Zur Vermehrung der Bienenvölker

Bienensterben: Bringt das Bienen-Bordell die Wende?

von Oliver Scheel

Viel wird geschrieben über das Bienensterben und was uns Menschen blüht, wenn die fleißigen Sammler nicht mehr von Blüte zu Blüte düsen und die Bestäubung der Pflanzen vornehmen. Weil der Lebensraum schwindet und Flächen versiegelt werden stehen in Deutschland rund 300 von 560 Wildbienenarten auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Es sind besonders die Neonikotinoide, die den Bienen zusetzen. Das Gift lähmt die Tiere und sie sterben schließlich. Außerdem sind Monokulturen wie Wüsten ohne Wasser für die Bienen, sie finden dort nicht genügend Nahrung, können die riesigen Felder oft nicht überfliegen. Was aber tun, um das Bienensterben zu beenden?

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Wie die gewünschte Drohne zur Königin geführt wird

Natürlich helfen Blühstreifen, natürlich hilft es, Pestizide zu verbieten und natürlich helfen alle Maßnahmen von privaten Hobbygärtnern und Bio-Bauern, die im Einklang mit der Natur arbeiten und die Bienen nicht töten, sondern ihnen Lebensraum und Nahrung bieten.

Dr. Jakob Wegener vom Länderinstitut für Bienenkunde Hohen-Neuendorf hat noch eine zusätzliche Idee: Was, wenn wir die Königin und die Drohnen aktiv zueinanderbringen, damit sie sich paaren? Wir erläutern hier zum Weltbienentag am 20. Mai kurz, was da passiert und nennen das mal ganz frech das „Bienen-Bordell“.

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Nur die gewünschten Bienen treffen die Königin

Eine Honigbiene fliegt die Blüten einer gewöhnlichen Mahonie, ein Berberitzengewächs, an, um Nektar zu sammeln. Nebenbei sorgt sie damit auch für die Bestäubung - in erster Linie bei Obstbäumen. Foto: Wolfgang Kumm/dpa +++ dpa-Bil
Eine Honigbiene steuert eine Blüte an, Damit das so bleibt, gibt es die sogenannte "Mondscheinpaarung"

Honigbienen paaren sich nur im freien Flug und an bestimmten Orten. Dabei wird eine Königin von mehreren Drohnen begattet. Dr. Wegener hatte nun die Idee, Königin und Drohnen erst am späten Nachmittag freizulassen, wenn der natürliche Drohnenflug beendet ist. Dann finden nur noch die für die Paarung gewünschten Bienentypen die Königin zur Paarung vor. Wegener nennt das die „Mondscheinpaarung“.

Imker Christian Grune vom Zuchtverband Dunkle Biene Deutschland erklärt auf der Website der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung: "Die Methode ist insbesondere für die Imkereien wichtig, die sich mit dem Erhalt der ursprünglich heimischen Dunklen Biene beschäftigen: Für diese gab es bisher nur wenige, weit entfernte Belegstellen oder die künstliche Besamung. Nun können sie unter natürlichen Paarungsbedingungen züchten.“

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(osc)