Klimakrise geht uns ans Geld

2 Millionen Tote und gigantische Kosten durch Extremwetter

Warum die hohe Zahl an Wetterextremen niemanden kalt lassen darf

Stürme, Dürren, Überschwemmungen und Brände – die Zahl der Extremwetter-Ereignisse nimmt mit steigender Erderwärmung messbar zu. Extremwetter ist auch extrem teuer. Zum einen werden die Kosten für die Versicherungen immer höher, zum anderen ist nur ein Bruchteil der Schäden überhaupt versichert. Das war auch bei den verheerenden Fluten im Sommer 2021 im Westen Deutschlands ein großes Thema: Sehr viele Gebäude konnten die Eigentümer gar nicht versichern. Viele Menschen stehen nun vor den Trümmern ihrer Existenz.

Christian Häckl erklärt im Video, wie teuer die Extremwetter tatsächlich sind.

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Nicht nur Tote und Schäden in ärmeren Ländern

Im Klimawandel gibt es immer mehr Extremwetter-Ereignisse und die Höhe der Schäden steigt.
Extremwetter werden häufiger und sie kosten Versicherungen, Wirtschaft und Industrie viel Geld - am langen Ende auch uns. © AP, Elaine Thompson, TW

Die Weltwetterorganisation WMO kommt in einer aktuellen Studie zu dem Schluss, dass Extremwetter heute vier bis fünf Mal so häufig auftreten wie noch in den 1970er Jahren und sieben Mal so hohe Schäden anrichten. Seit 1970 sind mehr als zwei Millionen Menschen durch solche Ereignisse ums Leben gekommen, zwischen 1999 und 2018 500.000. Die meisten davon sterben in Entwicklungsländern, weil deren Infrastruktur schlechter ist und die Warnsysteme nicht ausreichend funktionieren. Aber die Fluten im Westen im Sommer 2021 zeigten auch, wie verwundbar wir in Deutschland sind.

Wie die WMO-Studie aufzeigt, gab es in den 1970er Jahren pro Jahr durchschnittlich 711 Extremwetter-Ereignisse. In den 2010er Jahren aber stieg dieser Wert auf 3.165 Extremwetterphänomen pro Jahr.

Extremwetter: Immer häufiger und immer teurer – Klimatologin Dr. Friederike Otto im Gespräch

Klimaschutz ist immer auch Investitionsschutz

Klimatologin Dr. Friederike Otto forscht zum Klimaschutz an der Zuordnungsforschung.
Die Klimatologin Friederike Otto sagt: Klimaschutz kostet Geld, aber Nichtstun kostet weitaus mehr Geld.

Die Erderwärmung unter 2 Grad zu begrenzen, muss angesichts der hohen Kosten auch für Wirtschaft und Industrie interessant sein. Denn in der globalisierten Welt ist eine funktionierende Infrastruktur das Schmiermittel schlechthin. Das konnte man wunderbar sehen, als der Suezkanal blockiert war.

Wenn Straßen, Gleise und Seewege blockiert sind, kommt jedes Rädchen früher oder später ins Stocken. Daher ist Klimaschutz auch Investitionsschutz. Nur wo Menschen leben und arbeiten können und wo Verkehrswege existieren, kann die Wirtschaft funktionieren.

Oder, wie es die Klimatologin Dr. Friederike Otto im Gespräch mit wetter.de ausdrückte: „Klimaschutz kostet viel Geld, aber Nichtstun ist noch viel teuer.“

Und es sind besonders die hoch entwickelten Länder, in denen die größten Kosten anfallen. Die teuerste Naturkatastrophe der Welt war der Hurrikan KATRINA im Jahr 2005, der die USA 86 Milliarden Dollar kostete. Die Flutkatastrophe im Westen beziffert die Bundesregierung auf gigantische 29,2 Milliarden Euro Gesamtschaden.

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(osc)