Spätsommer bis Eisfach

November-Prognose: 50 Grad Temperaturunterschied - das kann der Rekordmonat

Deutschland-Wetter im November - Nebelsuppe eiskalt serviert

Seinen Ruf hat er weg, der November. Die graue Eminenz, die meist eher langweilig daher kommt. Es ist nicht richtig Winter. Und der Herbst dreht auch keine ganz großen Dinger mehr. 

Doch der November hat ein gewaltiges Potenzial. Er kann nämlich sämtliche Register ziehen: von spätsommerlichen Temperaturen mit sonniger Wärme knapp über 25 Grad bis hin zum Gefrierschrank. Selbst Tiefstwerte von um die minus 25 Grad hat der November in der Vergangenheit gebracht. Allen Fakten voran steht aber sicherlich die Sonnenarmut, aus der das sprichwörtliche „Novembergrau“ hervorgegangen ist.

Nur zwei Monate sind dunkler

Aufgrund der kürzer werdenden Tageslängen im Spätherbst und im Winter bringen uns nur zwei Monate des Jahres weniger Sonne. Im Dezember und Januar sind es im deutschlandweiten Durchschnitt nur gut 1,5 Stunden pro Tag. Doch allzu weit entfernt ist der November mit 2 Stunden im Schnitt auch nicht. Vor allem dadurch, dass im November recht häufig die Nebel- und Hochnebellagen dominieren.

Im Sommer sind es rund um die Sommersonnenwende im Juni und Juli übrigens über 7 sonnige Betriebsstunden. Und das jeden Tag. Aufsummiert beglücken uns somit im Sommer über 210 Sonnenstunden pro Monat, während es im November gerade einmal 60 Stunden sind. ​

Kälter als der Gefrierschrank und warm genug für Sommer

Die Temperaturspanne im November ist übrigens so groß, wie in keinem anderen Monat. Zu Monatsbeginn liegen die Rekordtemperaturen stellenweise noch bei über 25 Grad. Und damit wurde am 06.11.1997 in Bayern die Sommermarke geknackt.

Ein ganz anderes Feeling wurde den Menschen dagegen am 23.11.1858 geboten. Die Sternwarte in Jena vermeldete einen Tiefstwert von minus 24,6 Grad. Das ist natürlich sehr lange her. Aber auch in den 1950er- oder den 1960er-Jahren sanken die Werte zum Teil auf unter minus 20 Grad. In den 1980er Jahren gibt es ebenfalls eisige Rekorde von unter minus 18 Grad. Und das ist natürlich alles kälter als die handelsübliche Kühltruhe in den heimischen vier Wänden.

Wie wird das Wetter im November?

Gerade morgens begrüßt uns gerne mal der Winter.
Nachtfröste sind im Winter normal. Doch auch strenger Frost unter minus 10 Grad ist nicht auszuschließen. © imago/Rene Traut, Rene Traut, imago stock&people

Regen oder Schnee - was ist im November normal

Für die meisten von uns bringt der November in der Regel Regen mit. Das durchschnittliche Datum der ersten geschlossenen Schneedecke liegt nämlich im Flachland im Dezember oder Januar. Anders verhält es sich in den Höhenlagen ab 600 Meter aufwärts. Hier bildet sich im Durchschnitt die erste geschlossene Schneedecke bereits in der zweiten Novemberhälfte. 

Allerdings ist diese dort nur selten von Dauer. Denn die Warmluftvorstöße aus südlichen Breiten verbannen das Winterweiß im November normalerweise in die Hochlagen der Alpen. Hier sind oberhalb von rund 2000 Meter aber gerne mal haltbare Schneedecken möglich.

Ansonsten ist es dann doch eher der Regen, der fällt. Im Durchschnitt gut 65 Liter pro Quadratmeter verteilt auf 11 Regentage. 

In Sachen Regenmengen in der oberen Hälfte

Schönes Herbstwetter in München.
Nachschläge des "Goldenen Oktobers" sind weiterhin möglich. Auch wenn der November durchschnittlich 65 Liter Regen pro Quadratmeter bringt. © imago images/Ralph Peters, Ralph Peters via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Damit rangiert der November in Sachen Regenmengen in der vorderen Tabellenhälfte. Denn deutlich mehr Regen bringen im Durchschnitt nur die Sommermonate von Mai bis August. Das mag vielleicht komisch klingen. Ist aber so. 

Geschuldet sind diese größeren Regenmengen im Sommer der Tatsache, dass warme Luft viel mehr Wasserdampf speichern und transportieren kann als kalte. Insofern können die Niederschlagsereignisse im Sommer deutlich mehr Regen bringen als im Spätherbst und im Winter.

Diese Temperatur-Trends zeigen uns die Statistiken

Gerade in Sachen Temperaturen sind die langfristigen Trends in Sachen Klimawandel relativ eindeutig. Ebenso wie in allen anderen Monaten häufen sich auch die zu warmen November-Monate. Allen voran in den letzten zwei Jahrzehnten die Jahre 2015, 2014 und 2009. Allesamt lagen über 3 Grad überm langjährigen Durchschnitt (1961-1990). 

Die kalten November-Monate sind hingegen Mangelware und dementsprechend spricht die Statistik eindeutig für eher normale bis überdurchschnittliche Temperaturen. 

Gleichzeitig sind aber auch Wetterlagen möglich, die extrem eisige Luft zu uns bringen können. Wir dürfen also gespannt sein. Auch wenn das Wetterpendel tendenziell in Richtung normal bis mild zeigt.

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(avo)