Experte gibt Tipps

Fehler in der Nebenkostenabrechnung - worauf Mieter achten sollten

Thermostatkopf an einem Heizkoerper mit Geld
Wegen der steigenden Inflation werden auch unsere Nebenkosten höher. © imago images/Rene Traut, Rene Traut via www.imago-images.de, www.imago-images.de

von Ron Perduss

Das vergangene Jahr war durchaus in vielen Bereichen ein sehr teures für uns. Die Inflationsrate war auf Rekordniveau. Ein Preistreiber die gestiegenen Energiekosten. Diese finden sich nun auch in den Nebenkostenabrechnungen für 2021.

Mieter werden Kosten nachzahlen müssen

Bei den pünktlichen Vermietern hieß es in den vergangenen Wochen: Belege sortieren, Kontoauszüge checken und die Betriebskosten auf die Mieter umlegen. Das Ergebnis haben viele von uns dieser Tage im Briefkasten. Und es wird leider das ein oder andere böse Erwachen geben.

Gerade wer letztes Jahr viel im Homeoffice arbeiten musste, wird beim ein oder anderen Posten mehr zahlen müssen als in den Jahren zuvor. Experten gehen aktuell davon aus, dass allein der Wassermehrverbrauch mit 100-200 Euro pro Familie zu buchen schlagen wird. Dazu kommt dann die länger gelaufene Heizung. Alles in allem werden die meisten Mieter für 2020 Nebenkosten eher nachzahlen müssen.

Lese-Tipp: Nebenkosten: So prüfen Sie Ihre Abrechnung

Augen auf! Abrechnungen können auch fehlerhaft sein

Unser Tipp: Schauen Sie trotzdem ganz genau hin! Denn laut Mieterverbänden sind jedes Jahr ca. 50% der Nebenkostenabrechnungen fehlerhaft. Ob nun böse Absicht oder Versehen – Sie sollten jeden Posten ganz genau prüfen.

Zuerst nehmen Sie sich dafür die Nebenkostenabrechnung des Vorjahres zur Hand und prüfen, wie sich einzelne Positionen verändert haben. Signifikante Veränderungen sollten Sie mit dem Vermieter klären. Außerdem sollten Sie immer darauf achten, dass Ihr Vermieter nur die Kosten in Rechnung stellt, die er auch tatsächlich abrechnen darf.

Darauf sollten Sie achten

Sollten hier also Posten abgerechnet werden, die die Betriebskostenverordnung nicht vorsieht, so sollten Sie Widerspruch innerhalb eines Jahres nach Zustellung einlegen. Achten Sie auch auf den richtigen Verteilerschlüssel und darauf, dass beispielsweise Leerstand im Haus vom Vermieter zu tragen ist.

Die Betriebskostenabrechnung muss Ihnen spätestens mit Ablauf des Folgejahres zukommen. Bedeutet: Die Abrechnung für 2021 muss spätestens am 31.12.2022 in Ihrem Briefkasten liegen. Bei verspäteter Zustellung müssen Sie auch etwaige Nachzahlungen nicht mehr leisten! Wenn Sie in diesen Tagen die Abrechnung aus 2020 erhalten, ist Ihr Vermieter hier zu spät.

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