Tiere breiten sich aus - das muss ich jetzt wissen

Erstmals Goldschakal in NRW nachgewiesen

Dieses Foto zeigt das Umweltministerium auf seiner Website. quelle: goldschakal/©Odin Franke
Dieses Foto zeigt das Umweltministerium auf seiner Website. quelle: goldschakal/©Odin Franke

Woher kommen diese Jäger eigentlich?

An die Anwesenheit von Wölfen, oder besser an die Meldungen, dass es in Deutschland wieder mehr und mehr Wölfe gibt, haben wir uns ja schon gewöhnt. Die Tiere sind ja sehr scheu und zu Gesicht bekommen wir sie ja nun auch bei ausgedehnten Waldspaziergängen eher nicht. Aber der Goldschakal? Tatsächlich hat das Natur- und Umweltministerium von NRW nun einen ersten Goldschakal in Nordrhein-Westfalen bestätigt. Woher kommen diese Jäger und warum werden sie in Deutschland heimisch?

Tote Schafe brachten die Forscher auf die Spur des Goldschakals

Der Schakal aus NRW wurde zunächst im August in Mülheim an der Ruhr nachgewiesen. Im September wurde er erneut nahe der niederländischen Grenze in Kranenburg im Kreis Kleve erfasst. In einer Pressemitteilung des Ministeriums wird ein Bild gezeigt, das den Schakal zeigen soll.

Laut Meldung war im August ein Schaf auf einer Weide in Mülheim an der Ruhr tot aufgefunden worden. Das Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen kam zu dem Schluss, dass der Riss von einem männlichen Goldschakal stamme. Offenbar tötete das Tier auf dieser Weide noch zwei weitere Schafe. 

Das Foto aus dem Jahr 2012 zeigt einen Goldschakal im Nationalpark Bayerischer Wald. Die Tiere kommen aus Osteuropa nach Deutschland.
Das Foto aus dem Jahr 2012 zeigt einen Goldschakal im Nationalpark Bayerischer Wald. Die Tiere kommen aus Osteuropa nach Deutschland. © deutsche presse agentur

Der Canis aureus - größer als ein Fuchs, kleiner als ein Wolf

Hier das Wichtigste über den Goldschakal (Canis aureus)

- Er sieht ein bisschen aus wie eine Mischung aus Fuchs und Wolf, hat einen kurzen, buschigen Schwanz mit dunkler Spitze

- Er jagt in der Dämmerung und nachts, daher sehen wir ihn eigentlich nie

- Sein Verbreitungsgebiet umfasst Südasien und reicht bis nach Zentral-, Ost- und Südeuropa. In Deutschland tauchte der Schakal erstmals 1998 auf – in etwa zeitgleich mit der Rückkehr des Wolfes

- Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus kleinen bis mittelgroßen Säugetieren wie Rehe, Frischlinge und sogar Schafe. Er verzehrt aber auch Amphibien, Insekten, Fische, Aas und notfalls vegetarische Kost

- In Europa schätzt man die Vorkommen auf mittlerweile mehr als 100.000 Tiere. In Deutschland werden sie aber nur sehr vereinzelt gesichtet

- Die Tiere sind sehr anpassungsfähig. Der Schakal mag Feuchtgebiete, kommt aber auch in einer Agrarlandwirtschaft zurecht. Warum die Tiere immer weiter nach Westen und Norden wandern, ist den Forschern aber noch ein Rätsel

- Das Wichtigste am Schluss: Wir Menschen brauchen keine Angst vor dem Goldschakal zu haben. Er lebt äußerst zurückgezogen, vielleicht bekommen ihn Jäger mal zu Gesicht