Hurrikan IDA trifft wieder New Orleans

Gefährlicher Wirbelsturm auf US-Golfküste getroffen - Warnung vor Überschwemmungen

Lebensgefährliche Sturmflut und Unmengen an Regen

Das Zentrum des extrem gefährlichen Hurrikans „IDA“ ist im US-Bundestaat Louisiana auf Land getroffen. Der Wirbelsturm sei mit der Stärke vier von fünf aus dem Golf von Mexiko kommend südwestlich der Stadt New Orleans bei Port Fourchon auf die Küste getroffen, wie das Nationale Hurrikanzentrum in Miami erklärte. Der Wirbelsturm habe beim Erreichen der Küste maximale Windgeschwindigkeiten von rund 240 Kilometern pro Stunde mit sich gebracht, erklärte das NHC. Gouverneur John Bel Edwards aktivierte zuvor die Nationalgarde mit bis zu 5.000 Soldaten und forderte alle Menschen auf, sich vor der Ankunft des Sturms in Sicherheit zu bringen. Das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) warnte, der Bundesstaat und auch die Stadt New Orleans müssten mit heftigem Regen, einer „lebensgefährlichen Sturmflut“, katastrophalen Windböen und lang anhaltenden Stromausfällen rechnen.

Damit droht IDA ein ähnlich verheerender Hurrikan zu werden wie auf den Tag genau vor 16 Jahren der Hurrikan KATRINA, der damals vor allem New Orleans schwer getroffen hatte.

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Das sind die Gefahren von Hurrikan IDA in den USA

Unser Meteorologe Carlo Pfaff schätzte die Lage bereits im Vorfeld ein: „Hurrikan IDA liegt nun 85 km südlich des Mississippideltas und erreicht mit 240 km/h noch Kategorie 4, ist aber nun nahe an der oberen Grenze für Kat 5 (ab 251km/h)!“

Und so ist es auch gekommen.Ein Hurrikan dieser Stärke verursacht dem Nationalen Hurrikanzentrum zufolge in der Regel an Land eine „katastrophale Zerstörung“. Das NHC warnt zudem vor einer sehr hohen Flutwelle in der Region und massiven Regenfällen, die zu Überschwemmungen führen werden.

Meterologe Carlo Pfaff weiter:
„Beim Landfall drohen Flutwellen von 3 bis 4,5 Meter Höhe sowie sintflutartiger Regen mit 300, in Spitzen bis 500 Liter pro Quadratmeter mit großer Gefahr von Überschwemmungen und Überflutungen. Zum Vergleich: In Berlin beträgt der Jahresniederschlag(!) 670 Liter. Durch die Orkanböen sind immense Schäden sowie Stromausfälle zu befürchten. Es wird vor lebensgefährlichen Bedingungen an der Golfküste und somit auch in der Region New Orleans gewarnt.“

Ausgangssperren und Stromausfälle

Die Behörden haben in mehreren Bezirken im US-Bundesstaat Louisiana eine Ausgangssperre verhängt. Etwa im Bezirk East Baton Rouge, in dem rund 440 000 Menschen leben, gelte dies vom Sonntagabend (Ortszeit) bis Montagmorgen, erklärte die Bürgermeisterin der Stadt Baton Rouge über Twitter. Die Behörden haben alle Anwohner, die nicht bereits in andere Landesteile geflohen sind, aufgefordert, angesichts der bevorstehenden extremen Windböen und möglicher Überschwemmungen in ihren Häusern zu bleiben. Auch der Nachbarbezirk West Baton Rouge verhängte aus Sicherheitsgründen eine nächtliche Ausgangssperre, genauso der östlich angrenzende Bezirk Livingston. In dem südlichen Bundesstaat sind bereits zehntausende Haushalte ohne Strom. Die interaktive Karte des örtlichen Energieversorgers Entergy zeigte bereits rund 170 000 Haushalte ohne Elektrizität.

Social Embed: IDA Hurrikan der Kategorie 4 - Windpitzen um 220 km/h

Social Embed: Satellitenbilder von beiden Wirbelstürmen IDA und NORA

Wirbelsturm kommt zu schnell - Evakuierungen nur in besonders gefährdeten Gebieten

Der Flughafen New Orleans strich für Sonntag alle geplanten Flüge. Der öffentliche Nahverkehr in der Stadt wurde schon am Samstagabend eingestellt. «Hurrikan Ida stellt eine direkte Bedrohung für die Menschen in New Orleans dar», warnte Bürgermeisterin LaToya Cantrell. Wegen des schnell herannahenden Sturms habe es keine Zeit mehr gegeben, eine Pflicht-Evakuierung der ganzen Stadt anzuordnen. Sie ordnete daher nur die Evakuierung besonders gefährdeter Gebiete an, die außerhalb der Dämme liegen.

New Orleans ist fast gänzlich von Wasser umgeben - im Norden liegt Lake Pontchartrain, im Osten Lake Borgne, im Süden gibt es die Feuchtgebiete entlang der Mississipi-Mündung. An Teilen der Küste Louisianas, westlich von New Orleans, sei mit einer «lebensgefährlichen» Sturmflut von bis zu 4,5 Metern Höhe zu rechnen, warnte das NHC. Am Lake Borgne sei mit gut drei Metern zu rechnen, am Lake Pontchartrain mit gut zwei Metern.

NORA tobt sich im östlichen Pazifik aus

Hurrikan NORA liegt derzeit (Stand 08 Uhr MESZ) 150 km südlich von Mazatlan/Mexiko und hat momentan noch Stufe 1. Er zieht der mexikanischen Küste entlang weiter nordwärts und dürfte sich dabei auf einen Tropensturm abschwächen. Gefahren sind hier neben Orkanböen ebenfalls große Regenmengen mit 200 bis 300, im Bergland örtlich bis zu 500 Liter pro Quadratmeter. Es besteht große Gefahr von Überschwemmungen und Murenabgängen. Am Montag (Ortszeit) streifen Ausläufer des Regengebiets auch das südliche Baja California.

Ab wann wird ein Tropensturm zum Hurrikan?

Ein tropischer Wirbelsturm gilt ab 119 Stundenkilometern als Hurrikan, die vierte der fünf Stufen ist bei mindestens 209 Stundenkilometern erreicht, die höchste ab 252 Stundenkilometern.

Die Hurrikansaison im Atlantik dauert von Juni bis November. Im vergangenen Jahr fiel sie besonders intensiv aus. Nach NHC-Angaben liegt die Wirbelsturm-Aktivität im Atlantikbecken auch in diesem Jahr bisher deutlich über dem Durchschnitt.

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