Wetterphänomen mit weltweiten Folgen

Erneuter La-Nina-Winter: Welche Auswirkungen hat das auf das Wetter in Deutschland?

Kommen mehr Schnee und Frost auf uns zu?

Die Auswirkungen des Klimaphänomens La Nina sind auch weltweit gesehen enorm. Beispielsweise ist es in Teilen Südamerikas deutlich trockener, während es in Australien und Südostasien viel mehr Regen gibt als üblich.
Die weltweiten Auswirkungen des Klimaphänomens La Nina.

Der meteorologische Winter beginnt am 1. Dezember. Und in diesem Jahr spielt schon wieder ein ausgeprägtes La-Niña-Ereignis im tropischen Pazifik eine Rolle. Die Weltwetterorganisation (WMO) hat Ende November das Wetterphänomen La Niña mit abkühlender Wirkung für das Jahr 2021 bestätigt.

Das Phänomen führt oftmals zu einer Zunahme der Regen- und Schneefälle sowie von Stürmen in verschiedenen Regionen der Welt und tritt alle zwei bis sieben Jahre auf. Jetzt ist es sogar das zweite Mal in Folge aufgetreten. Wie stark La Nina aktuell ausgeprägt ist und ob La Niña auch für einen kalten und schneereichen Winter in Europa und in Deutschland sorgen kann, das klären wir in der aktuellen La Nina-Diskussion.

Wie lange hält das La-Niña-Ereignis an und wie stark ist es?

In der Pazifikregion ist nach Angaben der Weltwetterorganisation (WMO) das zweite Jahr in Folge das Wetterphänomen La Niña mit abkühlender Wirkung zu beobachten. Es dürfte bis Anfang 2022 anhalten und nach den Vorhersagemodellen milder ausfallen als 2021.

Trotz La Niña lägen die Durchschnittstemperaturen in diesem Jahr in vielen Teilen der Welt über dem langjährigen Mittel. Das liege an der Rekordmenge an Treibhausgasen in der Atmosphäre, so die WMO. Sie rechnet für die meisten Teile Europas deswegen mit einem milden Winter.

Wo wird es durch La Niña noch wärmer, wo wird es kälter?

Auch Nordostasien und die Arktis sowie der östliche Teil Nordamerikas dürften wärmer, der Nordosten Nordamerikas, Australien, Südostasien und der indische Subkontinent dürften dagegen kühler sein als üblich. Wegen La Niña wird 2021 nicht das heißeste, aber eines der zehn heißesten Jahre werden.

Mehr zum Klimatrend in Deutschland für das Jahr 2021

Tweet: Kaltes Wasser (blau) im Pazifik drückt warmes Wasser (gelb/orange) nach Australien, Neuseeland und und Papua-Neuguinea

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Das passiert, wenn La Niña aktiv wird

Im Gegensatz zu El Niño kehren sich die Wind- und Strömungsverhältnisse im Pazifik während eines La-Niña-Ereignisses nicht um, sondern verstärken sich sogar gegenüber dem Normalzustand. So weht der Passatwind von Südamerika Richtung Äquator stärker als gewöhnlich und drückt das warme Oberflächenwasser weiter nach Westen Richtung Australien und Südostasien. Dadurch steigt im Südostpazifik vermehrt kaltes Wasser aus der Tiefe auf und bildet entlang des Äquators eine markante Kaltwasserzunge. Ein Grad für die Stärke von La Nina ist die El Nino Oszillation, kurz ENSO. Fällt dieser Wert stark ins negative, kommt La Nina in Fahrt. Zur Zeit, Ende November, liegt dieser Wert bei -0,8. Um wirkliche Auswirkungen auf das Wetter weltweit zu erreichen, sollte der Werte noch deutlich absinken.

Tweet: Ein Maß für die Stärke von La Nina - wenn der ENSO-Wert deutlich negativ wird, wird La Nina in Gang gesetzt

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Was kann bei uns in Deutschland durch La Nina passieren?

Die Auswirkungen von La Nina für das Wetter in Europa oder gar für Deutschland sind umstritten bis nicht umfassend erforscht. Niedriger Luftdruck und mehr tropische Wirbelstürme in Ostasien können mehr Wärme in die höhere Atmosphäre transportieren und dadurch Auswirkungen auf den Polarwirbel haben. Dieser hat wiederum Einfluss auf das Wetter in Europa. Da diese Prozesse jedoch extrem kompliziert sind und sich auch gegenseitig beeinflussen, gibt es durchaus unterschiedliche Auffassungen, welchen Einfluss ein La-Niña-Ereignis auf das Wetter in Europa haben kann. Manche Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein La Niña in Nordeuropa für kalte, schneereiche Winter sorgen kann, andere wiederum schreiben solche Effekte ausgerechnet dem Gegenspieler El Niño zu. Die WMO rechnet in diesem Jahr für die meisten Teile Europas mit einem milden Winter.

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(oha)