Smartwatch-Vergleich

Amazfit-Fitness-Uhren im Test: Was bringen die Teile im Alltag?

Was können die digitalen Helfer?
Was können die Smartwatches von Amazfit? © Torsten Rabe

Helfen Fitness-Uhren dem inneren Schweinehund auf die Sprünge?

Was bringen Fitness-Uhren? Sind die schicken Trainingshelfer fürs Handgelenk nur etwas für Durchtrainierte, die ihre aktuellen Leistungswerte stets zur Hand haben wollen oder taugen sie auch als Motivationshilfe für Sportmuffel? Und was messen die Geräte eigentlich genau? Unsere Redaktion hat Modelle des Herstellers Amazfit unter die Lupe genommen.

Mehr Sport und bessere Gesundheit dank Fitness-Uhr?

Haben Sie auch das Gefühl, seit Beginn der Pandemie viel mehr zu sitzen? Homeoffice, Homeschooling, Ausgangssperre und die geschlossenen Fitnessstudios – man war froh, wenn mal ein Spaziergang drin war. Aber reicht das eigentlich? Wie lange muss man laufen, um die berühmten 10.000 Schritte zu schaffen, die Mediziner als tägliches Pensum empfehlen? Welches Modell eignet sich für wen? Denn Smartwatches sind keine reinen Fitnessuhren, sie können auch Menschen mit wenig sportlichen Ambitionen gute Dienste leisten, weil sie Auskunft über unseren Gesundheitszustand geben. Und uns motivieren, mit dem Sport wieder anzufangen – jetzt, wo es wieder mehr Möglichkeiten gibt.

Amazfit GTS 2 Mini : Klein, aber mit Power

So winzig, wie ihr Name klingt, ist die Amazfit Mini* gar nicht an einem schmalen Handgelenk, aber sie ist schön flach im Aufbau und flächig und schlicht vom Design her. Groß genug, um alle Daten im Blick zu haben, falls man sich für eins der pickepackevollen Display-Designs entscheidet, die man in der zugehörigen Zepp-App kostenlos herunterladen kann. Achtung, der Dauerbetrieb verkürzt die Akkulaufzeit deutlich. Und jeder, der uns aufs Armgelenk schaut, sieht unseren Kalorienverbrauch, unser Stresslevel und wie viele Schritte man den Tag über schon gemacht hat. Das sind ja doch recht persönliche Daten.

Wer’s lieber diskret hat, wählt entweder ein dekoratives Display, das neugierigen Blicken anderer nicht mehr als den Puls preisgibt oder schaltet in den ebenfalls schick anmutenden „Black“-Modus. Dann muss man den Knopf betätigen, um Zugriff zu haben. Jedenfalls schaut man am Anfang gern oft auf die eigenen Fitnessdaten. Und ist gleich motiviert, das Ganze auch mal in Bewegung zu testen.

Sitzt man länger am Stück an einem Artikel, brummt die Uhr und erinnert freundlich ans Aufstehen. Sehr hilfreich! Wer will, kann sich auch Termine und Nachrichten aufs Handgelenk spielen lassen. Wir haben das schnell wieder abgestellt. Antworten kann man von der Uhr aus eh nicht. Die Uhr ist nicht WLAN-fähig, sondern muss über Bluetooth mit einer gratis-App verbunden werden, die man sich aufs Mobiltelefon laden muss. Um etwa Musik vom Smartphone auf der Uhr abzuspielen, muss das Smartphone via Bluetooth zugeschaltet sein.

Beim Sport mit der Amazfit GTS 2 Mini immer an die Stop-Taste denken

happy smiling young woman and man jogging on field path on sunny summer afternoon
Gerade zum Tracken der sportlichen Leistungsdaten z.B. beim Joggen ist eine Fitness-Watch ein guter Begleiter © Getty Images, amriphoto

Schritte, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung trackt die Uhr auch, wenn das Telefon nicht in der Nähe ist – übrigens mit den gleichen Werten wie ein vergleichsweise herangezogenes Pulsoximeter. Ebenso den physiologischen Aktivitätsindex: Ziel ist ein täglicher Wert von mehr als 100, um die Lebenserwartung zu steigern und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen.

Auch die sportlichen Aktivitäten werden abgekoppelt von der App erfasst. Welche Sportart man betreibt, erkennt die Uhr nicht von selbst. Das muss manuell ausgewählt – und vor allem auch beendet werden. Stillstand erkennt die Uhr hier nicht, das wirkt sich dann auf die Bestzeit aus, wenn es einem wichtig ist. Merke: Immer schön am Ende den Stop-Knopf drücken! In unserem Test hat die Schrittzählung mit minimaler Verzögerung prima funktioniert, ebenso Standardsportarten wie Radfahren mit Distanzmessung und Schwimmen mit gemessener Strecke und Zügen pro Minute. Alle getesteten Uhren können beim Duschen am Handgelenk bleiben, denn sie sind wasserfest.

Die Uhr trackt auch den Schlaf

Wer die Uhr auch nachts trägt, bekommt eine Schlafauswertung – im Detail allerdings nur in der App. Learning: Auf die Tiefschlaf- und REM-Phasen kommt’s an, da geben gut durchgeschlafene sechs Stunden manchmal mehr Punkte als neun Stunden leichter Schlaf. Sogar Atemaussetzer will die Uhr künftig tracken – die Funktion ist noch im Beta-Test. Der „Pomodoro“-Tracker hilft, Konzentrationsphasen von 25-Minuten einzuhalten – gut gegen Homeoffice-Prokrastination.

Amazfit GTS 2e und Amazfit GTR 2e : Größer und sportlicher

Amazfit-Gruppe-1-Rabe.jpg
Die von uns getesteten Fitness-Uhren von Amazfit im Überblick © Torsten Rabe

Wer noch etwas mehr will, für den lohnt sich ein Blick auf die großen “Brüder” der GTS 2 Mini. Die Amazfit GTS 2e* und die Amazfit GTR 2e* (R steht für rund) bieten noch etwas mehr. So kann man bei beiden Modellen zwischen 90 verschiedenen Sportarten wechseln, darunter neben Laufen, Fahrradfahren und einer Vielzahl von Ballsportarten auch kuriose Sachen wie Hula-Hoop, Bogenschießen oder Drachen steigen lassen. Was es da genau für Unterschiede beim Tracking der Fitnessdaten gibt, bleibt dabei leider etwas unklar. Auch zum Tauchen sind beide Uhren geeignet – mit bis zu 50 Meter Tiefe.

Im Gegensatz zu GTS 2 Mini können die größeren Modelle auch automatisch erkennen, wenn man gerade Sport treibt, allerdings nur bei den Standardsportarten Laufen, Radfahren, Gehen, Schwimmen und Crosstrainer. Leider muss die Uhr dafür mithilfe der Zepp-App auf dem Smartphone etwas kompliziert “anlernen”. Wenn man es aber hinbekommt, die Fitness-Uhr richtig einzustellen, ist es nicht mehr unbedingt notwendig, am Ende seiner Sport-Session auf die Stopp-Taste drücken. Denn allzu oft vergisst man leider, der Uhr mitzuteilen, dass man sein Training beendet hat und schon sind die Fitnessdaten nicht mehr viel wert. Dagegen ist die automatische Trainingserkennung Gold wert. Und auch kleine Sporteinheiten wie das Fahrradfahren zum Arbeitsplatz oder ein ausgiebiger Spaziergang am Abend können so richtig getrackt werden, was motivierend ist.

Auch die Körpertemperatur können die Uhren messen. Ansonsten punkten beide Uhren mit hoher Akkuleistung. Gerade das Akku der GTR 2e hat bei unseren Tests locker über 14 Tage gehalten, bis man die Uhr wieder aufladen muss. Bei der Basisnutzung ohne Dauertracking der Gesundheitsdaten und ohne den Always-On-Modus der Uhr sollen laut Hersteller sogar bis zu 45 Tage drin sein.

Leider sind beide Uhren nicht WLAN-fähig. Auch auf einen eigenen Speicher für Medien und Musik muss man verzichten. Auch telefonieren kann man mit e-Modellen (das e steht für Essential) nicht. Für diese Funktionen bietet Amazfit weitere, etwas teuere Modelle an (Amazfit GTS 2* und Amazfit GTR 2*). Für Fitness- und Sportfreaks bieten die e-Modelle jedoch sehr viel. Mittlerweile ist seit dem letzten großen Update auch Alexa als Sprachassistent nutzbar, was die Amazfit-Uhren noch smarter macht. (mzi/gbr/twe)

*Wir arbeiten in diesem Beitrag mit Affiliate-Links. Wenn Sie über diese Links ein Produkt kaufen, erhalten wir vom Anbieter eine Provision. Für Sie entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo und wann Sie ein Produkt kaufen, bleibt natürlich Ihnen überlassen.