Kontamination durch fremde Bakterien

Wie gefährlich ist es, Mars-Proben auf die Erde zu holen?

Gefährliche Bakterien für die Erde?

Der Mars-Rover Perseverance sammelt auf dem Roten Planeten Proben, die in weiteren Missionen dann auf die Erde zurück geschickt werden sollen. Da wir überall auf der Erde Mikroorganismen haben, stellt sich die Frage, ob sie auf dem Mars auch existieren und wie gefährlich sie wären. Vor allem, wenn die Proben vom Mars zur Erde gebracht werden, um sie hier zu untersuchen. Bringen wir dadurch womöglich die Bakterien-Balance auf der Erde durcheinander?

Im Video: Mars-Rover Perseverance macht ein Panorama-Bild der Mars-Umgebung

10 Prozent des menschlichen Körpergewichtes allein durch Mikroorganismen

Der Rover
Mars Rover Perseverance soll die Bodenproben einsammeln. © via REUTERS, NASA, LP/FW1/Raissa Kasolowsky

Mikroorganismen bedecken nicht nur die gesamte Oberfläche der Erde, sondern auch alle Lebewesen auf ihr. Allein auf dem menschlichen Körper leben schätzungsweise eine Billiarde Bakterien.

Wie es auf dem Mars aussieht, versuchen Weltraumbehörden mit ihren Rovern herauszufinden. Neben dem 2012 gelandeten Rover Curiosity sind von der NASA auch noch Perseverance (Seit Februar 2021) und das chinesische Gefährt Zhurong aktiv und auf der Suche nach Leben auf unserem Nachbarplaneten.

Gibt es Wasser, um Leben auf dem Mars zu ermöglichen?

Laut der Meinung von Experten sollen Salzflüsse auf dem Mars die Krater jahreszeitenabhängig hinunterfließen.
Forscher gehen davon aus, dass Salzflüsse auf dem Mars die Krater jahreszeitenbedingt hinabfließen. © dpa, University of Arizona

Der Mars ist vor allem deshalb so interessant für die Wissenschaft, weil er der Erde am ähnlichsten ist. Es wird geschätzt, dass bis vor ein paar Millionen Jahren noch etliche Vulkane aktiv waren und vielleicht im geringeren Maße noch sind. Auch die Polkappen des Mars’ ist interessant für die Weltraumbehörden, da sie größtenteils aus gefrorenem Wasser bestehen. In der Mars-Atmosphäre wurde auch schon Wasserdampf entdeckt, der Nebel gebildet hatte. Es wurde sogar vermutet, dass auf dem Mars flüssiges Wasser existiere. Das machten Forscher an Furchen und Kraterwänden fest, an denen offenbar Wasser hinunter floss. Jahreszeitenbedingt waren immer wieder lange dunkle Streifen zu beobachten.

Dass es früher mal Wasser auf dem Roten Planeten gegeben hat, gilt als gesichert. Nun stellt sich die Frage, in wie fern es Leben auf dem Mars ermöglicht haben könnte. Schließlich gilt Wasser als Grundbaustein für das Leben auf der Erde. Zwar ist noch nicht sicher, ob alle Rahmenbedingungen für das Leben auf dem Mars gegeben sind, doch kann man nicht ausschließen, dass sich auch dort Mikroorganismen entwickelt haben.

Mars-Probe soll mehrfach gesichert werden

So sieht der Container aus, in dem die Mars-Bohrkerne gelagert werden auf dem Flug zurück zur Erde.
Dieses Bild zeigt ein Konzeptmodell des Probenbehälters der NASA, der Röhren mit Marsgestein und Bodenproben enthält. Rechts ist der Deckel; Unten links befindet sich ein Modell des Probenhalteröhrchens. Der Probenbehälter hilft dabei, den Inhalt auf weniger als 30 Grad Celsius zu halten, um das Marsmaterial in seinem natürlichsten Zustand zu erhalten. (Foto: NASA/JPL-Caltech)

In den kommenden Jahren planen NASA und ESA den Transport von Mars-Proben vom Mars zur Erde. Dafür tüfteln die Ingeneure bereits an einer sicheren Methode, die Materialien zu transportieren. So sollen die Proben dreifach gesichert in einem Container transportiert werden. Der Bohrkern befindet sich in einem abgedichteten Röhrchen, dass wiederum in ein weiteres Röhrchen innerhalb eines Containers gesteckt wird (Siehe Bild). So sollen die Proben als biologisch-gefährliches Material behandelt und dementsprechend abgeschirmt werden.

Auch wenn NASA-Wissenschaftler die Chance einer „Verschmutzung“ als eher gering einstufen, so soll die Probe erst auf der Erde untersucht werden, wenn keine Gefahr einer Kontamination besteht. Außerdem müsste auch sichergestellt werden, dass die Außenhülle des Transportmoduls keinen Kontakt zum möglicherweise kontaminierten Material bekommt. Bei einer Landung könnten sonst trotzdem noch unerwünschte Mikroorganismen auf die Erde gelangen. Es gibt Überlegungen, wie das Transportmodul geschützt werden kann, um den Sturz auf die Erde unbeschadet zu überstehen. So könnte es beispielsweise eine Art Luftkissen bekommen, um die harte Landung etwas abzufedern.

NASA-Rover Perseverance sammelt Bodenproben auf dem Mars

Das Bild illustriert, wie der mögliche Start der Kapsel mit den Bodenproben vom Mars aussehen könnte.
Die Illustration zeigt, wie der Start der Kapsel mit den Bodenproben vom Mars aus aussehen könnte. © NASA/Caltech/JPL

Die Vorbereitung für die sogenannte Mars-Sample-Return-Mission laufen bereits seit ein paar Jahren und sollen zwischen 2020 und 2030 stattfinden. Dafür sind mehrere Raketenstarts notwendig. Eine Mission soll ab dem Jahr 2026 einen Roboter auf den Mars bringen, um die Proben aufzusammeln. Dabei handelt es sich um Bodenproben, die der Mars-Rover Perseverance bis dahin bei seinen Bohrungen auf der Mars-Oberfläche gesammelt hat. Dann sollen die abgedichteten Bohrkerne in einer Kapsel verstaut und Richtung Erde zurückgebracht werden. Mit einer dritten Mission soll dann die Raumkapsel im Mars-Orbit eingesammelt und zur Erde gebracht werden. Als Landeplatz ist ein abgesperrtes Gebiet im US-Bundesstaat Utah vorgesehen.

Zwar ist die Gefahr recht gering, dass eventuelle Bakterien auf die Erde gelangen, doch ist noch einiges an Arbeit und Entwicklungen nötig, um die Gefahr für die Erde möglichst ganz auszuschließen. (kfb)

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