Frühling statt Winter-Wetter im Januar: Die Jahreszeiten verschieben sich

Phänologische Jahreszeiten
Äußerer Ring: der langjährige mittlere Verlauf der phänologischen Jahreszeiten - Innerer Ring: der aktuelle Verlauf der phänologischen Jahreszeiten

Frühling im Winter

Der Januar ist auch nicht mehr das was er war, nämlich kalt und schneereich. Subtropische Warmluft hat sich für die kommende Woche ankündigt. Temperaturen bis zu 15 Grad sind drin. Da kommen bei Hasel und Erle-Pollen Frühlingsgefühle auf. Mitten im Januar. Es ist nicht von der Hand zu weisen: Die Jahreszeiten, um genau zu sein die phänologischen Jahreszeiten, verschieben sich.

Pollenflug im Januar?

Haselpollen lassen Allergiker deutschlandweit bereits schniefen und niesen. Foto: Arno Burgi/Archiv
Haselpollen: Bei 15 Grad im Januar können sie zur Hochform auflaufen. © DPA

Der phänologische Winter startete mit dem Blattfall der Stiel-Eiche im langjährigen Mittel am 6. November, 2019 erst am 12.11. Den Start des Erstfrühlings signalisiert knallgelb die Blüte der Forsythie – normalerweise am 27.3., im Jahr 2019 am 18.3. Und die Haselblüte ärgert meistens erst ab dem 12.2. die Allergiker, im vergangenen Jahr schon ab 3.2. Und in diesem Jahr kann es eben schon Mitte Januar losgehen.

RTL-Meteorologe Björn Alexander erklärt: "Je nach Witterungsverlauf können Erle und Hasel auch im Dezember schon startklar sein. Der Regen, der mit der Erwärmung in der kommenden Woche einhergeht, dürfte die Lage für Allergiker allerdings entschärfen."

Die Messwerte der Steglitzer Pollenfalle der FU Berlin zeigen schon vereinzelt erste Erlenpollen in der Luft an. Auch erste Haselpollen stellen sie für kommende Woche in Aussicht.

Die Jahreszeiten verschieben sich - phänologiche
Wenn die Blätter der Stiel-Eiche fallen, ist der Frühwinter da. © deutsche presse agentur

Die phänologischen Jahreszeiten werden durch die jeweiligen Wachstums- und Entwicklungsstadien von Pflanzen festgelegt. Die Vegetationsdaten werden bundesweit durch ehrenamtliche Beobachter erfasst und an den Deutschen Wetterdienst übermittelt. Die phänologische Uhr, die einmal pro Woche aktualisiert wird, zeigt deutlich, dass sich was tut in der Natur.