Naturkatastrophe der USA jährt sich

Fünfzehn Jahre nach Katrina: New Orleans zeigt sich stark, dazu Zahlen und Fakten

Hurrikan «Katrina» brachte auch ein irres Hochwasser in die Stadt New Orleans
Hurrikan «Katrina» brachte auch ein irres Hochwasser in die Stadt New Orleans © dpa/dpaweb, A2609 epa efe Gerardo Mora

Einer der stärksten Wirbelstürme über dem Atlantik

Am 29. August 2005 wurde New Orleans von einer schweren Naturkatastrophe getroffen. Nachdem der Wirbelsturm Katrina bereits mit Böen von 130 km/h über den Südosten Floridas zog, nahm er bei seinem Kurs Richtung Golfküste nochmal an Energie zu und verstärkte sich zu einem Hurrikan der Kategorie 5 mit Windböen bis 340 km/h. Der Küstenstreifen der Südküste wurde vollständig zerstört und eine Sturmflut ließ die vier Deiche bei New Orleans brechen. Wochenlang standen circa 80 % der Stadt unter meterhohem Wasser. Hinterlassen wurde eine Trümmerlandschaft und mehr als 1.800 Menschen ließen ihr Leben.

Daten und Fakten zum Hurrikan Katrina

  • Windgeschwindigkeit: 280 Kilometer pro Stunde im Mittel, in Böen bis zu 340 Kilometer je Stunde.

  • Katastrophengebiet: "Katrina" tobt über 233.000 Quadratkilometern. Das entspricht fast der Fläche Großbritanniens.

  • Opfer: Mehr als 1.800 Menschen sterben, die meisten Opfer (1577) gibt es in Louisiana, gefolgt von Mississippi (238).

  • Schäden: Der Gesamtschaden beläuft sich nach Angaben des Rückversicherers Münchener Rück auf 125 Milliarden Dollar (97,3 Milliarden Euro). Rund 350 000 Häuser werden zerstört. Etwa 1,3 Millionen Menschen verlieren ihr Zuhause. 80 Prozent des Stadtgebietes von New Orleans werden überflutet.

  • Ölindustrie: "Katrina" zerstört 36 Plattformen, 645 werden evakuiert. Die Schäden für die Ölindustrie werden auf bis zu sechs Milliarden Dollar geschätzt.

  • Benzinpreise: Die Preise steigen binnen weniger Tage: Superbenzin kostet in Deutschland an Markentankstellen etwa 1,42 Euro je Liter. Für Diesel müssen 1,18 Euro gezahlt werden.

  • Umwelt: Der Schaden für die Landwirte wird vom US-Bauernverband mit zwei Milliarden Dollar beziffert. Die Forstwirtschaft beklagt Ausfälle in Höhe von fünf Milliarden Dollar, über 20 000 Quadratkilometer Waldflächen werden zerstört. 24 Millionen Liter Öl werden in den Pontchartrain-See gepumpt. 20 Prozent des Marschlandes in den betroffenen Bundesstaaten werden überspült, viele Brutplätze für Wasser- und Zugvögel gingen verloren.

New Orleans zeigt sich tapfer

Zehn Jahre nach Katrina: New Orleans ist wieder am Leben
New Orleans vor zehn Jahren: Von Katrina zerstört © dpa, David Rae Morris

Der Jahrestag der schwersten Naturkatastrophe der Geschichte in den USA jährt sich dieses Jahr zum 15. mal. Präsdient Bush hatte im Jahr 2005 keinerlei Hoffnung für die Stadt New Orleans gesehen und in dessen Wiederaufbau. Aber die Menschen in dieser Stadt ließen sich nicht klein kriegen und packten alle mit an und das repräsentieren Sie auch bis heute. Die Bewohner New Orleans sind stolz auf ihre Kultur und die Musik und dass stellen Sie auch gerne in den Vordergrund und kurbeln damit die Werbetrommel für den Tourismus. Die Leichtigkeit der Menschen ist nicht verloren gegangen. Die Musik war nie fort. Als es beim Wiederaufbau der Stadt noch keinen Strom gab, hört man vereinsamte Trompeten spielen. Nachdem der Strom wieder da war, spielten Live-Bands fürs Radio und unterstützten mit ihrer Musik die Aufräumarbeiten. 

Heutzutage leben rund 100.000 weniger Menschen als vor der Katastrophe in New Orleans. Viele sind nach der Evakuierung nicht zurückgekehrt. Immobilienmakler erzählen zudem von der Schwierigkeit alte Häuser wieder neu zu vermieten. Viele Bewohner hören es knarschen und knarren, sodass Geisterjäger mittlerweile ein eingetragener Beruf geworden ist. Einige Viertel, vor allem der untere 9. Bezirk erholen sich immer noch nicht von den Auswirkungen von Hurrikan Katrina. 

Seit der Katastrophe wurden Millionen Dollar in Deiche und Pumpstationen gesteckt, um das Flusssystem vor einer erneuten Katastrophe besser zu schützen und erneutes behördliches Versagen vorzubeugen.