Erster Mini-Herbststurm, schon Bahnchaos

Umgestuerzter Baum auf den Bahnschienen nach dem Pfingststurm Ela,
Im Norden gab es nach dem Mini-Sturm umgestürzte Bäume und Äste auf den Bahnschienen wie nach dem Pfingststurm Ela. © imago/blickwinkel, imago stock&people

Der erste Herbststurm war mittelmäßig, die Auswirkungen im Bahnverkehr jedoch massiv! Wie soll das erst werden, wenn die großen Stürme kommen? Und woran liegt es, dass die Bäume so labil sind? Wir fragen den Forstbetriebsleiter Hans Schattenberg vom Forstbetrieb Ostharz.

"Das war erst der Anfang!"

Warum sind die Bäume dieses Jahr so labil?

Die Bäume sind seit dem Sturm Frederieke im Jahr 2018 extrem geschwächt. Dann kamen mit 2018 und diesem Jahr noch zwei Dürresommer hinzu. 

Gibt es dieses Jahr mehr anfällige Bäume?

Wir beobachten, dass nicht mehr nur Fichten schnell von Käfern angefallen werden, sondern inzwischen auch Lärchen und andere Bäume. Außerdem sorgt der Klimawandel dafür, dass sich bei Buchen, Ahorn und Eiche Pilze ausbreiten, die die Bäume schwer schädigen.

Was bedeutet das, wenn jetzt die großen Herbststürme kommen?

Die Schäden des kleinen Sturms waren erst der Anfang. Die Bäume sind schwer geschwächt von den Dürren und Stürmen. Wenn jetzt ein Orkan kommt, wird es große Schäden geben.

Was können wir bzw. die Bahn jetzt tun?

​Die Bahn kann das tun, was auch wir Förster tun: die Bäume an Wegen und Bahnstrecken genau kontrollieren und geschwächte oder anfällige Bäume entnehmen.

Heftigste Böen gerade bei Windstärke 11

Sturmtief „Ignaz“ ist am Dienstag über den Norden Deutschlands gezogen und am Mittwoch nach Osteuropa abgezogen. Auf Hiddensee wurde eine Orkanböe gemessen, ansonsten lagen die heftigsten Böen weiter im Landesinneren bei knapp über 100 km/h (gerade Windstärke 11).

Sturmtief Ignaz legt Bahnverkehr lahm
Sturmtief Ignaz legt Bahnverkehr lahm Chaos in Norddeutschland 00:51

Gestrandet an der Bahn

Dennoch lagen Bäume, Äste, Unrat und Teile abgedeckter Dächer in den Gleisen, und Oberleitungen wurden beschädigt. Hunderte von Menschen strandeten auf den Bahnstrecken. In Hannover mussten 200 Menschen in zwei Zügen übernachten.