Nasse Monate in Sicht

Kommt endlich mehr Regen im Oktober? So wird das Wetter laut NOAA

Laut der NOAA dürfen wir uns bald auf mehr Regen einstellen.
Laut der NOAA dürfen wir uns bald auf mehr Regen einstellen. © dpa, Ulrich Perrey, lop

Es wird mehr Regen berechnet

Der Herbst 2020 hat begonnen. Am 1. September war meteorologischer Herbstbeginn, am 22. September um 15:31 Uhr war kalendarischer herbstbeginn. Wird der wegen des Klimawandels viel zu trocken und zu warm? Die experimentellen Langzeitprognosen des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA geben bisher Entwarnung: Es könnte mehr Regen geben.

Das sagen uns die aktuellen Langzeitprognosen für den Herbst: Regen mehr als im Soll

Schauen wir auf den berechneten Regen bzw. die Abweichung vom langjährigen Durchschnitt, dann ergibt sich im Herbst 2020 für Deutschland ein leicht überdurchschnittliches Bild. Das reicht zwar nicht, um die zum Teil enorme Trockenheit nachhaltig zu mindern. Aber: Wenn es so kommt, dann ist auch keine große Verschärfung zu erwarten.

Auch Teile unserer Nachbarländer brauchen nach dieser Prognose noch keine Wetterextreme zu erwarten. In Skandinavien könnten ein paar mehr Tropfen fallen als üblich. In Spanien, Italien, Teilen Osteuropas und der Türkei würde der Herbst aber trockener als normal werden.

Die Herbstprognose vom Amerikanischen Wetterdienst: Der Regen

Langfristvorhersage des Amerikanischen Wetterdienstes
Wenn es so kommen würde, dann wäre es ein Anfang. In der Langfristvorhersage des Amerikanischen Wetterdienstes wären die Monate Oktober, November und Dezember insgesamt normal bis etwas zu nass. © www.cpc.ncep.noaa.gov

Die Temperaturen liegen im Oktober über dem Durchschnitt

Bei den Temperaturen bietet sich im Oktober für Deutschland ein überdurchschnittliches Bild. Es sieht etwas zu warm aus. Das ist auch fast in ganz Europa der Fall, nur in Island und in Teilen der Türkei sollte der Monat etwas kühler ausfallen.

Die Oktoberprognose vom Amerikanischen Wetterdienst: Die Temperaturen

Die experimentelle Langfristprognose des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA für den Oktober 2020. Gezeigt wird die tägliche Abweichung der Temperatur vom langjährigen Mittelwert.
Die experimentelle Langfristprognose des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA für den Oktober 2020. Gezeigt wird die tägliche Abweichung der Temperatur vom langjährigen Mittelwert. © RTL, NOAA

Die Niederschläge liegen im Oktober nördlich der Alpen über dem Durchschnitt

Im Oktober ist Europa bei den Niederschlägen zweigeteilt. Etwa nördlich der Alpen wird mit mehr Regen als normal gerechnet, südlich der Alpen soll es deutlich zu trocken werden.

In Italien, Griechenland und Teilen der Türkei kann es sogar extrem trocken bleiben.

Die Oktoberprognose vom Amerikanischen Wetterdienst: Der Regen

Die experimentelle Langfristprognose des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA für den Oktober 2020. Gezeigt wird die tägliche Abweichung des Niederschlags vom langjährigen Mittelwert.  Quelle: https://www.cpc.ncep.noaa.gov
Die experimentelle Langfristprognose des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA für den Oktober 2020. Gezeigt wird die tägliche Abweichung des Niederschlags vom langjährigen Mittelwert. Quelle: https://www.cpc.ncep.noaa.gov © RTL, NOAA

Rückblick zeigt einen steilen Aufwärtstrend: So haben sich die Temperaturen im Herbst entwickelt

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Herbstmitteltemperatur in Deutschland in den Jahren von 1960 bis 2019 (in Grad Celsius)

Der Trend ist deutlich. Seit den 2000er Jahren werden die durchschnittlichen Temperaturen im Herbst höher. Ein Durchschnittswert für den Herbst ist natürlich nicht besonders aussagekräftig: Der September hat oft noch Sommerniveau, im November schneit es schon mal. Zum Vergleichen sind diese Statistiken aber wichtig.

Die durchschnittlichen Niederschlagsmengen im Herbst

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Herbstniederschlagshöhe in Deutschland in den Jahren von 1960 bis 2019 (in Liter pro Quadratmeter)

Seit dem Rekordhitzejahr 2003 haben sich die Niederschläge im Herbst wieder auf das übliche Niveau eingependelt. Im Herbst kommen im Durchschnitt 176 Liter pro Quadratmeter zusammen. Der Oktober ist von den drei Herbstmonaten der niederschlagärmste Monat.

Wer’s genauer wissen will: Die Klimadaten für Deutschland

Herbst ist nicht gleich Herbst und Klima nicht gleich Wetter

Um festzustellen, ob es zu warm oder zu kalt und zu nass oder zu trocken ist, vergleichen wir die Werte immer mit dem Klimamittel. Das zeigt uns das durchschnittliche Wetter in einem Zeitraum von 30 Jahren an. Der aktuelle Klimavergleich-Zeitraum ist von 1961 bis 1990. Außerdem ist beim Vergleich der Jahreszeiten zu beachten, dass der meteorologische Wechsel der Jahreszeiten bereits rund drei Wochen vor dem kalendarischen Wechsel stattfindet. 

Der Hauptgrund liegt in der exakten Vergleichbarkeit der Jahreszeiten. Denn während der kalendarische Wechsel vom Stand der Sonne abhängig ist und somit einige Tage oder Stunden schwanken kann, so ist der meteorologische Jahreszeitenwechsel festgelegt auf den jeweiligen Monatsersten. Dementsprechend beginnt der Herbst meteorologisch gesehen immer schon am 1.September und der Winter am 1.Dezember. Analog ist es für den Frühling und den Sommer.

So verläuft der Herbst in Deutschland normalerweise

Die durchschnittliche Temperatur, das sogenannte Temperaturmittel, liegt im Herbst in Deutschland bei knapp neun Grad. Und natürlich sind hierbei auch im Herbst vorübergehend schon mal Tageshöchsttemperaturen im sommerlichen Bereich über 25 oder sogar über 30 Grad denkbar. Generell sorgen aber die länger werdenden Nächte für mehr Abkühlung und die kürzer werdende Tage für weniger Aufheizung. 

Selbst sommerliche Luftmassen aus südlichen Breiten haben es somit schwer, sich auf ähnliche Temperaturen wie im Sommer aufzuheizen. Die Sonne bringt es hierbei in unseren Breiten in den Monaten September, Oktober und November im Durchschnitt insgesamt auf an die 340 Betriebsstunden. Dabei fallen im langjährigen Durchschnitt knapp 180 Liter Regen pro Quadratmeter.

Noch mehr Wetter

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Wetter und Klima in der Mediathek

Mega-Hitze und große Trockenheit - und viele fragen sich: Wird Deutschland bald zum Wüstenstaat? Wie viele Dürre-Sommer hintereinander können wir eigentlich noch verkraften? Hier geht es zur DOKU - Wüstenstaat Deutschland?