Erfrierungen und Unterkühlung: Bei diesen Temperaturen eine Gefahr

Erste Hilfe bei Erfrierungen
Erste Hilfe bei Erfrierungen Bloß nicht zu doll wärmen 01:24

Hände, Füße und Gesicht sind besonders gefährdet

Erfrierungs- und Unterkühlungsgefahr: Kommt es durch den Windchill zum Wärmeverlust, sind Hände, Füße und Gesicht besonders gefährdet.

Das kennt wohl jeder, der schon mal verschwitzt oben auf einem Berg angekommen ist: Die Luft streicht über die Haut und man fängt an zu frösteln. Das genau ist der 'Windchill-Effekt' –, die gefühlte Temperatur oder anders ausgedrückt: das Maß für den Wärmeverlust. Je länger man dem ausgesetzt ist, desto eher können unangenehme Folgen wie Unterkühlungen und Erfrierungen auftreten. 

Erfrierungen bei Minustemperaturen

Bei den derzeitigen Temperaturen, die gefühlt im zweistelligen Minusbereich sind, ist die Gefahr von Erfrierungen nicht zu unterschätzen. Falsche Kleidung und lange Aufenthalte unter null Grad können dafür sorgen, dass Blutgefäße und Zellen absterben. Und das passiert nicht erst bei -30 Grad im Himalaya. Am häufigsten kommen Erfrierungen bei Fingern, Zehen, Ohren und der Nase vor. Also aufgepasst! ...denn schon bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kann es zu gefährlichen Kälteschäden kommen. 

Das passiert:

Dem Körper wird kalt. Er versucht, dem entgegenzuwirken: Die Wärmeabgabe wird verringert. Die Blutgefäße in den Extremitäten verengen sich. Organe, wie Herz, Gehirn und Lunge werden dadurch mit genug Blut versorgt und warm gehalten. Gleichzeitig versucht der Körper, Wärme zu erzeugen. Wir zittern. Nimmt der Blutfluss in den Extremitäten weiter ab, kann es zu lokalen Erfrierungen an Fingern, Fußzehen, Nase oder Ohren kommen. 

Erfrierungen werden in 4 Grade eingeteilt

1. Grad: Blasse Haut, kein Gefühl, Schwellung der betroffenen Hautpartie, Schmerzen
2. Grad: Blau-rote Hautfarbe, Blasenbildung
3. Grad: Fast schmerzfreies Absterben des Gewebes (Nekrose)
4. Grad: Vereisung und komplette Gewebezerstörung

Was Sie bei Erfrierungen tun können, sehen Sie im Video

Unterkühlungen selbst bei Plusgraden

Unterkühlung ist sehr gefährlich
Im letzten Sommer kamen zwei Extrembergläufer auf der Zugspitze wegen Unterkühlung ums Leben. © dpa, A9999 Handout

Bei Unterkühlungen ist es anders. Sie wirken sich nicht auf das Gewebe, sondern auf den Kreislauf aus. Zwar kann es bei positiven Temperaturen keine Erfrierungen geben, jedoch kann es zu gefährlichen Unterkühlungen kommen, der sogenannten 'Hypothermie'.  

Verliert der ganze Körper an Temperatur, kommt es zur allgemeinen Unterkühlung. Das kann durch niedrige Lufttemperatur, kaltes Wasser und Wind (Windchill) passieren. 

Die verschiedenen Stadien der Unterkühlung:

Unterkühlung Stadium 1: Sobald die Körpertemperatur unter 35 Grad fällt, reagiert der Körper mit Muskelzittern, schneller Atmung und Herzrasen.

Unterkühlung Stadium 2:  (Körpertemperatur 32 bis 28 Grad) Je weiter die Temperatur sinkt, sinken auch Herzschlag und Blutdruck. Der Betroffene ist kaum mehr ansprechbar.

Unterkühlung Stadium 3: Bei unter 28 Grad Körpertemperatur vermindert sich die Hirnaktivität, es kommt zu Bewusstlosigkeit. Bei unter 24 Grad Köpertemperatur kommt es zu Atem- und Kreislaufstillstand und der Tod kann die Folge sein.