Gibt es außerirdisches Leben auf den Trabanten?

ESA-Raumsonde JUICE reist mit einer Menge Fragen zu den Jupiter-Monden

ESA-Mission JUICE startet im Juni 2022

In zehn Monaten soll die ESA-Mission JUICE (JUpiter ICy Moons Explorer) gestartet werden. Die Raumsonde wird zum Jupiter geschickt, um nach ihrer Ankunft – acht Jahre darauf – die vier Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto zu untersuchen. Im Fokus der Weltraumbehörde stehen allerdings nur drei der vier Monde. Mit im Gepäck ist natürlich auch die Frage, ob es Leben auf den Jupiter-Monden gibt.

Io zu nah an Gasriese Jupiter, um gefahrlos untersucht zu werden

Der Jupitermond Europa in seiner wohl natürlichen Farbe (links) und rechts mit mehr lila, grün and infrarot um die Oberflächenbeschaffenheit zu verdeutlichen. Dunkelbraun erscheinen die felsigen Gebiete in blau die Eisflächen.
Der Jupitermond Europa in seiner wohl natürlichen Farbe (links) und rechts mit zusätzlichen Lila-, Grün- and Rot-Tönen um die unterschiedliche Oberflächenbeschaffenheit zu verdeutlichen. Dunkelbraun erscheinen die felsigen Gebiete in blau die Eisflächen. © DPA

Die europäische Weltraumbehörde wird ihr Hauptaugenmerk auf die Monde Europa, Ganymed und Kallisto legen. Da Io zu nah am Planeten Jupiter dran ist, besteht die Gefahr, dass durch die Strahlung des Gasriesen das Raumfahrzeug beschädigt wird. Somit wird Io nur aus der Ferne beobachtet.

Etwas besser beobachten können die Wissenschaftler die beiden Monde Europa und Kallisto. Bei Europa sollen die orangefarbenen Flächen, die man auf Aufnahmen des Mondes entdeckt hat, untersucht werden. Bisher ist den Forschern nicht klar, woher diese stammen und um was es sich dabei handelt. Außerdem sollen bei den zwei geplanten Vorbeiflügen (Flyby) die Wasserfontänen unter die Lupe genommen werden. Sie beweisen, dass das Innere des Mondes noch immer aktiv ist. Europa gilt auch als möglicher Ort für Leben in unserem Solarsystem.

Gibt es auf dem Jupiter-Mond Europa Leben?

Jupiter und seine vier größten Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto (von links nach rechts).
Jupiter und seine vier größten Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto (von links nach rechts). © DPA

So sagt der wissenschaftliche Leiter der Mission, Olivier Witasse: „Der Jupiter Mond Europa ist ein sehr interessantes Objekt. Wir haben gute Hinweise darauf, dass es einen Ozean unter der Eiskruste gibt. Eine Bestätigung wäre sehr aufregend und es ist dementsprechend sehr wichtig für die Astrobiologie, zu sehen, ob es Leben noch irgendwo anders in unserem Solarsystem gibt.“

Auch Kallisto soll bei mehreren Vorbeiflügen genauer betrachtet werden. Es ist der am weitesten von Jupiter entfernte Mond und gilt als tot. Um Vergleiche ziehen zu können zu Europa, ist er für die Wissenschaft trotzdem interessant. So kann die Evolution der Monde studiert werden. Außerdem soll herausgefunden werden, ob sich auch auf diesem Mond unter der Kruste ein interner Ozean befindet.

Ganymed, ein Mond mit Magnetfeld

Eine grafische Darstellung zeigt die Raumsonde
Das Hauptaugenmerk der JUICE-Mission liegt auf der Erforschung des Jupiter-Mondes Ganymed. © DPA

Hauptziel der Mission ist der Mond Ganymed. Dabei handelt es sich um den größten Mond in unserem Sonnensystem. „Auch bei Ganymed haben wir Hinweise darauf gefunden, dass es dort flüssiges Wasser gibt. Das wäre wirklich erstaunlich“, führt Witasse fort. Außerdem gebe es ein internes Magnetfeld. Das ist deshalb aufregend, da nicht jeder Himmelskörper im Solarsystem eins besitzt und es auf Aktivität im Inneren des Mondes hinweist.

Aber auch Jupiter selbst soll untersucht werden. Das betrifft vor allem die Atmosphäre und Magnetosphäre des Planetenriesen. Eine der Fragen, die sich die Forscher stellen, ist, warum der berühmte rote Punkt sich in den vergangenen 125 Jahren verkleinert hat.

Die Raumsonde reist mit einer Menge Instrumente zum größten Planeten unseres Sonnensystems und kann vielleicht auch klären, ob es weiteres Leben in unserem Sonnensystem gibt. Rund eine Dekade werden wir allerdings wohl noch auf die Antworten warten müssen.

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(kfb)