Folgen des Klimawandels: Welterbe in Italien, Kroatien und Griechenland bedroht

Klimawandel bedroht Unesco-Welterbestätten am Mittelmeer
Klimawandel bedroht Unesco-Welterbestätten am Mittelmeer Meeresspiegel steigt und steigt 00:41

Viele Touristenattraktionen sind gefährdet

Wenn der Meeresspiegel im Zuge des Klimawandels steigt, könnten Sturmfluten und Küstenerosion in Zukunft Dutzende Unesco-Welterbestätten am Mittelmeer bedrohen. Viele Touristenattraktionen vor allem in Italien, Kroatien und Griechenland seien betroffen, berichtet das Journal "Nature Communications". Viele Kulturdenkmäler müssten daher besser vor den Folgen des Klimawandels geschützt werden.

Lagune von Venedig könnte überflutet werden

Bereits jetzt sind von den 49 untersuchten Welterbestätten in niedrig gelegenen Küstengebieten des Mittelmeers 37 von einer sogenannten Jahrhundertsturmflut bedroht. 42 sind durch eine mögliche Küstenerosion gefährdet. Bis zum Jahr 2100 könnte das Flutrisiko in der gesamten Region um bis zu 50 Prozent steigen und das Erosionsrisiko um bis zu 13 Prozent, wobei einzelne Denkmäler weit stärker betroffen sein könnten. 

Die Gefahr von Überflutungen ist demnach im nördlichen Adriaraum besonders hoch. Die Lagune von Venedig, die Renaissancestadt Ferrara im Po-Delta und die Basilika von Aquileia könnten betroffen sein und in Kroatien die historische Stadt Trogir sowie die Kathedrale des Heiligen Jakob in Sibenik, erklärt die Autorin Lena Reimann von der Universität Kiel. Das bedeutet aber nicht, dass gesamte Stätten untergehen, sondern es kann auch nur einen Teil der Denkmäler treffen.

Erosion ist der Studie zufolge besonders gefährlich für die archäologischen Stätten Tyros im Libanon, Pythagorio und Heraion auf der griechischen Insel Samos und Ephesos in der Türkei sowie in Tarragona in Spanien. Nur zwei untersuchte Unesco-Stätten, Medina in Tunesien und Xanthos-Letoon in der Türkei, sind von keinem der beiden Risiken bis Ende des 21. Jahrhunderts betroffen, schreiben die Forscher.

Bewusstsein für Probleme des Klimawandels schärfen

Die Forscher zeigen verschiedene Möglichkeiten auf, das Problem anzugehen. Es müsste ein allgemeines Bewusstsein für die Gefahr geschaffen werden. Den Menschen müsste klargemacht werden, was ein Verlust der Stätten bedeuten würde. Zum anderen könnte besserer Küstenschutz helfen, was aber sehr teuer ist. Ein Beispiel ist Venedig: Dort entstehen elektronische Barrieren in der Lagune, die bei Hochwasser ausgefahren werden können.