Föhnsturm: Mit 200 km/h über die Alpen

Der Föhn hat am Samstag wie erwartet zugeschlagen. Teils mit Orkan-Geschwindigkeit ist er über die Alpen gefegt. Auf dem gut 3.000 Meter hohen Gornergrat bei Zermatt wurden Windböen mit 181 km/h gemessen. Auf der Zugspitze gab es Windgeschwindigkeiten bis 174 km/h. In Österreich war es der Patscherkofel, der mit 161 km/h die höchste Windgeschwindigkeit registrierte. Abseits des offiziellen Messnetzes hat eine Lawinenstation der ÖBB (Österreichische Bundesbahnen) eine Böe von knapp 200 km/h gemessen. Das deutet darauf hin, dass es lokal durchaus noch höhere Geschwindigkeiten gab.

Föhn bringt bis zu 20 Grad am Bodensee

Föhn fegt über die Alpen
Föhnsturm in den Alpen: Schäden gab's u.a. an der Pradler Volksschule in Innsbruck.

Aber nicht nur auf den Bergen, auch in den klassischen Föhntälern hat der Wind heftig geweht. In Vaduz im Alpenrheintal wurde eine Höchstgeschwindigkeit von 111 km/h gemessen und in Altenrhein knapp südlich des Bodensees gab es sogar volle Orkanstärke mit 122 km/h. Und leider gab es nicht nur umgestürzte Bäume zu vermelden. In Silbertal 80 Kilometer südlich von Lindau am Bodensee wurde ein 17-Jähriger schwer verletzt. Er hatte mit Freunden einen meterhohen Berg aus Holzscheiten aufgebaut. Das ganze sollte zum bevorstehenden «Funkensonntag» wie in der Region traditionell üblich angezündet werden. Durch eine Windböe kam der meterhohe Turm ins Rutschen und der Teenager wurde eingeklemmt.

In der Schweiz mussten wegen der starken Winde mehrere Skigebiete den Liftbetrieb einstellen. Der Fährbetrieb auf dem Bodensee wurde zeitweise eingestellt.

Der Föhn brachte gleichzeitig Frühlingstemperaturen: bis zu 20 Grad am Bodensee.

Erhöhte Lawinengefahr durch Föhnsturm

Der Föhn hat die Lawinengefahr ansteigen lassen.
Die heftigen Winde haben die Lawinengefahr in den Alpen verschärft.

Nach den heftigen Föhnstürmen besteht nun erhöhte Lawinengefahr. "Für den Wintersportler herrscht oberhalb von etwa 2000 Metern eine zum Teil recht heikle Lawinensituation", berichtet der Lawinenwarndienst in Tirol. Dort stürzte ein deutscher Alpinist im Kaisergebirge am Samstag fast 300 Meter ab, nachdem ihn ein Schneebrocken aus einer kleinen Lawine aus dem Gleichgewicht gebracht hatte. Er überlebte mit einer großen Platzwunde am Kopf.

Prekär ist die Lage an einigen Kammlagen sowie an zugewehten Rinnen und Mulden. Neuschnee von teils 50 Zentimetern Höhe wie in den Öztaler Alpen überdeckt solche Einwehungen und macht sie schwer erkennbar. Der Triebschnee ist leicht und schon ein einziger Skifahrer kann einen Abgang auslösen.