Es wird zu heiß und zu trocken für Kaffee: Anbaugebiete könnten um bis zu 88 Prozent schrumpfen

Kaffee leidet unter Klimawandel
Solche Kaffee-Plantagen wie diese in Minas Gerais in Brasilien haben zunehmend Probleme mit Hitze und Trockenheit. © picture-alliance/ ZB, Ralf Hirschberger

Alarmglocken läuten für die Kaffeebauern vor allem in Mittel- und Südamerika

Unser Klima befindet sich in einem steten Wandel, nur die Geschwindigkeit ist wahrlich besorgniserregend. Und jetzt ist auch eines der beliebtesten Getränke der Welt davon betroffen: der Kaffee. Den Kaffeesträuchern geht die Anbaufläche aus. Es wird nämlich in vielen tropischen Gebieten der Erde zu heiß und zu trocken für das Gewächs, besonders betroffen ist der beliebte Arabica-Kaffee aus Mittel- und Südamerika.

Bestäuberinsekten fü rden Kaffee fehlen auch

Zu allem Überfluss wird es nicht nur heißer und trockener, sondern es schwinden auch zunehmend die Bestäuberinsekten. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie von Pablo Imbach vom Internationalen Zentrum für tropische Landwirtschaft in Hanoi. Besonders dramatisch dürfte die Situation demnach in Mittelamerika werden, wo möglicherweise bis zum Jahr 2050 88 Prozent der Anbaufläche verloren gehen!

Je niedriger die Anbaufläche liegt, desto eher wird sie betroffen sein, glauben die Forscher. Kaffee braucht viel Schatten, moderate Temperaturen und ausreichend Feuchtigkeit. Das ist immer weniger gegeben. Auch in Brasilien gibt es schon schwerwiegende Probleme durch ausbleibenden Regen. Im Bundesstaat Minas Gerais, einem der Hauptanbaugebiete für Kaffee, fiel in den vergangenen Jahren die Regenzeit häufig sehr schmal aus. Die Bauern dort sind sicher, dass das mit der Rodung des Regenwaldes zusammenhängt. Im Regenwald verdunsten große Mengen Wasser, warme Luft steigt über dem Land auf, sie zieht feucht-warme Winde vom Atlantik an, die wiederum Regen bringen für die 'cafetales'. Ohne den Regenwald bleibt dieser Effekt aus, Trockenheit ist die Folge. Damit einher geht auch die Erhöhung der Durchschnittstemperatur. 

Deshalb, auch das geben die Forscher den Bauern mit, sollten diese unbedingt darauf achten, dass in der Nähe ihrer Kaffeefelder wenigstens Restbestände von naturnahen Wäldern stehen bleiben. Diese haben zum einen Einfluss auf das Klima und zum anderen sind sie ein Rückzugsraum für die bestäubenden Wildbienen. "Wenn es Bienen in den Plantagen gibt, dann steigt die Produktivität und auch das Gewicht der Kaffeebeeren", sagte Studienleiter Imbach.

Dem Kaffee in niedrigeren Anbaugebieten geht es also an den Kragen. Normalerweise gehört Kaffee aber ohnehin ins Hochland, dort wachsen die besten Bohnen. Dennoch würde der Verlust der niedrig gelegenen Flächen die Bauern und am Ende auch die Konsumenten bitter treffen, denn der Kaffee würde natürlich durch die Verknappung im Preis steigen.