Extremwinter: Immer mehr Kältetote

Polen

In den osteuropäischen Staaten fordert die extreme Kälte immer mehr Todesopfer. Allein in Polen kamen innerhalb von einer Woche 19 Menschen ums Leben. Die Menschen erfroren bei Temperaturen von bis zu -25 Grad. Weitere 24 Menschen starben durch Kohlenmonoxid-Vergiftungen, weil die Abgase ihrer Kohleöfen nicht ausreichend abgeführt wurden. Abgase, Kälte und der fehlende Wind hat außerdem für Smog-Alarm in einigen Städten gesorgt.

Tschechien

Winter in Osteuropa
Kälte in Polen: Eis bedeckt ein Geländer an der Pier in Kolobrzeg. © dpa, Marcin Bielecki, gj pil

Auch in Tschechien ist die Zahl der Kältetoten weiter gestiegen. Seit Beginn der Frostwelle kamen mindestens sieben Menschen ums Leben. Allein in Prag erfroren seit Freitag vier Obdachlose. Die Prager Notunterkünfte sind zu 90 Prozent belegt. Sozialarbeiter verteilen auf der Straße warme Kleidung und Lebensmittel an Hilfsbedürftige. Tote gab es unter anderem auch in Brünn (Brno) und Karvina.  Ebenso wie in Polen, herrscht auch in einigen Regionen Tschechiens Wintersmog. Einzelne Industriebetriebe wurden gezwungen, ihre Produktion zu drosseln.

Slowakei

Smog-Alarm in vielen osteuropäischen Staaten
Zunehmender Wintersmog macht den Menschen zu schaffen. © imago/China Foto Press, imago stock&people

Bei den niedrigsten seit mehr als 30 Jahren gemessenen Temperaturen sind in der Slowakei vier Menschen erfroren. In den Städten Nitra und Bratislava wurden zwei vermutlich obdachlose Männer erfroren aufgefunden. Im Dorf Latky im mittelslowakischen Bezirk Detva war ein Rentner erfroren vor seiner eigenen Haustür entdeckt worden. Im Dorf Babin im nordslowakischen Bezirk Namestovo starb eine 54-jährige Frau auf dem nächtlichen Heimweg von ihrer Arbeit. Im nordslowakischen Dorf Oravska Lesna wurde am Sonntag mit minus 35,2 Grad Celsius die niedrigste in der Slowakei seit 1985 gemessene Temperatur erreicht.

Ukraine und Weißrussland

In der Westukraine sind bei eisigen Temperaturen innerhalb eines Tages mindestens vier Menschen erfroren. Seit Jahresbeginn starben damit nach Medienberichten landesweit mindestens acht Menschen bei Temperaturen bis zu minus 20 Grad. In Weißrussland kamen fünf Menschen in der Nähe von Minsk bei minus 25 Grad ums Leben.

Russland

Wegen der extremen Kälte sollte in weiten Teilen Russlands der Unterricht in einigen Schulen am Montag und Dienstag ausfallen. Nördlich von Perm am Ural wird es wohl auch in den kommenden Tagen bis zu minus 45 Grad kalt werden.

Rumänien

Enorme Schneemassen haben den Landkreis Constanta in Rumänien lahmgelegt. Hunderte von Autofahrern saßen in Schneewehen fest, Militärfahrzeuge mussten die Wagen aus den Schneemassen ziehen. Die Mischung aus Dunkelheit, Frost und Schneesturm machte die Fortbewegung sehr gefährlich.

Kroatien

So kennen die Touristen-Hochburg Dubrovnik wohl nur wenige: eingeschneit. Das sonst so milde Mittelmeer-Klima von Dubrovnik musste sich jetzt auch dem Winter geschlagen geben. Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und Schnee sind eher selten. Der Schnee veursachte auch einige Probleme im Straßenverkehr - Dubrovnik hat nur zwei Räumfahrzeuge.