Warum die Feuerwehr fast machtlos ist

Feuersturm, Feuerwolke, Feuergewitter: Das zerstörerische Eigenleben der Australien-Brände

In Australien steht ein Zusammenschluss zweier Brände kurz bevor: An der Grenze von New South Wales und Victoria bewegen sich zwei Feuer aufeinander zu, so dass ein noch nicht da gewesenes Riesenfeuer entstehen könnte. Die Effekte und Auswirkungen eines solchen Mega-Feuers sind völlig unberechenbar. Wohl nur die Feuerstürme im Zweiten Weltkrieg durch kombinierten Abwurf von Sprengbomben und Brandbomben sind von der Intensität her vergleichbar.  

Feuersturm: Selbstverstärkend und unkontrollierbar

Big Bear firefighter Jon Curtis keeps a close eye on a 'slop over' fire that jumped Hwy 120 just east of Hardin Flat Road while fighting the Rim Fire, which continues to burn uncontrolled in the Stanislaus National Forest Saturday Aug. 24, 2013. (AP
Naturgewalt gegen Mensch: Das Verhältnis ist deutlich © picture alliance, Elias Funez

Wenn sich einzelne Feuer zu großen Flächenbränden vereinen, ist die Hitzeentwicklung unvorstellbar groß. Die heiße Luft steigt über den Flammen auf, am Boden entsteht Unterdruck, der neue Frischluft anzieht. Diese facht das Feuer immer wieder an, es kann sich blitzschnell ausbreiten. Der Feuersturm ist da.

Dieser Kamineffekt führte auch im Zweiten Weltkrieg in Dresden zum alles vernichtenden Feuersturm. Die durch Sprengbomben zerstörten Dächer und Fenster der Gebäude boten den anschließend abgeworfenen Brandbomben beste Bedingungen: Viel leicht brennbares Holz war freigelegt und zusätzliche Luft erreichte die Brandstätten. Die Feuer breiteten sich rasend schnell in der Stadt aus.

Feuerwolke: Pilzartige Wolke mit Asche und Ruß

Feuerwolke
Flug durch eine Feuerwolke © Oregon Air National Guard F-15C by James Haseltine

Eine Feuerwolke, Pyrocumulus im Fachchinesisch, bezeichnet einen Wolkentyp, der infolge von Feuerstürmen auftritt und sie auch weiter entfachen kann. Durch ein Feuer entsteht extreme Hitze, die mit Rauch, Ruß und Asche binnen kürzester Zeit nach oben steigt. Dort kühlt sie ab und es entsteht eine riesige Wolke, in denen sich auch Gewitter zusammenbrauen. Am Boden lösen sie starke Wind-, Sturm- oder Orkanböen aus und können das Feuer so schnell verbreiten.

Feuergewitter: Blitze lösen neue Brände aus

Die riesigen Brände erzeugen so auch die sogenannten Feuergewitter selbst. Wenn die Feuerwolken bis in die Stratosphäre aufsteigen, entwickeln sich starke Ladungsunterschiede innerhalb der Wolke auf der einen und zwischen ihr und der Erdoberfläche auf der anderen Seite. Überschreitet die Spannung einen Schwellenwert, kommt es zu einer abrupten Entladung – der Blitz. Jeder Niederschlag verdampft auf dem Weg zum Boden. Die Blitze haben am Boden leichtes Spiel, neue Brandherde zu bilden. Ein Inferno entsteht, gegen das die Feuerwehr so gut wie machtlos ist.