Erdrutsch in China: Ganzes Industriegebiet begraben

Erdrutsch ergießt sich über 33 Gebäude

Nach dem Erdrutsch im südchinesischen Shenzhen werden noch mindestens 85 Menschen vermisst. Dies teilten Behörden in der Stadt mit. Berichte über mögliche Tote gab es weiterhin nicht. Die Feuerwehr teilte jedoch mit, dass mögliche Hohlräume unter den Trümmern und Erdmassen äußerst klein seien - und die Überlebenschancen der Verschütteten damit gering waren.

China, Erdrutsch
Ein von Menschenhand gemachter Schuttberg ist abgerutscht und hat ein ganzes Industriegebiet unter sich begraben. © dpa, Freddy Chan

Das Unglück hatte sich am Sonntagmittag in einem Industriepark im Nordosten der Stadt ereignet. Lokalen Behörden zufolgte rutschte offenbar nach Regenfällen ein riesiger Berg mit ausgehobener Erde und Bauschutt ab, der von Arbeitern an einem etwa 100 Meter hohen Hügel angehäuft worden war.

Anwohner berichteten von Massen aus roter Erde und Schlamm, die mehrere Häuser und Fabriken unter sich begruben. Wie Staatsmedien berichteten, waren mindestens 33 Gebäude davon betroffen, darunter auch zwei Wohnunterkünfte von Arbeitern. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete, Schlamm türme sich auf einer Fläche von 60.000 Quadratmetern bis zu zehn Meter hoch. Von Staatsmedien veröffentlichte Fotos zeigten eine riesige, mit Geröll und Schlamm bedeckte Fläche, auf der Rettungskräfte mit Baggern arbeiteten.

Der Fernsehsender CCTV hatte berichtet, dass die meisten Menschen in der Gegend vor dem Unglück in Sicherheit gebracht worden seien. 1.500 Retter seien im Einsatz, um nach Überlebenden zu suchen. Ob Regeln bei der Aufschüttung der Schutthalde missachtet wurden, war zunächst nicht bekannt. Anwohner kritisierten, das Unglück wäre zu verhindern gewesen, wenn die Behörden etwas gegen den Müllberg unternommen hätten.

In China kommt es immer wieder zu Unfällen mit vielen Todesopfern, weil Sicherheitsregeln nicht beachtet werden. Erst im Sommer war in der nordostchinesischen Hafenstadt Tianjin ein Chemielager explodiert. Mehr als 200 Menschen kamen dabei ums Leben.

Chinas Präsident Xi Jinping hatte die örtlichen Behörden aufgefordert, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Zahl der Opfer so klein wie möglich zu halten und Verletzte und Angehörige zu versorgen. Ministerpräsident Li Keqiang ordnete eine Untersuchung zur Unglücksursache an.