt. Doch nun zeige sich, dass die Winde darüber sich nicht mit den darunter liegenden vermischen und stabil wehen.

Esa-Mission Juice soll mehr Infos zu Jupiter bringen

„Ein Wirbelsturm dieser Ausmaße wäre in unserem Sonnensystem einzigartig. Dass es starke Winde über Jupiters Polen gibt, wusste man bereits, allerdings liegen die bisher bekannten einige hundert Kilometern unterhalb der jetzt gemessenen", verdeutlicht Hartogh. Sichtbar wurde dieses unvorstellbare Wetterphänomen mithilfe des Alma-Teleskops (Atacama Large Millimeter/submillimeter Array) in der chilenischen Atacama-Wüste.

Weitere Aufschlüsse erhoffen sich die Wissenschaftler von der Esa-Mission „Juice“, die im Juni 2022 starten soll. Die Raumsonde wird auch mit einem kleinen Radioteleskop (SWI, Submillimeter Wave Instrument) ausgestattet sein, das auf die mittlere Atmosphäre des Jupiters blicken und so weitere Aufschlüsse über die Atmosphärenbeschaffenheit liefern soll.

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