Vom Amazonas bis nach Afrika

Karte der Nasa zeigt, wo die Welt unbemerkt brennt

Von Australien über den Amazonas bis nach Afrika: Die Erde brennt

Die Brandkatastrophe von Australien ist alarmierend - und die sie heizt die Diskussion um den Klimawandel weiter an. Schließlich hat Australien 2019 schon das Pariser 1,5-Grad-Ziel verfehlt. Nie war Australien so aufgeheizt wie 2019, nie gab es so viele Feuer. Seit Beginn der großen Buschfeuer im Oktober verbrannten mehr als zehn Millionen Hektar Land, das entspricht ungefähr der Größe von Bayern und Baden-Württemberg zusammen. Aber es brennt nicht nur in Australien.

Extrem heißer Sommer setzt vielen Regionen zu

nasa feuer fire map
Die Feuer der vergangenen 24 Stunden.

Die "Nasa-Fire-Map", also die Feuerkarte der NASA zeigt ein dramatisches Bild. Es brennt an allen Ecken und Enden. Afrika, Südamerika, Asien und eben Australien. Blickt man vom All aus auf die Welt, scheint es, als würden Teile von Afrika komplett brennen: Jeder rote Punkt steht für ein Feuer innerhalb der letzten 24 Stunden – die Erdoberfläche in Teilen von Zentralfrika ist kaum noch zu erkennen.

Riesige Demos landesweit

Protesters hold placards during a climate change rally in Sydney, Australia, January 10, 2020. AAP Image/Paul Braven/via REUTERS  ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. NO RESALES. NO ARCHIVE. AUSTRALIA OUT. NEW ZEALAND OUT.
Demo in Sydney für mehr Klimaschutz und gegen die Regierung Morrison. © REUTERS, STRINGER, AH

Im Vergleich zu den Regenwäldern in Brasilien brennt in Afrika allerdings größtenteils trockenes Gestrüpp. Wie dieNasaberichtet, kann das auch positive Auswirkungen auf das Ökosystem der Savanne haben: Langsam verrottende Gräser werden schneller beseitig. Es entsteht eine neue nährstoffreiche Schicht, die jungen Pflanzen hilft zu wachsen. Klimaschädlich und lebensbedrohlich sind die Flammen natürlich trotzdem.

In Australien starb dabei eine halbe Milliarde Tiere - der Druck auf ohnehin schon vom Aussterben bedrohte Tierarten wird also noch größer. In Australien brennt es diesmal also anders als sonst. Das bringt auch die Bevölkerung in dem Kohleland auf die Straßen. Australiens Premier Scott Morrison ist ein Freund der Kohle, aber Kohle facht den Klimawandel an. Überall in Australien sind Demonstrationen angekündigt, in Sydney gingen Tausende für mehr Klimaschutz auf die Straße. Sie fordern den Rücktritt des unglücklich agierenden Morrison und eine Abkehr von der Kohle. 

Erderwärmung hat drastische Folgen – auch in der Arktis

Neben Brasilien und Afrika leidet auch Indonesien unter verheerenden Waldbränden: Nach Angaben des indonesischen Umweltministeriums waren in den ersten fünf Monaten dieses Jahres landesweit bereits 42.740 Hektar Regenwald von Bränden betroffen - noch bevor die Trockenzeit überhaupt begonnen hatte. Das entspricht jetzt schon fast der doppelten Fläche des Vorjahres. Mit insgesamt 95 Millionen Hektar tropischer Waldfläche gehört Indonesien zu den bedeutendsten Ländern für Regenwaldschutz.

So viele Brände wurden innerhalb der vergangenen sieben Tage in Indonesien registriert.
Die Karte der Nasa zeigt: So viele Brände wurden innerhalb der vergangenen sieben Tage in Indonesien registriert. © Firms/Nasa

Forschern zufolge hat die Erderwärmung auch im hohen Norden immer drastischere Folgen: Die Zahl der Brände in der Arktis ist so groß wie nie. In Alaska, Kanada und Sibirien gebe es Dutzende Brandherde, teilte der von der EU finanzierte „Copernicus Atmosphere Monitoring Service“ mit.