Unwetter Deutschland: Immer mehr Feuer - Wälder brennen vor allem in Nordrhein-Westfalen

Sturm erhöht die Waldbrandgefahr noch

So früh im Jahr ist es so unglaublich trocken. Und jetzt kommt noch der heftige Ostwind dazu. Das hat in Nordrhein-Westfalen zu mehreren Waldbränden geführt. Nach dem großen Feuer, das auch Häuser bei Gummersbach bedrohte, brennt jetzt der Wald im Kreis Olpe. Die Feuerwehr ist mit mehr als 350 Mann vor Ort, um die Flammen bei Wenden-Rothemühle in den Griff zu bekommen.

Trockenes Unterholz ein Brandbeschleuniger - Bauern helfen mit Güllefässern

20.04.2020, Nordrhein-Westfalen, Gummersbach: Ein Feuerwehrmann steht vor einem brennenden Waldstück bei Gummersbach. Foto: Berthold Stamm/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
In Nordrhein-Westfalen brennt der Wald an mehreren Stellen. © dpa, Berthold Stamm, mg tba

"Dieser Waldbrand hat sich so rasch und rasant aufgrund der anhaltenden Trockenheit ausgebreitet, dass wir von vorneherein sehr groß nachalarmiert haben", sagte Feuerwehrsprecher Christoph Quast dem WDR. 

Auch der Flughafen Köln/Bonn schickte seine großen Löschfahrzeuge, um dem Feuer Einhalt zu gebieten. Weil das Unterholz sehr trocken ist, breitet sich der Waldbrand sehr schnell aus. Laut lokaler Medien sind sogar Bauern im Einsatz, die mit ihren Güllefässern Wasser zum Wald transportieren.

"Wir sind hier, um unseren Wald zu retten“, beschrieb ein Landwirt die Ausnahmesituation. Der Pressesprecher der Feuerwehr sprach von einer Fläche um die 30.000 Quadratmeter, die aktuell brennen. 

Waldbrand
Die aktuelle Waldbrandgefahr

Kräftiger Wind beschleunigte den Brand in Gummersbach

Zuvor hatte es schon bei Gummersbach ein Großfeuer gegeben. Auf eine Fläche von rund 35 Hektar, das sind fast 50 Fußballfelder, hat sich der Brand ausgeweitet. 50 bis 100 Anwohner waren vorsorglich in Sicherheit gebracht worden und mussten ihre Häuser verlassen. Verletzt wurde aber niemand. 

Das trockene Wetter und fast völlig ausgebliebener Niederschlag im April sorgen derzeit für erhöhte Waldbrandgefahr. Zudem hatte starker Wind am Montag das Ausbreiten der Flammen in Gummersbach beschleunigt.

20.04.2020, Nordrhein-Westfalen, Gummersbach: Rauch steht über einem Waldstück bei Gummersbach. Mehr als 100 Feuerwehrleute sind im Einsatz, um den großflächigen Waldbrand unter Kontrolle zu bringen. Foto: Markus Klümper/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Rauch steht über dem brennenden Waldstück bei Gummersbach. Die Waldböden sind staubtrocken. © dpa, Markus Klümper, mg kno

Feuer im Nationalpark

Auch in dem niederländischen Nationalpark De Meinweg direkt an der Grenze zu NRW war am Montagabend ein Feuer ausgebrochen. Nach Angaben der Behörden wurden bereits rund 100 Hektar Wald zerstört. In der Nacht auf Dienstag schien das Feuer zunächst unter Kontrolle zu sein, es flammte jedoch am Dienstagmorgen bei starkem Wind erneut auf. Das Gebiet liegt auf niederländischer Seite nahe dem Ort Herkenbosch, auf deutscher Seite grenzt es an mehrere Waldgebiete in der Nähe von Niederkrüchten im Kreis Viersen.

20.04.2020, Nordrhein-Westfalen, Niederkrüchten: Ein Feuerwehrfahrzeug steht vor einem brennenden Waldstück. In einem niederländischen Naturschutzgebiet unmittelbar an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen ist am Montagabend ein Großbrand ausgebrochen. A
Großbrand im niederländischen Naturschutzgebiet De Meinweg nahe der deutschen Grenze. © dpa, Daniel Grotjans, mg lop

Zum Teil die höchste Waldbrandgefahrenstufe

In vielen Teilen des Landes herrscht wegen der anhaltenden Trockenheit die höchste Waldbrandgefahrenstufe. Der derzeit wehende heftige, trockene Wind aus Ost begünstigt das Entstehen der Feuer. Es genügt ein Funke. 

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