Frühwarnsysteme blieben in Indonesien stumm

Darum hat das Warnsystem keinen Alarm geschlagen
Darum hat das Warnsystem keinen Alarm geschlagen Keine Tsunami-Warnung 01:49

Es gab kein Erdbeben und somit keine Warnungen

Diesmal wurde die Flutwelle möglicherweise durch einen unterseeischen Erdrutsch nach einer Vulkaneruption auf der kleinen Insel Anak Krakatoa zwischen Java und Sumatra am 22.12.2018 gegen 21:03 Uhr (Ortszeit) ausgelöst. Die Größe der Welle könnte durch die vorherrschende Flut und den Neumond noch verstärkt worden sein, vermuteten die Behörden. Schon nach 24 Minuten, also gegen 21:27 Uhr traf die Flutwelle nach dem Vulkanausbruch auf Land. Und es gab keine Warnung! Warum?

Es wurde kein Erdbeben registriert und es wurde keine Tsunami-Warnung an die Menschen in der Region ausgegeben, sagte Rahmat Triyono, Chef für Erdbeben und Tsunami der indonesischen Agentur für Meteorologie, Klimatologie und Geophysik.

Wie ist das Vorgehen bei einem Tsunami, um die Küstenbevölkerung zu warnen oder eventuell zu evakuieren?

ARCHIV - 24.09.2018, Indonesien, Anak Krakatau Island: HANDOUT - Der Vulkan Krakatau auf der Insel Anak Krakatau ist ausgebrochen. (zu dpa «Rekord-Raumfahrer Alexander Gerst kommt heim - Als Nächstes zum Mond?») Foto: Alexander Gerst/ESA/dpa - ACHTUN
Der Vulkan Krakatau auf der Insel Anak Krakatau ist der Grund für den Tsunami © dpa, Alexander Gerst, gfh

Die Warnmeldung wird im Warnzentrum in Jakarta erzeugt. Von hier aus werden Warnmeldungen an die Regierung und an die lokalen Behörden in den wahrscheinlich betroffenen Gebieten gegeben. Deshalb ist das Warnzentrum 7 Tage die Woche rund um die Uhr mit den jeweiligen Fachexperten besetzt. Aufgrund der Tatsache, dass bereits nach 20 - 30 Minuten erste Küstenbereiche von der Welle getroffen werden können, müssen dabei viele Aktionen parallel ablaufen.

Innerhalb von 20 bis 30 Minuten lässt sich keine Stadt evakuieren. Ist das System damit nicht eigentlich nutzlos?

Nein. Katastrophenbeben sind zwar unvermeidbar und auch nicht vorhersehbar. Sie werden immer Opfer, auch viele Todesopfer fordern. Aber mit dem Tsunami-Frühwarnsystem wird es möglich sein, die Zahl der Opfer deutlich zu mindern. Das System nutzt ja auch nicht nur den Regionen, die innerhalb kürzester Zeit von einer Tsunamiwelle erfasst werden können, sondern auch den weiter entfernten Gebieten, Regionen, Ländern und je schneller eine Warnung herausgegeben werden kann, desto mehr Zeit bleibt, um entsprechende Vorkehrungen (z.B. Evakuierung) treffen zu können.

Quelle: dpa, New York Times, Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum  GFZ