Mutter überlebt dank Arztbesuch

„Covid hat mein Leben gerettet!“

Jemma Falloon musste an der Schilddrüse und an der Niere operiert werden.
Jemma Falloon musste an der Schilddrüse und an der Niere operiert werden. © action press

Arzt findet Tumore in Körper der Mutter

Viele Menschen verbinden mit der Coronavirus-Pandemie vor allem negative Erinnerungen und Ereignisse. Bei Jemma Falloon aus Cheshire, Großbritannien, ist das allerdings nicht der Fall, denn: Nur dank einiger Symptome, die sie mit Long Covid in Verbindung bringt, konnten die Ärzte ihre Tumore finden, von denen sie nichts wusste.

Hätte Jemma Falloon keine vermeintlichen Long-Covid-Symptome gehabt, wäre sie nicht zum Arzt gegangen

Einen ganzen Monat lang leidet die 41-jährige Jemma Falloon unter Halsschmerzen. Ihre Vermutung: Die Schmerzen sind bestimmt die Nachwirkungen ihrer zuvor überstandenen Coronavirus-Infektion. Sie bemerkt außerdem Blut im Urin und leidet unter starken Rückenschmerzen. Als die Mutter im Dezember 2020 deshalb zum Arzt geht, führt dieser einige Tests durch und stellt fest: Ein Tumor an der Schilddrüse und auch die Niere weisen verdächtige Veränderungen auf. Falloon ist überzeugt: Das Virus hat ihr Leben gerettet. Denn hätte sie ihre Symptome nicht mit Long Covid in Verbindung gebracht, wäre sie nie vom Hausarzt untersucht worden. Heißt: Auch der Krebs in ihrem Körper wäre so zunächst nicht gefunden worden. Die Vertriebsmitarbeiterin sagt gegenüber der „Dailymail“: „Es ist wirklich seltsam, das zu sagen, aber Covid hat mein Leben gerettet.“

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Ein leidiger Weg im Krankenhaus sorgt letztendlich für Besserung

Im Oktober 2020 erkrankt Falloon an Covid-19 während sie für einen Triathlon trainiert. „Ich hatte wirklich Mühe, die Treppe hinaufzukommen, um auf die Toilette zu gehen, und hatte sogar Schwierigkeiten, zu atmen“, offenbart sie. Und das, obwohl die 41-Jährige fit und sportlich ist. Einen Monat später bemerkt sie dann – zusätzlich zu den lang anhaltenden Halsschmerzen – noch einen Knoten im Nacken. Ihr Arzt untersucht ihr Blut und überweist sie ans örtliche Krankenhaus, wo Jemma Falloon sich auch einer Unterschalluntersuchung unterzieht. Nach nur 48 Stunden bekommt sie Gewissheit: Auf ihrer Schilddrüse ist ein „verdächtiger“ Knoten gefunden worden, ein Tumor.

Auch ihre Schilddrüse wird – auf Verdacht auf Nierensteine – untersucht. Doch eine weitere Unterschalluntersuchung zeigt: Auch auf ihrer rechten Niere zeigt sich etwas Verdächtiges. Mit Verdacht auf Krebs wird sie noch im Dezember 2020 operiert. Die Operation an der Niere wird von einem Roboter durchgeführt, jetzt hat die 41-jährige Mutter insgesamt sechs Narben an ihrem Bauch. „Es tat weh, aufzustehen und zu gehen, und es fiel mir schwer, auf die Toilette zu gehen, so dass ich mit einem Katheter nach Hause kommen musste.“

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Ihre Familie unterstützt Jemma Falloon

Ihren Kindern gegenüber ist Jemma Falloon immer ehrlich gewesen.
Ihren Kindern gegenüber ist Jemma Falloon immer ehrlich gewesen. © action press

Auch für ihre mentale Gesundheit ist der Eingriff kein Zuckerschlecken: „Psychisch war das alles ziemlich hart. Ich hatte erwartet, dass die Genesung einfacher sein würde, als sie war.“ Nach der Niere ist die Schilddrüse dran: Um den dortigen Tumor entfernen zu können, muss sich Falloon erneut unters Messer legen. Im Mai diesen Jahres erfolgt die erste OP, nur einen Monat später die zweite. Weil bei ihr ein papilläres Schilddrüsenkarzinom diagnostiziert wird, die mit Abstand am häufigste auftretende Form von Schilddrüsenkrebs, muss das gesamte Organ entfernt werden.

In den nächsten Jahren wird Jemma Falloon immer wieder zum Arzt gehen müssen, damit die Mediziner ihren Gesundheitszustand überwachen können. Außerdem sollen regelmäßig Bluttests durchgeführt werden, um einem etwaigen Nachwachsen oder auffälligen Veränderungen zuvorkommen zu können.

Ihren Kindern, vor allem ihrem ältesten Sohn Louis (17), gegenüber ist die 41-Jährige stets ehrlich: „Ich wollte nicht, dass er es zuerst von jemand anderem erfährt. Wenn ich also irgendwelche Scans oder Ergebnisse hatte, habe ich es ihm und meinem Mann zuerst gesagt. Und auch die Kleinen wussten einfach, dass es ihrer Mutter schlecht ging.“ Neben Louis ist sie Mutter von Magnus, vier, und Brownen, drei.

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Diesen wichtigen Appell hat die dreifache Mutter

Inzwischen geht es Jemma Falloon wieder gut, sie hat sich an ihr neues Alltagsleben gewöhnen können. Und sie ist wieder aktiv und nimmt wieder an Wanderungen teil. Und auch wenn der erste Ausflug für sie hart war: „Es hat mir mental sehr gut getan, mir selbst zu zeigen, dass ich immer noch rausgehen und etwas unternehmen kann.“

Allen anderen Menschen, die vielleicht eher zögerlich unterwegs sind und nicht gerne zum Arzt gehen, rät sie: „In den letzten Monaten habe ich mich damit abgefunden, dass ich zwei primäre Krebsarten habe. Wenn man Halsschmerzen hat, ignoriert man sie manchmal einfach und hofft, dass sie wieder weggehen. Aber es ist besser, sie untersuchen zu lassen, als sie zu ignorieren. Je eher man diese Dinge entdeckt, desto eher kann man sie behandeln.“ Wenn Sie also das Gefühl haben, dass irgendetwas gesundheitlich nicht in Ordnung zu sein scheint, zögern Sie nicht, einen Arzt aufzusuchen. Im schlimmsten Fall haben Sie nur überreagiert und sind umsonst hingegangen – aber im besten Fall kann ein Arztbesuch Ihr Leben retten. (vdü)