Extreme Temperaturen: Hitzewelle in der Antarktis

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Zügelpinguine-Kolonie (Pygoscelis antarctica) steht an der Felsküste der antarktischen Halbinsel. © imago images / imagebroker, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Forscher in Australien schlagen Alarm, denn eine ungewöhnliche Hitzewelle brachte Rekordtemperaturen an den Südpol. An drei Tagen in Folge wurden im Osten der Antarktis an der Casey Station extreme Temperaturen gemessen. In der Spitze waren es dort 9,2 Grad. Das sind 7 Grad über dem Durchschnitt. Noch extremer waren die Temperaturen auf der antarktischen Halbinsel. Dort gingen die Temperaturen in den zweistelligen Bereich. Solche Hitzewellen wurden in der Antarktis bisher selten festgestellt. Sie haben Auswirkungen auf die Meeresströmung und damit auf das weltweite Klima.

Rekorde deutlich überboten

Die argentinische Forschungsstation Esperanza meldete eine maximale Temperatur von 18,4 Grad. Das war fast 1 Grad über dem Allzeitmaximum. Nur drei Tage später meldete die brasilianische Forschungsstation 20,75 Grad auf der Insel Seymour im Osten der Halbinsel. Das wären sogar 3 Grad mehr als je gemessen. Der Westen des Südpols ist eher betroffen vom globalen Klimawandel. Das liegt am Ozonloch, dass seit den 1970er Jahren im Frühling auftaucht. Das verstärkte die Jetstream-Winde und sorgte für wärmere Temperaturen im Sommer. Der Sommer ist auf der Südhalbkugel, im Gegensatz zu unseren Breitengraden, Anfang des Jahres mit seinem wärmsten Monat Januar. 

Hitzestress bei Pflanzen

Obwohl es noch zu früh sei, das ganze Ausmaß einzuschätzen, so wird ein warmer Sommer am Südpol einen signifikanten Einfluss auf das Ökosystem der Antarktis haben. Neben dem Schmelzen der Gletscher bedeute dies Auswirkungen auf die Ozeanströmung und damit direkt auf das Klima an anderen Orten auf der Erde. Die Antarktis gilt als Treiber des sogenannten globalen Förderbands, der Zirkulation der Welt-Meeresströmungen.

Wenn das Eis zu Beginn der Saison vollständig schmelze, litten die Ökosysteme für den Rest der Saison unter einer Dürre. Zwar könne das zusätzliche Schmelzwasser dazu führen, dass die Versorgung der Pflanzen besser werde und sie sich ausbreiteten, doch führe das auch zu Hitzestress. Mose sind in der Antarktis oft dunkel gefärbt, um die Sonne besser zu absorbieren und sich ein warmes Mikroklima zu schaffen. Dies ist allerdings nur bei Temperaturen bis 10 Grad der Fall. 

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