Darum ist der Starkregen nun so gefährlich

Es kommen neue Unwetter in die Flutgebiete: Diese Gefahren drohen jetzt

Erneut besteht die Gefahr von Sturzfluten

Die Menschen in den Katastrophengebieten in Rheinland-Pfalz und in NRW sind noch mit dem Aufräumen beschäftigt, da nahen neue Unwetter. Und wieder ist Starkregen möglich. Es besteht – wenn auch nur lokal – die Gefahr von Sturzfluten.

Tief DIRK bringt erneut Starkregen – wohin genau? Hier schauen

Meteorologe Alexander: Kleinräumige Gewitterzellen können schlimme Folgen haben"

Das Szenario ist zwar nicht vergleichbar mit den immensen Regenmengen, die Tief BERND brachte, wie unser Meteorologe Björn Alexander einordnet. "Dennoch können auch kleinräumige Gewitterzellen in der aktuellen Situation natürlich schlimme Folgen haben." Immerhin sind besonders für den Westen 20 bis 50 Liter pro Quadratmeter möglich.

Und darum sind die neuen Gewitter so gefährlich: Vielerorts sind die Kanalisationen nach den verheerenden Niederschlägen noch nicht wieder in Ordnung. Oft sind die Rohre auch schlichtweg noch verstopft, weil die Aufräumarbeiten noch nicht beendet sind. Das heißt, neuer Regen kann nicht abfließen, wie wir es gewohnt sind und wird sich schnell auf Straßen, Wiesen und Bächen ansammeln.

Keller und die ohnehin schon angegriffenen Häuser wieder gefährdet

Es kommt neuer Regen in die Eifel und die anderen betroffenen Gebiete.
Nach dem Jahrhunderthochwasser in der Eifel durch heftige Regenfälle und Dauerregen mit Überschwemmungen und Überflutung droht nun neuer Regen. © imago images/Future Image, Christoph Hardt via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Die Böden in den Flutgebieten sind außerdem stark aufgeweicht und können nicht mehr viel Wasser aufnehmen. Auch das wird also schnell wieder in Bäche und Flüsse laufen, die damit wieder über die Ufer treten können. Keller und die unterspülten Häuser sind also besonders gefährdet.

In manchen Orten in Rheinland-Pfalz wollen die Behörden die Menschen vor den nahenden Unwettern sogar mit Lautsprecherdurchsagen warnen. Die Bewohner sollen zudem ihre Kellerräume meiden, wenn es wieder stark regnen sollte.

NRW-Innenminister Herbert Reul sagte zu RTL/ntv, dass ihm bewusst sei, dass die neue Regenwarnung in den betroffenen Gebieten große Unsicherheit auslöse. „Wir setzen die Arbeit vor Ort mit den Einsatzkräften fort, um all den entstandenen Schaden zu lindern. 22.000 Kräfte sind auch heute wieder im Einsatz.“

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz ermahnte die Bürger: „Stellt die Arbeiten an den Gewässern ein, wenn der Regen kommt.“ Lokaler Starkregen könne an Gewässern, bei denen der Abfluss durch Sand- oder Kiesbänke, Bäume und anderen Unrat der vergangenen Unwetter ohnehin schon beeinträchtigt sei, plötzlich zu lokalen Überschwemmungen führen.

Auch die freiwilligen Helfer an der Ahr sollen das Krisengebiet möglichst schnell verlassen. Das teilte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) mit. Als Grund nannte sie die kommenden starken Niederschläge, die zerstörte Infrastruktur und die unübersichtliche Verkehrssituation. Den Angaben zufolge werden Shuttle-Busse eingesetzt, die die Helfer zurückbringen. Wer geplant hatte, als freiwilliger Helfer dorthin zu fahren, soll dies nicht tun.

Hände gründlich waschen: Keime!

Gewitterrisiko Samstag, 24.07.2021
Das Gewitterrisiko für Samstag, den 24. Juli 2021

In Hagen warnen die Behörden sogar vor Krankheitserregern im Schlamm. Bei den Reinigungsarbeiten traten bei Helfern schon Magen-Darm-Erkrankungen und Wundinfektionen auf. Die Menschen sollen sich die Hände immer gründlich waschen und auch kein Gemüse aus überschwemmten Gärten mehr essen. Alles müsse gut gewaschen werden. Und wer sich kleinere Verletzungen beim Aufräumen zuziehe, müsse die Wunden schnell desinfizieren.

Lesen Sie hierzu den gesamten Artikel: Immer mehr Keime im Wasser

Auch wenn der Regen an diesem Wochenende also nicht so wahnsinnig stark wird, dann kann er trotzdem zumindest örtlich erneut katastrophale Folgen haben.

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemenhaben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legen,können wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt. Vielleicht brauchen Sie aber auch unsere Langfristprognose von ECMWF und NOAA.

Damit Sie auch unterwegs kein Wetter mehr verpassen, empfehlen wir unsere wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte.

Wetter und Klima in der Mediathek

Mega-Hitze und große Trockenheit - und viele fragen sich: Wird Deutschland bald zum Wüstenstaat? Wie viele Dürre-Sommer hintereinander können wir eigentlich noch verkraften? Hier geht es zur DOKU - Wüstenstaat Deutschland?