Orkanböen und bis zu 20 Grad

Riesiger Herbststurm: Ex-Hurrikan MARTIN mischt in Europa mit

von Björn Alexander und Carlo Pfaff

Erneut donnert ein ehemaliger Hurrikan über den Atlantik nach Europa. Mit entsprechenden Auswirkungen, die wir auch in Deutschland zu spüren bekommen.

Oben im Video: Südwind und Orkanböen – so zieht MARTIN zu uns

Die Ausgangslage: MARTIN erreicht Europa

Nachdem Hurrikan MARTIN sich vergangene Woche nördlich der Bermudas gebildet hat, zog er über den offenen Atlantik Richtung Europa. Dabei erreichte er enorme Ausmaße – mit einem Durchmesser von über 2000 Kilometern. Auf seinem weiteren Weg erreichten seine Ausläufer jetzt ebenfalls des Westen Europas.

Abgeschwächt, aber weiterhin gefährlich

Die Wind- und Sturmvorhersage für Westeuropa
Ein turbulenter bis gefährlicher Gast aus tropischen Gefilden - das Hauptsturmfeld von ex-Hurrikan MARTIN

MARTIN hat die energieliefernden und warmen Gewässer zwar lange verlassen und damit an Kraft verloren. Dennoch sorgt die teilweise intensive wettersteuernde Strömung weiterhin dafür, dass der ehemalige Hurrikan mit heftigem Wind und meterhohen Wellen auf den Westen Europas trifft.

Wetter.de-Meteorologe Carlo Pfaff hat hierbei – neben stürmischem Wetter für die Britischen Inseln – auch den Nordwesten Frankreichs sowie generell die Berggipfel im Blick: „Es drohen schwere Sturm- bis hin zu lokalen Orkanböen jenseits von 120 km/h.”

Lese-Tipp: Immer mehr Ex-Hurrikane schaffen es zu uns – zweite Chance für Hurrikane in Europa

Meterhohe Wellenberge

Eine nach wie vor brisante Wetterlage, die ebenso Auswirkungen auf den Schiffsverkehr haben dürfte. Denn der Ex-Hurrikan peitscht den Atlantik regelrecht auf. Pfaff mit der See-Vorhersage: „Auf dem offenen Wasser sind durchaus Wellen von 8 Metern Höhe oder mehr drin.”
Und auch an den Küsten donnern damit natürlich enorme Wasserberge an Land. Das betreffe vor allem den Westen Frankreichs sowie den Süden Englands und Irlands. Doch auch in Deutschland bekommen wir die Auswirkungen zu spüren.

Warmluftpumpe nochmals aktiviert

„Ex-Martin sorgt für eine kräftige Südwestströmung, die sehr milde, bis Donnerstag aber noch oft feuchte Luft zu uns nach Deutschland bringt”, erläutert Pfaff. Zudem sei es windig, an der Nordsee und auf den Bergen mit „satten Sturmböen”.
Den Höhepunkt der Wärme sehen die Wettercomputer bereits am Dienstag. Dann sind hierzulande bis zu 20 Grad drin. Danach erwarten uns für die Jahreszeit weiterhin sehr milde 10 bis 17 Grad.

Wetterkarten für Deutschland, Europa und weltweit

Das Bild zeigt den RTL-Meteorologen Carlo Pfaff in seiner Heimatstadt Innsbruck
wetter.de- und RTL-Meteorologe Carlo Pfaff

Warum „Ex”?

Wenn Tropenstürme die tropischen Bereiche verlassen, dann spielen sie durchaus häufig noch eine Rolle im weiteren Wettergeschehen. So sie beispielsweise über den Atlantik nach Europa ziehen. Allerdings sind sie dann eher wie normale Sturmtiefs zu betrachten – nur eben mit einer prominenteren Herkunft. Um dem Rechnung zu tragen, erhalten sie die Vorsilbe „Ex”.

Blick ins Wetterlexikon: So entstehen Tropenstürme

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(bal, apf)