Das grüne Gold aus dem Norden

Bärlauch: Kaum ein Kraut hat so viele Menschen auf dem Gewissen

Grün, gesund, giftig?

Ob nun als Pesto, im Quark oder als Öl: Bärlauch ist in der Küche vor allem für sein Knoblaucharoma beliebt. „Da sind Enzyme drin, die dem Knoblauch sehr ähnlich sind. Das macht den Duft aus“, erzählt Bärlauchexperte Axel Kaiser im RTL-Nord Interview. Klingt alles ziemlich harmlos, trotzdem findet man Bärlauch in den Schlagzeilen immer wieder in Verbindung mit Menschen, die wegen einer Vergiftung gestorben sind. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie im Video.

Bärenstarkes Kraut

Ja, der Bärlauch hat seinen Namen tatsächlich von den tierischen Kollegen bekommen. RTL Nord hat den professionellen Bärlauchbauer Axel Kaiser zum Interview getroffen und sich erklären lassen, woher der Name eigentlich kommt: „Wir sind ja im schönen Teutoburger Wald – und da gab es bis vor 300 Jahren noch Bären und als die aus dem Winterschlaf erwachten, ungefähr zur Frühlingszeit, brauchten die Vitamine und Mineralstoffe – dann sind die förmlich über den Bärlauch hergefallen – und deswegen heißt der Bärlauch auch heute noch Bärlauch.“

Bärlauch pflücken ist eine Kunst für sich

Auch wenn sich sicherlich viele Hobbyköche die Taschen gerne voll machen wollen mit dem grünen Gold, müssen beim Pflücken einige Dinge beachtet werden. „Wichtig ist, dass man nicht den ganzen Stiel oder die ganze Pflanze rausreißt, sondern nur am Blatt abknipst. Und was auch noch wichtig ist, maximal 2-3 Blätter pro Pflanze, damit es die Chance gibt, dass er im nächsten Jahr auch wieder nachwächst“, so Axel Kaiser. Sobald die Pflanze anfängt zu blühen und die weißen Blüten zu sehen sind, sollte der Bärlauch nicht mehr gepflückt werden. Der Geschmack wird dann bitter. Weitere Tipps zum Bärlauch sammeln haben wir für Sie hier zusammengefasst.

Ein Allrounder in der Küche

Wenn man ganz sicher gehen will, dass keine Verwechslung vorliegt, bietet es sich an Bärlauch zuhause anzubauen. Bärlauchexperte Axel Kaiser empfiehlt dafür, Samen im November oder Dezember einzupflanzen: „Wichtig ist ein schattiger Platz, zum Beispiel hinter der Garage, wo sonst eigentlich nichts mehr wächst.“ Nach der erfolgreichen Ernte im Frühling sollten Messer und Pürierstab aber besser im Küchenschrank bleiben. Axel Kaiser empfiehlt, den Bärlauch nur mit der Hand in kleine Stücke zu zupfen. Für wen das zu viel Arbeit ist, kann sich auch getrockneten Bärlauch kaufen: „Durch das Trocknungsverfahren wird ihm nur das Wasser entzogen, was ihn sehr lange haltbar macht. Inhaltsstoffe und Geschmacksstoffe bleiben erhalten.“

Na dann steht einem leckeren Gericht mit dem Kraut nichts mehr im Weg. Falls Ihnen die Inspiration fehlt, gibt es hier ein Rezept für eine Spargel-Gnocchi-Pfanne mit Bärlauch-Pesto. RTL Nord wünscht einen guten Appetit!