Extremwetter in den USA - Schnee löscht Waldbrände

Einmal Winter und zurück: Temperatursturz von mehr als 30 Grad in 24 Stunden

Nichts für schwache Nerven und Wetterfühlige

Wer bei einem Wetterwechsel leidet, der dürfte wohl froh sein, in diesen Tagen nicht im US-Bundesstaat Colorado zu leben. Denn in der Region rund um die Stadt Denver, in der rund 620.000 Menschen leben, erlebte einen Temperatursturz, den man sich hierzulande gar nicht vorstellen kann. Am Wochenende wurde hier noch fleißig geschwitzt und jetzt ist Väterchen Frost mit einer rekordverdächtigen Kälteschelle und Schneefall da, bevor der Hochsommer erneut zurückkehrt. Das Jahreszeiten-Roulette ist eröffnet und sorgte jetzt erst einmal für große Freude in der Region. Oben im Video: Der Wintereinbruch löscht die Waldbrände – endlich aufatmen.

Aus dem Schwitzkasten in den Kühlschrank innerhalb von einem Tag

Es gab schon heftigere Temperaturstürze. Beispielsweise im Januar 1916 als es in Browning (Montana, USA) von knapp 7 Grad plus auf fast minus 50 Grad runter ging. Doch das war quasi als Abkühlung in der Nacht. Und irgendwie ist ja beides Winter. Das sieht im aktuellen Fall ganz anders aus. Bis jetzt erlebten die Menschen in Denver noch Spitzentemperaturen von über 35 Grad. Damit sind die Temperaturen angesichts der Jahreszeit am oberen Limit. Zum Dienstag rauschten die Temperaturen dann abwärts. Von hochsommerlichen 36 Grad ging es runter in Richtung Gefrierpunkt mit Schneefall. 

A warning sign lists the fire danger as extreme near a Colorado National Guard staffed roadblock leading to the Cameron Peak wildfire as snow falls a day after the region sweltered through temperatures in the 90s Fahrenheit (32 degrees Celsius) outsi
Der krasse Wetterwechsel hat definitiv Vorteile: Die höchste Waldbrandgefahr in Colorado vorerst gebannt. Der Schnee löscht die Brände und reinigt die Luft. © REUTERS, JIM URQUHART, CP/JU

Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Vom Hochsommer in den Frühwinter

Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten macht das Unmögliche möglich. Zumindest beim Wetter bieten die USA eine deutlich größere Bandbreite als bei uns in Deutschland. Kaltluft kann zum Beispiel relativ ungehindert – also ohne wärmenden Effekt von großen Wassermassen – aus dem hohen Norden übers Land hinweg südwärts strömen. Passiert das Gleiche bei uns, dann erwärmt sich die Kaltluft aus polaren Breiten schon über dem Atlantik. Insofern kennen wir diese brachiale Gewalt eines Kaltlufteinbruchs nicht. Aber: Ein derartiger Kaltlufteinbruch kommt in den USA auch nicht alle Tage vor. In den Regionen rund um Denver dürfte das sogar ein historischer Absturz sein.

Wem ein Wetterwechsel schon mal aufs Gemüt schlägt, der hat in Teilen der USA am Dienstag nichts zu Lachen. Einen Temperatursturz von über 30 Grad binnen 24 Stunden ist eine Hausmarke.
Wem ein Wetterwechsel schon mal aufs Gemüt schlägt, der hat in Teilen der USA derzeit nichts zu Lachen. Ein Temperatursturz von über 30 Grad binnen 24 Stunden ist eine Hausmarke. Zumal am Wochenende schon wieder Sommer sein wird. © imago images / Panthermedia, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Ein Hoch über Kanada schickt den Wintergruß

Auslöser für den Temperatursturz ist ein Hoch über Kanada. An seiner Ostflanke strömte die kalte Luft aus dem hohen Norden südwärts und verdrängte die hochsommerliche Hitze. Erst fiel hierbei aus kompakten Wolken Regen, der anschließend in Schnee überging. Nach den 36 Grad am Montag ein ziemlich unwirkliches Bild, das Frau Holle den Menschen dort aufzeigt. Montags sonnige Hitze, nachts Regen und morgens Schnee. Verrückt.

Wetterwechsel: Der krasse Absturz im Video

Dem beispiellosen Absturz folgt erneut der Sommer

Das Wechselbad der Gefühle wäre nicht fertig, wenn es für den Sommer nicht noch ein Finale à la Hollywood geben würde. Und so kraxeln die Temperaturen nach leichtem Frost in der Nacht zum Mittwoch und nasskalten 3 Grad tagsüber auf bis zu 11 Grad am Donnerstag. Der Freitag bringt dann schon mal einen Zuschlag von 10 Grad, so dass es bis zu 21 Grad werden kann. Am Wochenende sonnen sich die Einwohner von Denver dann schon wieder bei bis zu knapp 30 Grad. Kurzum: Vom Hochsommer in den Frühwinter und dann in den Sommer binnen einer Woche. 

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