Wussten Sie das schon?

Fakten über Pilze: Das größte Lebewesen der Welt ist ein Pilz

Derzeit stehen die Wälder voller Pilze. Dank des nassen und warmen Oktobers schossen die Dinger geradezu sprichwörtlich aus dem Boden. In vielen Wäldern gibt es einen echten Run auf die Pilze - mit allen auch negativen - Konsequenzen. Pilze sind also momentan im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde. Zeit, sich diese eigenartige Spezies einmal genauer anzuschauen. Es gibt einige unglaubliche Fakten über Pilze. 

Der Hallimasch frisst einen ganzen Wald

hallimasch
Ein Hallimasch muss nicht mehrere Quadratkilometer groß sein.

Zum Beispiel ist das größte Lebewesen der Welt ein Pilz. 1992 wurde dieser Riesen-Hallimasch entdeckt. Pilzforscher untersuchten einen Wald in Michigan, in dem die Kiefern starben. Sie kamen diesem Pilz auf die Spur, der mit seinen Pilzfäden in die jungen Bäumen eindringt und deren Nährstoffe wegfrisst. Das Ungetüm erstreckt sich doch tatsächlich über eine Fläche von 150.000 Quadratmetern. Angeblich ist der Hallimasch 1.500 Jahre alt. Auch in deutschen Wäldern kommt der Hallimasch vor - allerdings bei weitem nicht mit solchen Ausmaßen. Er gilt als beliebter Speisepilz. 

Über das Wort Hallimasch gibt es lustige Anekdoten. Die einen sagen, es kommt von "Heil im Arsch", weil man dem Pilz Linderung bei Hämorrhoiden nachsagt. Die anderen sagen, es kommt von "Höll' im Arsch". Denn ungekocht ist der Pilz giftig und wirkt abführend. 

Fleischfressende Pilze holen sich Würmer

Fleischfressende Pflanzen kennen wir alle, aber es gibt tatsächlich auch fleischfressende oder carnivore Pilze. Die arbeiten mit Schlingfallen oder mit Klebefallen. Durch Berührungsreize schließt sich die Schlinge und dann wird es unappetitlich: Der Pilz wächst in das Tier hinein und verdaut es. Es wurden bislang über 120 carnivore Arten beschrieben.

Manche Pilzen nutzen auch Betäubungstechniken. Ein Wurm wird dann mit Giften gelähmt, besiedelt und mit bestimmten Enzymen verdaut.

Vergiftungen kommen oft von schlechten Speisepilzen

ARCHIV - Grüne Knollenblätterpilze stehen am 28.09.2001 im Rostocker Botanischen Garten. Die Zahl der Pilzvergiftungen ist in diesem Sommer extrem gestiegen. Die größte Gefahr geht laut Giftinformationszentrum Nord in Göttingen (Niedersachsen) vom Gr
Ein giftiger Grüner Knollenblätterpilz © dpa, Bernd Wüstneck, erü jol hoh uk wie

Pilze sind weder Tier noch Pflanze - sie sind eher mit Tieren verwandt als mit Pflanzen. Pilze können nämlich keine Photosynthese betreiben. Pflanzen beziehen ihre Energie aus Sonnenlicht - Pilze nicht. Sie benötigen für ihr Überleben organische Nahrung. Damit sind sie eher Tier als Pflanze.

Und sonst: 

Wenn sich Menschen Pilzvergiftungen zuziehen, stammen die oft gar nicht von Giftpilzen, sondern von nicht mehr genießbaren Speisepilzen. Denn das Eiweiß von Pilzen ist fragil. Auch wenn die Pilze noch aufrecht stehen, beginnen sie schon mit der Verwesung. Dabei entstehen Giftstoffe. Daher nur frische Pilze essen. 

Warum suchen eigentlich Schweine Trüffel? Weil die ihnen so gut schmecken? Das ist nur die halbe Wahrheit. Denn der Geruch von Trüffeln ähnelt stark dem Sexualduftstoff der männlichen Schweine. Deshalb werden bei der Trüffelsuche gerne weibliche Schweine eingesetzt, die bereits geschlechtsreif sind.