Ab nach draußen!

Neue Studie aus Israel: Sonne kann uns vor Corona schützen

Strand
Hilft ein Tag am Strand unserem Körper bei der Bekämpfung des Coronavirus? © Imago Entertainment, photo2000

Ab in die Sonne! Vitamin D soll uns helfen, einer Corona-Ansteckung vorzubeugen

Während viele Menschen im Winter unter einem Vitamin-D-Mangel leiden, müssen wir uns im Sommer weitaus weniger Gedanken über die Versorgung mit dem lebenswichtigen Nährstoff machen. Denn: Die Sonne ist unser wichtigster Vitamin-D-Lieferant. Wer sich bei schönem Wetter viel draußen aufhält, füllt also automatisch seine Vitamin-D-Speicher auf. Laut einer neuen Studie der Bar-Ilan-Universität in Tel-Aviv und der israelischen Krankenkasse Leumit Health Care Services kann uns genau das vor einem schweren Corona-Verlauf und sogar vor einer Infektion bewahren. 

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Israelische Studie: Schwere Verläufe meist bei Menschen mit niedrigem Vitamin-D-Wert

Die Studie, in der 782 Corona-Patienten sowie 7.825 Menschen mit negativem Covid-19-Befund untersucht wurden, zeigte, dass ein niedriges Vitamin-D-Niveau im Blut das Risiko erhöht, sich mit dem Virus anzustecken - und zwar unabhängig vom Alter, Geschlecht, Sozialstatus sowie körperlichen oder psychischen Vorerkrankungen. Auch die Wahrscheinlichkeit, nach einer Ansteckung mit schweren Symptomen ins Krankenhaus eingewiesen zu werden, steige durch einen Mangel an Vitamin D, so die Wissenschaftler. "Wir wissen nicht, welche Mechanismen dahinterstecken", erklärt Dr. Milana Frenkel-Morgenstern, Leiterin der Studie, im Interview mit "The Jerusalem Post". "Wir wissen nur: Die Menschen, die schwere Covid-Verläufe haben und ins Krankenhaus eingeliefert wurden, haben einen bemerkenswert niedrigen Vitamin-D-Wert."

+++ Studie zu Corona-Spätfolgen: Nicht nur Lunge ist betroffen - auch Schlaganfälle sind möglich.+++

Kritiker sehen Aussagekraft von Vitamin-D-Studien skeptisch

Kritiker solcher Vitamin-D-Studien ziehen die Aussagekraft der Ergebnisse infrage: Ein Mangel beeinflusse nicht unbedingt den Verlauf einer Erkrankung oder die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung. Vielmehr würden oft ältere Menschen an schweren Verläufen leiden – und die haben eben auch häufiger Vitamin-D-Mängel als junge Menschen. Der Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht erklärt: "Wenn man einen starken Mangel an Vitamin D hat, dann ist das natürlich nicht gut für unser Abwehrsystem. Das ist aber keine neue Erkenntnis", so Dr. Specht. "Vitamin-D-Mangel haben ältere Menschen meistens sowieso, da sie seltener rauskommen und evtl. bettlägerig sind. Das hat nicht unbedingt etwas mit Corona zu tun." Generell rät Dr. Specht auch von einer übermäßigen Zufuhr von Vitamin D ab, da das Hormon schnell überdosiert werden kann. "Viel hilft viel, ist hier falsch! Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin. Bei einem Überschuss scheidet der Körper das Vitamin nicht aus sondern speichert es im Fettgewebe."

Video-Playlist: Was Sie jetzt über das Coronavirus wissen müssen