Zwischen +20 und -20 ist alles drin

Februar 2020: Rettet er die Winter-Bilanz?

Cars covered by snow and snow plows try to combat the heavy onset of winter and snowfall in the morning in Marktoberdorf, Bavaria, Allgäu, Germany, January 06, 2019. Photographer: Peter Schatz
Schneeberge im Februar: kann sein, muss aber nicht. © imago/Action Pictures, Peter Schatz, imago stock&people

Mehr als die erste Hälfte des Winters ist rum. Viel Zeit bleibt ihm nicht mehr, seine magere Schnee- und Kälte-Bilanz zu verbessern. Bis Ende Januar bleibt es bei eher milden Temperaturen verbunden auch noch mit Sturm und Regen. Das ist alles andere als winterlich. Die Hoffnung von Winterliebhabern ruht auf dem Februar. Gibt es denn Anzeichen, dass es Chancen auf Schnee und Kälte gibt?

Schnee-Februar ist unwahrscheinlich

NOAA Feb
Der Trend ist klar: Es wird warm und wärmer.

Die NOAA, die US-amerikanische Wetter-Behörde, macht wenig Hoffnung auf einen Schnee-Februar. Ganz Deutschland dunkelrot, d.h. 2 bis 3 Grad zu warm. Noch schlimmer trifft es in dieser Prognose allerdings Skandinavien, Osteuropa und Russland. Negative Abweichungen zu Normaltemperaturen gibt es in ganz Europa nicht. Der Februar scheint in die Fußstapfen des Januars zu treten - und die sind nicht aus Schnee. 

Umschwung der Wetterlage nützt auch nichts

Mit dem Sturm zu Beginn der Woche tut sich wenisgtens was in der Atmosphäre über Deutschland. Teils gewittrige Regen-, Schneeregen- und Graupelschauer und eine Schneefallgrenze, die teils bis in tiefe Lagen sinkt, sind voraussichtlich auch nur ein kurzes Ablenkungsmanöver. Mitte der Woche ist es dann zwar im höheren Bergland winterlich, am Donnerstag wird es aber schon wieder deutlich milder. Zugegeben, der Februar hat an Temperaturen so einiges drauf.

Wärmerekord 22,3 Grad - Kältrekord -36,3 Grad

Die Rekordwerte in Deutschland variieren enorm im Februar. Ganz im Norden schaffen es die Temperaturen wegen der kalten See selten über 10 Grad. Auf Helgoland und Sylt liegen die Rekordwerte für die zweite Dekade des Februars (also die Tage vom 11. bis 20. Februar) nur bei 10,1 bzw. 10,2 Grad. 

Ganz anders sieht das am Rhein aus: Da ist Karlsruhe der Spitzenreiter. Am 20. Februar 1990 wurden dort 20,6 Grad gemessen. Das Alltime-High für Deutschland im Februar steht bei 22,3 Grad, gemessen in Kempten im Allgäu, allerdings am 29. Februar 1960 und damit in der dritten Februar-Dekade (21.bis 29. Februar). Zum Vergleich: Kempten kann auch richtig kalt: -23,8 Grad wurden dort am 21. Februar 1956 gemessen. Den Kälterekord hält Waldsassen in der Oberpfalz mit -36,3 Grad im Jahr 1956.. Dort war es sogar kälter als auf der Zugspitze mit -35,6 Grad.

Im Osten sind die Höchstwerte viel niedriger

Schneegköckchen und andere Frühlingsblumen blühen Ende Februar in der Nähe von Linlar ( Bergisches Land / NRW )
Schneeglöckchen statt Schnee im Februar - auch schön! © picture alliance / R. Goldmann, Ralph Goldmann

In Aachen wären dafür 19,8 Grad zu knacken, in Essen 18. Selbst auf der Wasserkuppe, mit 950 Metern Höhe immerhin Hessens höchster Berg, wurden im Februar schon 13,4 Grad gemessen. 

Je weiter wir nach Osten schauen, umso niederiger sind die Rekordwerte. Für Görlitz beispielsweise, Deutschlands östlichste Stadt, stehen als Februar-Rekordwert (2. Dekade) nur 14,6 Grad aus dem Februar 2017 zu Buche. Somit haben wir zwischen Aachen und Görlitz mehr als 5 Grad Differenz.

Auch nicht mehr das, was er mal war: der Spätwinter

Das Wetter imj Februar
Die Spätwinter-Delle Mitte Februar gibt's heute nicht mehr. © DWD

Früher konnte man sich fast darauf verlassen, dass es im Februar nochmal so richtig kalt wurde. Etwa Mitte Februar schlug der Spätwinter zu. In den langjährigen Temperaturreihen zeigt er sich als ausgeprägte "Delle" in der ab Mitte Januar ansonsten nahezu stetig steigenden Kurve der Mitteltemperaturen. 

Der Februar kann auch ganz schön stürmisch sein

Jecken, Närrinnen und Narralesen werden sich erinnern: Am 26. Februar 1990 wirbelte Sturmtief Vivian die Rosenmontagszüge durcheinander, manche fielen aus, andere wurden unter hohen Vorsichtsmaßnahmen durchgezogen. Auch in den Jahren 2016 und 2017 kamen die Faschings- und Karnevalsorganisationen ins Schwitzen - nicht weil es so warm war, sondern weil sie entscheiden mussten, ob die Züge stattfinden konnten.

Frag nicht nach Sonnenschein

Pferde spiegeln sich am Freitag (18.02.2011) bei neblig-trüben Wetter in einer Wasseransammlung auf einer Wiese im südpfälzischen Haßloch. Graues und trübes Wetter mit vereinzelt leichten Regen gibt es laut Vorhersage. Foto: Ronald Wittek dpa/lrs  ++
Grau, grau, grau sind alle meine Farben... © dpa, Ronald Wittek

Eigentlich hat ja der November das Image vom grauen, trüben, deprimierenden Monat überhaupt. Aber der Februar kann auch ganz schön aufs Gemüt schlagen. Im Jahr 2013 gab es im Vergleich zum langjährigen Mittel 1961-1990 nur 47 Prozent des Sonnenscheins.  

Fazit: Schnee und Kälte sind unwahrscheinlich

Also, nach diesem milden, schneearmen bis schneelosen Winter ist mit einem Kälterückfall nicht zu rechnen. Die ein oder andere Flocke wird sich zumindest ab einer Höhe von Mittelgebirgsniveau sicher noch verirren, im Flachland dürfte es grau bis grün bleiben. Hoch gelegene Skigebiete dürften aber "safe" sein - Kunstschnee macht's möglich.