Gespinstmotten - Raupen spinnen die Bäume ein

Die Gespinstmotte geht um
Die Gespinstmotte geht um Bäume und Sträucher mit Spinnennetz umhüllt 00:51

Gespinstmotten: Eklig, aber nicht gefährlich

Nein, das ist keine Halloween-Deko – die kahl gefressenen Bäume und Sträucher an Straßen- und Waldrändern sind das Werk eines kleinen Falters. Und gefährlich ist das Ganze auch nicht.

Es ist nur die Gespinstmotte (Yponomeutidae), die derzeit überall ihre gruseligen Skulpturen hinterlässt. Ganze Sträucher sind in eine Art Spinnweben-Netz eingehüllt und übrig bleibt ein kahlgefressenes Baum- oder Strauchgerippe.

Hunderte Raupen umspinnen Bäume und Sträucher

Traubenkirschen-Gespinstmotte | Verwendung weltweit
Die Gespinstmotte ist klein und unscheinbar. Man kann sie an den fehlenden Haaren auf dem Körper von den gefürchteten Eichenprozessionsspinnern unterscheiden. © picture alliance / Arco Images, Sunbird Images

Besonders zwischen Juni und August legen unscheinbare Falter ihre Eier in die Pflanzen. Nach einigen Wochen schlüpfen die kleinen Nachkommen und beginnen emsig mit ihrer zerstörerischen Dekoarbeit. Die feinen silbrigen Gespinste, die sie um sich herum bilden, schützen sie vor Regen und Vögeln. Hunderte kleine Raupen fressen dann den Baum kahl, bis nach ungefähr zwei Wochen die ersten Falter davonfliegen.

Klimawandel ist der Freund der Gespinstmotte

Die für Menschen ungefährlichen Raupen treten bedingt durch den Klimawandel immer häufiger und in Massen auf, da sie es gerne trocken und warm mögen. Und wenn sie einmal da sind, bleiben sie auch, denn auch niedrigen Temperaturen gegenüber sind die verfressenen Insekten resistent.

So schlimm ist das alles gar nicht

Oft werden die Gehölze völlig kahl gefressen. Doch werden für Menschen, noch für die Wirtspflanze ist der Befall der Raupen gefährlich. Normalerweise treiben die Pflanzen Ende Juni (Johannistrieb) erneut aus und erholen sich schnell wieder von der Belagerung.

Besonders betroffen sind:

Eine Raupe der Gespinstmotte ist am 23.05.2017 in Hamburg in der Nähe der Alster an einem Strauch zu sehen. Die Gespinste werden von den Raupen als Schutz vor natürlichen Feinden gebaut. Die Raupen zerstören die Bäume und Büsche darunter jedoch nur k
Die Raupen der Gespinstmotte sind bräunlich und haben einen schwarzen Punkt auf jedem Abschnitt ihres behaarten Körpers. © picture alliance / Christophe Ga, Christophe Gateau, cgt fdt

Traubenkirschen, Pappeln, Weiden und Weißdorn. Sollten Obstbäume wie Apfel oder Pflaume von der Raupe befallen sein, ist eine Bekämpfung notwendig, da ansonsten die Obsternte in Gefahr ist.

Natürliche Feinde der Gespinstmotte

Schlupfwespen und Raubwanzen geben alles, damit sich die Schädlinge nicht allzu ungehemmt ausbreiten. Mit einem Insektenhotel und einem naturnahen Garten können Sie dafür sorgen, dass sich die Nützlinge wohl fühlen.

Das können Sie gegen die kleinen Fressraupen tun

Man kann schon im Winter die Eigelege von der Pflanze abkratzen. Ist die Raupe schon unterwegs, kann man alle Gespinste inklusive Raupen möglichst schnell und großzügig aus den Bäumen und Sträuchern herausschneiden. Der Grünschnitt sollte auf jeden Fall im Restmüll entsorgt werden. Mit einem kräftigen Wasserstrahl kann ebenso versuchen, die Gespinste wegzuspritzen.