Frühlingswetter 2017: Eisheilige dieses Jahr etwas früher

Diese Woche war/ist es noch richtig frisch

Die Eisheiligen stehen vor der Tür, aber eigentlich ist das schlimmste in Sachen Frost fast durch. In den Nächten von Montag auf Dienstag und von Dienstag auf Mittwoch war an vielen Stellen im Norden und der Mitte Eiskratzen angesagt. Auch in der Nacht zu Donnerstag gibt es noch einmal verbreitet Bodenfrostgefahr. Dann steigen Die Temperaturen so weit an, dass Frost kein Thema mehr ist. Dafür aber Schauer und Gewitter!

Das sind die Eisheiligen

Die Eisheiligen sind je nach Region drei bis fünf Heilige, deren Gedenktage Mitte Mai liegen, nämlich im Zeitraum 11. bis 15. Mai. Die Eisheiligen sind: Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia. Insbesondere Letztere kommt als Kalte Sophie in zahlreichen Bauernregeln vor. Verschiedenen Regeln zufolge kann erst nach Sophia mit konstantem Frühlingswetter gerechnet werden.

Regionale Unterschiede bei den Eisheiligen erklären sich durch unterschiedliche klimatische Bedingungen, so treffen Kaltluftströmungen von Skandinavien meist einen Tag früher auf Norddeutschland als auf Süddeutschland.

Video: Das bedeuten die Eisheiligen

Die Analysen aus der letzten Woche

Nicht nur das GFS-Modell (Global Forecast System) der Amerikaner, sondern auch unser wetter.de-Modell sah für Anfang der Woche einen Absturz von rund 10 Grad. Auch Nachtfröste wurden wieder ein Thema. In unserer Auflistung der vergangenen Tage sieht man sehr schön die Entwicklung der Prognose und die Schwierigkeiten der Deutung.

Jetzt doch ein markanter Absturz wahrscheinlich (GFS-Prognose vom 05.05.)

Der Temperaturverlauf für Hamburg in 1.500 Metern Höhe (GFS-Prognose vom Freitag, wetterzentrale.de)
Der Temperaturverlauf für Hamburg in 1.500 Metern Höhe (GFS-Prognose vom Freitag, wetterzentrale.de)

Gegenüber dem Vortag gibt es jetzt doch eine unschöne Entwicklung in der Prognose. Und da wir jetzt immer dichter ranrücken, wird es immer wahrscheinlicher, dass diese Prognose auch so eintrifft. Es wird zu Beginn der neuen Woche jetzt doch deutlich kälter, teilweise sind es 10 Grad weniger als am Wochenende. Somit liegen wir nicht nur in Hamburg (Bild) bis zu 8 Grad unter dem Durchschnitt, sondern auch im übrigen Deutschland sind die Werte weit unter dem Durchschnitt. Im Nordosten werden nur noch einstellige Höchstwerte berechnet, aber auch sonst wird es nur knapp zweistellig. Und in der Nacht zu Dienstag droht sogar noch einmal Frost! Da sind die Eisheiligen aber dieses Jahr früh dran. Zum Glück wird es Richtung Wochenende wieder wärmer.

Gemäßigter Absturz wahrscheinlich (GFS-Prognose vom 04.05.)

Gemäßigter Absturz wahrscheinlich (GFS-Prognose vom 04.05.)
Gemäßigter Absturz wahrscheinlich (GFS-Prognose vom 04.05., wetterzentrale.de)

Am Donnerstagmorgen sagen die Prognosen des GFS-Modells zwar keinen krassen Kälterückfall mehr an, aber ein Rückgang der Temperaturen wird es in der nächsten Woche wohl geben. Denn die Prognosen liegen immer noch fast durchgehend unter dem Mittel (rote Linie), sie liegen aber nicht mehr so weit darunter und sind gegenüber dem Vortag etwas milder geworden (Bild: Ensemble-Prognose für Hamburg in 1.500 Metern Höhe). Dennoch werden wir vor allem im Norden recht frische Werte bekommen. Mehr als 10 bis 14 Grad gibt es nicht. Und das stimmt jetzt auch sehr gut mit unserem wetter.de-Modell überein.

Streuung wird etwas größer (GFS-Prognose vom 03.05.)

Die Streuung wird etwas größer (Prognose vom 03.05., wetterzentrale.de)
Die Streuung wird etwas größer (Prognose vom 03.05., wetterzentrale.de)

Am Mittwochmorgen sahen die Prognosen für die nächste Woche auch im GFS-Modell im Norden nicht mehr ganz so kühl aus. Dennoch lagen die Prognosen noch deutlich unter dem Durchschnitt (rote Linie), auch wenn der Hauptlauf (weiße Linie) ca. 1 bis 2 Grad wärmer geworden ist. Auch die Streuung ist gegenüber dem Vortag deutlich größer geworden. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass der Kälterückfall sich nicht nur abschwächt, sondern auch ausfallen könnte.

Einstellige Werte im Norden möglich (GFS-Prognose vom 02.05.)

Temperaturverlauf in 1.500 Metern Höhe nach dem GFS-Modell für Hamburg (wetterzentrale.de)
Temperaturverlauf in 1.500 Metern Höhe nach dem GFS-Modell für Hamburg - rote Linie bedeutet der Mittelwert (wetterzentrale.de vom 02.05.)

Relativ sicher scheint es aber weiter zu sein, dass es in der zweiten Maiwoche insgesamt und in Richtung zweites Mai-Wochenende eher wechselhaftes als beständiges Wetter gibt. Und zwar egal, ob auf der warmen (mit Schauern und Wärmegewittern) oder auf der kalten Seite (mit Nachtfrösten bei nächtlichem Aufklaren).

Ziemlich sicher bleibt auch, dass die Kälte, wenn sie denn überhaupt kommt, nicht so lange bei uns bleiben wird. Das GFS-Modell von Dienstagmorgen sagte für Mitte nächster Woche eine Temperatur von minus 5 Grad in knapp 1.500 Metern Höhe voraus. Das würde nur Höchstwerte zwischen 5 und 10 Grad bedeuten. Aber auch bei den kalten Berechnungen sieht es zum zweiten-Mai-Wochenende wieder deutlich milder aus. Die Eisheiligen werden also, wenn überhaupt, dieses Jahr eventuell etwas früher eintreffen.