Dieser Februar ist eher wie ein April

Februar mit Regen ohne Ende: Gleicht das die Trockenheit der letzten Monate aus?

Regensoll für Februar schon in der ersten Hälfte übererfüllt

Der Februar ist bisher nun wirklich nicht als Wintermonat in Erscheinung getreten. Wir haben eher ein seltsames Jo-Jo-Wetter - fast wie im April - mit hohen Temperaturen, Schnee- und Graupelschauern, Temperaturstürzen, dazu Sturm und vor allem: Regen! Schon am 11. Februar gibt es kaum einen Ort in Deutschland, der nicht schon das Niederschlagssoll für den Monat erreicht hat. ABER: Reicht das, um die monatelange Dürre auszugleichen? 

Das Regendefizit reicht tief - neun der zehn letzten Monate zu trocken

 Hochwasser in Frankfurt am Main: Der Dauerregen der vergangenen Tage führt zur Überflutung des Mainufers, Hessen, Deutschland *** Flood in Frankfurt am Main of the continuous rain in the past few days leads to the flooding of the main bank Hessen Ge
Vor einigen Tagen waren große Flüsse wie Rhein und Main (hier Frankfurt) über die Ufer getreten. Der Regen reicht aber immer noch nicht. © imago images/Ralph Peters, Ralph Peters via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Auch wenn der Februar jetzt schon zu nass ist und wir bereits eine Hochwasserlage in Süd- und Westdeutschland erlebt haben, reicht der gefallene Regen noch nicht aus, um das Niederschlagsdefizit der vergangenen Monate auszugleichen.

Denn von den letzten zehn Monaten waren neun zu trocken. Im Januar fielen nur 67 Prozent des üblichen Niederschlags, auch der Dezember war zu trocken. Daher hat es in diesem Winter in der Summe viel zu wenig Regen oder Schnee gegeben. 

Welches Wetter uns in den kommenden Tagen erwartet, erfahren Sie hier in unserem 7-Tage-Trend (Achtung: der Sturm kehrt zurück)

Von den Temperaturen und den Wetterwechseln her befinden wir uns im April

 Schneebedeckter Wald in Thueringen. 12.02.2020. Thueringen Deutschland *** Snow-covered forest in Thuringia 12 02 2020 Thuringia Germany PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xFelixxZahn/photothek.netx
Immer wieder fällt auch Schnee, wie hier in Thüringen. meist bleibt er wegen des Jo-Jo-Wetters aber nicht lange liegen. © imago images/photothek, Felix Zahn/photothek.net via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Von den Temperaturen her ist der Februar ganz klar ein April. Wir liegen momentan mehr als 4 Grad über dem langjährigen Schnitt und erreichen daher ungefähr April-Niveau. Auch das Schauerwetter, der Wind und der Graupel mit vereinzelten Hagelschauern und ab und an Schnee erinnern eher an einen unterkühlten April als an einen Wintermonat Februar. 

Blicken wir auf die Trockenheit im Boden, dann sehen wir, dass vor allem in den größeren Bodentiefen noch schlimme Trockenheit herrscht. Die oberen Schichten hingegen sind gut gesättigt, das ist zumindest gut für unsere Pflanzen. Man spricht daher auch bei den Tiefen bis 25 Zentimeter von "pflanzenverfügbarem Wasser". Da sieht es gut aus.

Ein Blick auf die Niederschlagskarten der kommenden Tage

Wie sieht es in unseren Talsperren aus?

ARCHIV - 25.10.2018, Niedersachsen, Altenau: Das Touristenschiff
Der Stand unserer Talsperren hat sich erholt, ist aber nicht überall im grünen Bereich. © dpa, Swen Pförtner, spf jol

Dank des Februarregens hat sich die Situation in unseren Talsperren etwas entspannt. Richtig voll sind sie aber nicht. Die Bleilochtalsperre in Thüringen, Deutschlands größte, ist aber immerhin zu 80 Prozent gefüllt. Die Rurtalsperre, der größte Wasserspeicher in Nordrhein-Westfalen, ist nur zu zwei Dritteln gefüllt. Und der Edersee in Hessen, für die Schifffahrt der Weser von großer Bedeutung, hat wieder gut 80 Prozent seiner maximalen Füllung. Das ist schon mal gut.

Nicht so prima sieht es im Osten aus. Da haben wir nach wie vor ein großes Regendefizit. Denn der Speicher Borna, Sachsens größte Talsperre, hat nur einen Füllstand von 50 Prozent! Viel zu wenig.   

Fazit: Es darf also ruhig noch ein bisschen weiterregnen, auch wenn uns die vergangenen Wochen total verregnet vorkamen.